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70.000 neue Wärmepumpen in Deutschland 2012 installiert

(21.1.2013) Wie schon im Vorjahr weist der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. in seiner Absatzstatistik 2012 einen deutlichen Aufwärtstrend aus: Mit 59.500 Stück wurden im Vergleich zum Vorjahr 4,4% mehr Heizungswärmepumpen verkauft. Hin­zu kommen weitere 10.700 Brauchwasserwärmepumpen, deren Absatz sogar um 20,2% zunahm. BWP-Geschäftsführer Karl-Heinz Stawiarski erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzen wird: „Die Nachfrage nach Brauchwasserwärmepumpen zieht spürbar an - nicht zuletzt, weil Systeme zur effizienten Trinkwassererwärmung auf Basis von erneuerbarem Strom kongeniale Partner von Photovoltaikanlagen sind.“


Trend zur Luft/Wasser-Wärmepumpe ungebrochen

Während auch die Verkaufszahlen von Luftwärmepumpen nach wie vor im zweistelli­gen Bereich wuchsen, war der Absatz von erdgekoppelten Systemen erstmals seit 2010 wieder rückläufig. Mit 37.300 Stück wurden im vergangenen Jahr 14,4% mehr Luft-Geräte verkauft als im Jahr davor, welches mit einem ebenso deutlichen Absatz­plus endete. Das stabile Nachfragehoch beweise, so der BWP, dass die einstmals exo­tisch anmutende Technologie ausgereift ist und sowohl von Verbrauchern als auch vom Fachhandwerk gerne weiterempfohlen wird: „Bauherren und Sanierer schätzen die Möglichkeit, sich mit einer Luft-Wärmepumpe einfach und verhältnismäßig kosten­günstig eine regenerative Wärmequelle auf dem eigenen Grundstück zu erschließen. Sie haben gelernt oder vielleicht im Bekanntenkreis erfahren, dass die Technologie auch in unseren Breitengraden ganzjährig hervorragend funktioniert.“

Damit haben die Luft/Wasser-Wärmepumpen 2012 ihren Marktanteil auf 62,7% aus­gebaut. Bei den kompakten und günstigen Splitgeräten ist der positive Absatztrend mit 23,4% Umsatzzuwachs sogar noch ausgeprägter. Der BWP wertet dies als Indika­tor für die Preissensibilität der Endverbraucher: „Viele Bauherren und Sanierer verfü­gen über ein begrenztes Budget, mit dem sie eine möglichst ökologische und sparsame Heizung realisieren wollen. Da muss es nicht immer das Spitzenmodell sein, wenn die Effizienz an sich stimmt – das sollte auch die Politik auf dem Schirm haben.“


Erdwärmepumpen rückläufig

Der Absatz von Sole/Wasser- bzw. Wasser/Wasser-Wärmepumpen brach indessen deutlich ein. Mit insgesamt 22.200 Anlagen wurden gegenüber dem Vorjahr 9% weni­ger Erdwärmepumpen installiert. BWP-Geologe Dr. Martin Sabel kommentiert dies mit deutlichen Worten: „Das ist die Quittung für die vielerorts komplizierte Genehmigungs­praxis und die Verteuerung von Erdwärmebohrungen durch teilweise völlig überzogene Dokumentationsstandards.“ Der BWP bemühe sich hier seit Monaten um Vermittlung, damit die Nutzung oberflächennaher Geothermie für den Verbraucher bezahlbar bleibe.

Die weitere Marktentwicklung hänge laut Stawiarski auch davon ab, wann endlich die Verteilung von Steuern und Abgaben im Wärmemarkt gerechter gestaltet wird. Es sei nicht nachvollziehbar, warum ein Kunde, der sich für eine der ökologischsten Hei­zungslösungen entscheidet, mit deutlich höheren Steuern und Abgaben belastet wird als einer, der deutlich mehr CO₂ verursache: „Dank einer Studie der TU-München ha­ben wir es mittlerweile schwarz auf weiß, dass Wärmepumpen im Vergleich zu fossilen Heizsystemen um bis zu 50% Treibhausgase und fossile Primärenergie einsparen. Durch den wachsenden Anteil regenerativer Energien im Strommix wird die Ökobilanz einer heute installierten Anlage auch ohne neue Investitionen immer 'grüner'. In zwan­zig Jahren wird sie etwa drei Viertel weniger Primärenergieverbrauch und CO₂ -Emis­sionen verursachen als beispielsweise eine Öl-Brennwertheizung mit solarer Trinkwas­sererwärmung nach EnEV-Standard.“

Wärmeerzeuger
Marktentwicklung Wärmeerzeuger 2001-2012 aus dem Beitrag "5. Deutsche Wärmekonferenz" vom 2.12.2012 (Bild vergrößern)

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