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Deutscher Fassadenpreis 2013: Förderpreis Kunst und Design am Bau

(13.10.2013; Fassadenpreis 2013) Gleich drei künstlerische Fassadengestaltungen wurden in diesem Jahr beim Wettbe­werb ausgezeichnet - so viele wie noch nie. Jeder der drei Gewinner repräsentiert eine andere konzeptionelle Richtung. Die Designs reichen von gegenständlicher Malerei über ein strenges 3D-Trompe-l’oeil bis zu einer comicartigen Bildspra­che. Das gibt eine Ahnung von der Bandbreite, die in diesem Bereich der Fassadengestaltung möglich ist und Gebäude zum Sprechen bringt.

1. Preis – ein Szeneort mit cooler Malerei

Mitten im Bochumer Szeneviertel „Bermuda3Eck“ liegt das Parkhaus P8. Wenig glamou­rös stand der Komplex bis vor drei Jahren da. Der rund 50 Jahre alte, graue Betonko­loss war nicht nur optisch marode (siehe Google-Maps).


Mit rund vier Millionen Euro wurde das Haus modernisiert, um einen Rundbau erweitert und eine ungewöhnliche Mischnutzung vorgesehen: Hier parken heute nicht nur über 500 Autos und 45 Motorräder, im Gebäude ist auch Platz für Gaststätten, Einzelhan­delsgeschäfte und sogar eine Skaterbahn auf der Dachebene. Dieses vitalisierende Nutzungskonzept findet seine Fortsetzung in der äußerst modernen, dabei funktiona­len Farbgestaltung des Gebäudes.


Neben den Parkebenen wurde auch die Fassade mit Farbverläufen aufgewertet. Die gestalterische Krone ist im Freiluft-Skate-Park auf dem Dach zu besichtigen: Ein holz­schnittartig ausgeführtes Fischmotiv interpretiert die Coolness des Orts mit maleri­schen Mitteln. Diese innovative Arbeit wurde von der Jury mit dem 1. Platz beim För­derpreis für außergewöhnliche künstlerische Gestaltung ausgezeichnet. Verdient ha­ben sich die Prämierung mit ihren Leistungen das Architekturbüro Archwerk General­planer und der Malerbetrieb Steden, beide aus Bochum.

2. Preis – eine kraftvolle Illusion

Ein schlichtes Wohngebäude am Ortseingang in Wildau (Brandenburg; siehe Google-Maps) wurde saniert und erhielt einen baulich nüchternen viergeschossigen Anbau. Die Fassadengestaltung des Ergänzungsbaus jedoch macht aus dem sachlichen Baukörper ein piranesisches Vexierspiel.

Die Grisaille-Malerei mit wenig Hellblau und Dunkelocker bezieht die realen Fenster in eine irreale Bildwelt der Illusionsmalerei ein. Oft endet dieses Experiment in banalen Fotorealismen. Ganz anders hier: Die Wand ist in 3D animiert, Kuben scheinen sich in die Raum zu schieben, Löcher klaffen in der Wand. Es entsteht das Bewusstsein vom Bauen mit gigantischen Blöcken. Dieser künstlerische Impetus von Erik Mahnkopf von GRACO Agentur für Kommunikation aus Berlin und der Wildauer Wohnungsbaugesell­schaft als Bauherrin wurde von der Jury mit dem 2. Preis in dieser Kategorie prämiert.

3. Preis – nachhaltig und plakativ

Auf der IBA - Internationale Bauausstellung in Hamburg sollen Modellhäuser Antworten darauf geben, wie Menschen im 21. Jahrhundert wohnen und arbeiten. Eines dieser Projekte ist das BIQ, ein kubisches viergeschossiges Wohnhaus, besser bekannt als das Algenhaus (siehe Google-Maps). Es ist das erste Haus weltweit, das sich über seine Gebäudefassade aus Fotobiokollektoren selbst mit Energie versorgt. Sie sind in der Südwest- und Süd­ostfassade verortet - siehe auch Baulinks-Beitrag „BIQ Algen­haus: Energiegewinnung der Zukunft per Bioreaktorfassade“ vom 12.12.2012.


Die nach Nordosten und Nordwesten ausgerichteten Fassaden machen mit ihrer Gestaltung auf das, was im Inneren passiert, auf plakative Weise aufmerksam. Das knallige Grün wird allein unterbrochen von Sprechblasen, die Hinweise auf Inhalt und Aufgabe des Musterhauses geben. Der Jury gefiel die kunstvol­le und informative Umsetzung, für die die Architekten Splitter­werk aus Graz und Otto Wulff Bauunternehmung aus Hamburg den 3. Preis in der Kategorie Kunst und Design am Bau erhiel­ten.

Vorstellung der ausgezeichneten Projekte 2013 in den Kategorien ...

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