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Immobilienbarometer zeigt: Kosten für energetische Sanierung häufig unterschätzt


  

(5.1.2014) Mit der Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) werden die gesetzlichen Anforderungen für die ener­getische Qualität von Immobilien noch einmal verschärft. Im Vergleich zu 2011 zeigt sich, dass Käufer mehr auf den ener­getischen Zustand einer Immobilie - zum Beispiel bei Heizung und Dämmung - achten. Viele Käufer sind sich allerdings der tatsächlichen Kosten für eine Sanierung oder Modernisierung nicht bewusst. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Immobilienbarometer von In­terhyp und ImmobilienScout24, für das 1.722 Kaufinteressenten befragt wurden. Au­ßerdem wurde ermittelt, dass ...

  • für die große Mehrheit der Befragten Dämmung, Heizung und Co. wichtig (60%) bzw. sehr wichtig (23%) sind, und dass
  • Eigennutzer (85%) ein höheres Interesse an einer energetisch sanierten Immo­bilie haben als Kapitalanleger (74%).

In den vergangenen zwei Jahren hat das Interesse von potenziellen Immobilienkäufern am energetischen Zustand von Objekten noch einmal deutlich zugenommen:

  • Für Dreiviertel der Befragten (71%) ist bei der Ausstattung der Immobilie eine moderne Heizungsanlage wichtig. Im Jahr 2011 war dies nur für sechs von zehn Befragten von Bedeutung (60%).
  • Käufer achten zudem verstärkt auf eine Doppelverglasung der Fenster (71%). Vor zwei Jahren war das noch für 14% weniger Befragte ein wichtiges Kriterium beim Immobilienkauf (57%).
  • Eine Außenwanddämmung spielt für fast zwei Drittel der Befragten eine Rolle (63% in 2013 im Vergleich zu 58% in 2011).

Immobilieninteressenten unterschätzen die Kosten

Für die energetische Sanierung plant die Hälfte aller potentiellen Immobilienkäufer zwar Folgeinvestitionen für die energetische Sanierung ein, allerdings ...

  • kann davon fast ein Fünftel (18%) die mögliche finanzielle Belastung überhaupt nicht einschätzen,
  • rechnet über die Hälfte von ihnen (54%) mit Kosten bis maximal 30.000 Euro,
  • gehen nur 10 bzw. 6% von Sanierungskosten in Höhe von bis zu 40.000 bzw. bis zu 50.000 Euro aus, und
  • rechnet nur etwa jeder Zehnte (9,5%) mit Kosten über 50.000 Euro.

Eine umfangreiche Sanierung kann aber oft auch teurer werden, wie eine Auswertung von Interhyp zeigt: Demnach lag die durchschnittliche Höhe für Umbau- und Moder­nisierungsdarlehen im vergangenen Jahr bei rund 90.000 Euro.

Der Energieausweis fällt weiterhin durch

Die Energieeffizienz einer Immobilie ist zwar ein entscheidendes Kriterium bei der Kauf­entscheidung, aber der Energieausweis, der für Transparenz im Hinblick auf die Ener­giekosten eines Wohnobjektes sorgen soll, erhält von Kaufinteressenten schlechte No­ten:

  • Nur gut ein Zehntel der Befragten fühlt sich durch den Ausweis gut informiert (11%).
  • „Teilweise hilfreich“ lautet das Urteil von knapp der Hälfte (49%) und
  • für ein Viertel hat der Energieausweis gar keinen Mehrwert (24%).

Größter Kritikpunkt ist wie schon in den Jahren zuvor, dass der Energieausweis zwar über den Energieverbrauch vielfach aber nicht über den energetischen Zustand der Immobilie Auskunft gibt. Bemängelte das vor zwei Jahren noch jeder vierte Studien­teilnehmer, ist das inzwischen für mehr als ein Drittel (36%) Grund zur Kritik.

„Die Verschärfung der energetischen Standards müssen vor allem Kapitalanleger im Auge behalten,“ erklärt Marc Stilke, CEO von ImmobilienScout24. „Für Eigennutzer spielen vorrangig die Einsparungen von Energiekosten eine große Rolle. Immobilienin­teressenten sollten vor dem Kauf in jedem Fall einen Experten zu Rate ziehen, um Folgekosten realistisch einschätzen zu können.“

„Der energetische Zustand eines Objektes ist für Kaufinteressenten von immer größe­rer Bedeutung. Die Investitionen dafür werden aber zum Teil unterschätzt“, ergänzt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. „Was viele jedoch nicht wissen: Die Zinsen für die Finanzierung von Modernisierung und Sanierung sind derzeit sehr niedrig und der Staat hilft bei einer solchen Finanzierung oft mit zinsgünstigen Kredi­ten.“

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