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Studie: Deutscher Hochbau mit verhaltenem Wachstum


(26.5.2013) Noch 2011 erlebte der deutsche Hochbau einen Aufschwung, und das Umsatzvolumen der Industrie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,2% auf 207,4 Mrd. Euro. Die Bilanz des Jahres 2012 fällt dagegen schwächer aus: Das Wachstum betrug nur 0,9%, was einem Volumen von 209,3 Mrd. Euro entspricht. Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consul­tants erwartet in ihrer jährlich erscheinenden Hochbauprogno­se auch für dieses Jahr mit einem Anstieg von 1,0% nur ver­haltenes Wachstum. Die durch den langen Winter verursachte rückläufige Marktentwicklung im ersten Quartal 2013 ist dabei bereits berücksichtigt. Für 2014 und 2015 rechnen die OC&C-Experten mit einer Fortsetzung dieses Trends und einer Zunah­me des Marktes um 1,2% bzw. 1,1%.

Die OC&C-Berater sehen für alle Teilmärkte des Hochbaus leicht zunehmende Volumi­na, wobei sich der Wohnungsneubau am besten entwickeln wird. Dabei steht 2013 der Neubau von Geschosswohnungen im Fokus und wird mit 5,5% eine hohe Wachstums­rate erzielen. Im zuletzt rückläufigen Nichtwohnungsbau soll in den nächsten Jahren vor allem der Wirtschaftsbau zu einem leichten Wachstum führen. Das Renovierungs­segment wird wohl rund zwei Drittel des Marktvolumens beitragen und sich auf hohem Niveau langsam weiterentwickeln. Die Studie geht im Renovierungsbereich für 2013 von einem Wachstum von 0,4% im Wohnungsbau und 0,7% im Nichtwohnungsbau aus.

„Obwohl die Auftragslage der Bauwirtschaft auch 2012 ordentlich war, fiel das Wachs­tum gegenüber dem starken Jahr 2011 deutlich schwächer aus. Auch für 2013 rech­nen wir mit einem insgesamt stabilen Hochbausegment, wenngleich die Wachstumsra­ten im Januar nur einen Zuwachs der Auftragseingänge von 0,6 Prozent verzeichne­ten. Der Hochbau in Deutschland ist insgesamt ein reifer Markt. Vor diesem Hinter­grund gehen wir auch für die kommenden Jahre von mäßigem Wachstum und einem stabilem Marktvolumen zwischen 200 und 230 Mrd. Euro aus“, erläutert Axel Schäfer, einer der für den Bausektor verantwortlichen OC&C-Partner, die Ergebnisse der Stu­die.

Wohnungsneubau: Steigende Mietpreise treiben den Markt

Der Wohnungsbau ist derzeit das wichtigste Wachstumssegment. Dies gilt insbeson­dere für den Geschosswohnungsbau. Steigende Miet- und Kaufpreise sowie der an­haltende Urbanisierungstrend stützen die positive Marktentwicklung, die sich auch in der positiven Entwicklung der Baugenehmigungen widerspiegelt. Das prognostizierte Wachstum liegt zwischen 2013 und 2015 bei durchschnittlich 2,5%. Auch das Reno­vierungsvolumen wird zulegen, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Dazu tragen unter anderem die Sanierungsmaßnahmen zur verbesserten Energieeffizienz bei, die von der Bundesregierung mit diversen Anreizprogrammen gefördert werden. Das durchschnitt­liche Wachstum im Bereich Eigenheimbau wird in den kommenden Jahren mit 1,1% dagegen schwächer ausfallen.


„Die durchschnittlichen Miet- und Kaufpreise in deutschen Ballungszentren haben sich in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich erhöht. Zusammen mit dem niedrigen Zinsniveau sorgt das für eine insgesamt hohe Attraktivität von Investitionen in Immo­bilien. Allerdings können zu hohe Preise auch zum Problem werden, insbesondere für Kleinanleger und junge Familien mit geringem Eigenkapital, für die Wohneigentum im­mer schwerer finanzierbar wird“, so Dr. Björn Reineke, ein weiterer für den Bausektor verantwortlicher OC&C-Partner.

Wirtschaftsbau stärkt den Nichtwohnbereich

Die Prognose für den gesamten Nichtwohnungsbau geht in den nächsten Jahren von einem durchschnittlichen Wachstum von 0,8% bis 2015 aus. Eine bessere Entwicklung wird hier durch den weiterhin schwachen öffentlichen Hochbau verhindert. Aufgrund der angespannten kommunalen Haushalte und auslaufender Konjunkturprogramme blei­ben die Spielräume öffentlicher Auftraggeber sehr begrenzt.

Zentrale Herausforderungen: Vertriebskraft und Internationalisierung ausbauen

Die wesentlichen Herausforderungen für die Unternehmen im Hochbausektor sehen die OC&C-Berater vor allem in der künftigen Gestaltung des Marktzugangs - z.B. in der Ausrichtung der Vertriebskanäle - sowie der weiteren Internationalisierung des Ge­schäfts. Beide Bereiche gewinnen gerade in Zeiten einer verhaltenen Marktentwick­lung besondere Bedeutung für künftiges Wachstum.


„Durch das unsichere gesamtwirtschaftliche Umfeld fällt es Unternehmen aktuell schwer, strategisch wegweisende Entscheidungen zu treffen. Eine regionale Diversi­ikation durch Investitionen in neue Märkte oder die Ergänzung neuer Vertriebskanäle sind interessante Möglichkeiten, das Geschäft kontrolliert zu optimieren. Vom Quali­tätssiegel ‚Made in Germany‘ können deutsche Baufirmen auch in Zukunft profitieren, gerade durch Aktivitäten in aufstrebenden Märkten. Auch die Weiterentwicklung alt­hergebrachter Geschäftsmodelle gewinnt insbesondere im Servicebereich zunehmend an Bedeutung.“, schließen Axel Schäfer und Dr. Björn Reineke mit einem Rat an die Unternehmer.

Die aktuelle Hochbauprognose kann per E-Mail an OC&C angefordert werden.

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