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Deutscher Umweltpreis 2013 erlebt Frauen-Power mit Hanf und erneuerbarer Energie


(11.8.2013) Die Träger des Deutschen Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) stehen fest: Den mit 500.000 Euro höchstdotierten Umweltpreis Europas teilen sich 2013 ...

  • die Gründerin und Geschäftsführerin der Firma Hock (Nördlingen), Carmen Hock-Heyl (58), weil sie Dämm­matten für den Hausbau aus dem Öko-Rohstoff Hanf am Markt etabliert hat, sowie
  • die Vorstandsvorsitzende der Netzkauf Elektrizitäts­Werke Schönau (EWS) e.G., Ursula Sladek (67), weil sie aus einer Bürgerinitiative den ersten Ökostroman­bieter Deutschlands schuf.

Die Frauen hätten „in Zeiten, in denen sie nur belächelt wur­den, mit Überzeugungskraft, Kompetenz und Hartnäckigkeit gegen massive Widerstände zukunftsweisende Aufbauarbeit im Spannungsfeld von Ökologie und Ökonomie geleistet und so ihre Visionen in Realität umgemünzt“, sagte DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde am 9. August 2013. Die Preise übergibt am 27. Oktober in Osnabrück Bun­despräsident Joachim Gauck.

Hock-Heyl hat Dämmmatten aus Hanf am Markt etabliert

Carmen Hock-Heyl. Gründerin und Geschäftsführerin der Firma Hock: Dämmmatten für den Hausbau aus dem Öko-Rohstoff Hanf
Carmen Hock-Heyl
  

Mit beharrlichem Engagement, unternehmerischem Durchset­zungsvermögen und Mut zum Risiko sei es Carmen Hock-Heyl gelungen, Dämmmatten für den Hausbau aus dem nachwach­senden Rohstoff Hanf am Markt zu etablieren, so Brickwedde. „Die Produkterfinderin, Unternehmensgründerin und Geschäfts­führerin hat nicht nur Öko-Dämmstoffe hoffähig gemacht. Sie ist auch ein Vorbild für andere Unternehmen, weil sie Ökologie und Ökonomie erfolgreich in Einklang gebracht, gesundes Bau­en gefördert und regionale Wirtschaftskreisläufe wiederbelebt hat.“

Bis die Hanf-Produkte auf dem Markt und unter Fachleuten an­erkannt waren, habe Hock-Heyl einen mühsamen Weg gegen Widerstände und Desinteresse beschreiten müssen. Sie habe den gesamten Prozess von der Aussaat des Hanfs über die Produktion der Dämmmatten bis zum Recycling komplett neu aufgebaut, viel Geld in­vestiert und in Politik und Verbänden viel Überzeugungsarbeit geleistet.

Seit 2003 produziert das Unternehmen die Dämmmatten selbst, 2005 ist der Firmen­sitz - heute mit rund 70 Mitarbeitern - von Stutensee bei Karlsruhe nach Nördlingen verlegt worden. Seit 2006 sind „Thermo-Hanf“-Produkte auf dem europäischen Markt. Mit „Thermo-Hanf Premium“ versteht sich die Firma Hock als Marktführer für Natur­faserdämmstoffe aus Hanf.

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Das neueste Produkt des Unternehmens, „Thermo-Hanf Plus“, soll vollständig biolo­gisch abbaubar sein und wird von der Firma beim Abriss eines Hauses auch kostenlos zurückgenommen. Anstelle von im Brandfall giftigen Chemikalien als Flammschutzmittel verwendet Hock laut eigenen Angaben für alle Produkte natürlich vorkommende Alter­nativen.

Auch für den Handwerker und Verbraucher verspricht Thermo-Hanf Vorteile, weil er leicht, staubarm und hautverträglich zu verarbeiten sei und für ein gesundes und an­genehmes Wohnklima sorge - siehe auch Baulinks-Beitrag „Thermo-Hanf "wohnmedi­zinisch empfohlen"“ vom 26.1.2006.

Mit Blick auf den zukünftigen Markt und das wachsende Bewusstsein der Verbraucher für Naturbaustoffe setzt Frau Hock-Heyl große Hoffnungen in die Politik, Naturfaser­dämmstoffe ebenso verpflichtend zu machen wie Energiesparlampen. „Der Deutsche Umweltpreis ist ein Ansporn für mich, das Verbreiten umweltverträglicher Dämmstoffe auf politischer Ebene weiter voranzutreiben“, bekräftigte Hock-Heyl. Das Preisgeld will sie deshalb für den Aufbau eines Verbandes für Naturfaserdämmstoffe ein­setzen. „Wir brauchen dringend eine starke Interessenvertretung für alle Hersteller von nachwachsenden Dämmstoffen wie Hanf, Wolle, Flachs, Holz oder Cellulose, die bislang in Wirtschaft und Politik kaum Gehör finden“, so Hock-Heyl.

Ursula Sladek etabliert sichere und zukunftsfähige Energieversorgung

Ursula Sladek, Vorstandsvorsitzende der Netzkauf ElektrizitätsWerke Schönau (EWS) e.G.
Ursula Sladek
  

Zur Preisträgerin Ursula Sladek sagte Brickwedde, sie habe früh erkannt, dass nur gemeinsam mit den Bürgern und Ge­meinden die Energieversorgung ökologisiert werden könne. Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 habe sie eine Bürgerinitiative mit ins Leben gerufen, die sich für die Vision einer sicheren, wirksamen und zukunftsfähigen Energieversor­gung eingesetzt habe und aus der 1994 der Ökostromanbie­ter EWS hervorging.

Sladek habe mit ihren Mitstreitern und den EWS viele Hürden gemeistert, die der damalige Stromanbieter für die Netz-Über­nahme aufgebaut habe. Dabei habe sie sich auch nicht von überhöhten Verkaufspreisen einschüchtern lassen. Ihrem Mut und ihrer Tatkraft sei es mit zu verdanken, dass die EWS 1997 das Schönauer Stromnetz übernehmen konnten. Sladek habe gezeigt, dass die Beteiligung der Bürger ein maßgeblicher Faktor für ein Umsteuern in der Energiepolitik und den Klimaschutz sei. Denn durch das Einbeziehen der Einwohner Schönaus als Stromkunden in die Arbeit der EWS und eine transparente Unterneh­menspolitik habe sie „Vertrauen geschaffen, zum Handeln motiviert und einen ökolo­gischen Wandel ermöglicht“.

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