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ENTRANZE: Niedrigstenergiegebäude europaweit eine Frage des Standorts

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(9.2.2014) Zur Senkung der Treibhausgasemissionen muss nicht zuletzt der Energieverbrauch für das Heizen und Kühlen von Gebäuden deutlich niedriger werden, da dieser in Indus­trieländern rund 40% des Gesamtenergieverbrauchs ausmacht. Dazu untersuchen im EU-geförderten Projekt ENTRANZE zehn europäische Projektpartner, welche Technologien sich unter Beachtung der jeweiligen Klimazone für die verschiedenen Länder eignen und wie sich diese am besten auf dem Markt durchsetzen lassen. Projektbeteiligte in Deutschland sind das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI sowie das Öko-Institut. Neben wissenschaftlichen Publikationen gibt es ein interaktives Tool so­wie einen aktuellen Podcast.

Im Projekt ENTRANZE (Policies to ENforce the TRAnsition to Nearly Zero-Energy buildings in Europe) liefern die Projektpartner unter anderem eine Datengrundlage für Niedrigstenergiegebäude, die keine Energie verschwenden und hauptsächlich erneu­erbarer Energie nutzen.

Mit welchen Technologien die KLimaziele Reduktion der Treibhausgase sowie mehr Ein­satz von Erneuerbaren am besten erreicht werden können, ist vor allem eine Frage des Standorts:

  • So amortisiert sich eine gute Wärmedämmung in Finnland schneller als in Italien,
  • während Sonnenkollektoren eher in Südeuropa sinnvoll sind.

Im Projekt ENTRANZE werden unter Einbeziehung der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen politische Maßnahmen, Gesetze und Anreize analysiert, um die Auswahl der für das jeweilige Land passenden Instrumente zur Förderung von Niedrigstenergie­gebäuden sowie Wärme- und Kältegewinnung aus erneuerbaren Energien zu unter­stützen.

„Klimaabgabe“ gemäß energetischem Gebäudezustand?

Zu den bisherigen Projektergebnissen gibt es mehrere Publikationen, darunter eine Abhandlung über Politikinstrumente für die Modernisierung von Gebäuden - von "har­ten" Regulierungsmaßnahmen über verschiedene finanzielle Förderansätze bis hin zu "sanften" Anreizsystemen. Der Autor Veit Bürger vom Öko-Institut stuft dabei die so genannte „Klimaabgabe“ als besonders innovativ und effektiv ein. Die Idee dahinter ist, dass Hauseigentümer je nach energetischem Zustand ihres Gebäudes eine in der Höhe gestaffelte Abgabe entrichten, die in ein Förderprogramm einfließt, das die Mo­dernisierung von Gebäuden auf einen vorgegebenen energetischen Mindeststandard unterstützt.

Die Politikmaßnahmen der EU-Mitgliedsstaaten zur Erhöhung der Anzahl von Niedrigst­energiegebäuden wurden von Tanja Kenkmann vom Öko-Institut dokumentiert und bewertet. Sie betont, dass mit den bisherigen Anstrengungen der EU-Staaten die energetische Qualität der Gebäude bis hin zum Niedrigstenergiegebäude nicht deutlich zu erhöhen sei und ohne weitergehende Maßnahmen die EU-Ziele nicht zu erreichen seien. Das Projekt ENTRANZE will für politische Entscheidungsträger entsprechende Handlungsempfehlungen erarbeiten.

Im Rahmen einer Literaturstudie untersuchte Jan Steinbach vom Fraunhofer-In­stitut für System- und Innovationsforschung ISI energiewirtschaftliche Simula­tionsmodelle für den Gebäudesektor Vorgestellt werden wissenschaftliche Ansätze zur Berücksichtigung des Verhaltens der Entscheidungsträger sowie von Barrieren im Ent­scheidungs- und Investitionsprozess bei der Erstellung von Energieprognosen. Auf ei­ner Konferenz in Kiew präsentierte Jan Steinbach kürz­lich die in Deutschland einge­setzten Instrumente und Erfahrungen.

Das Projekt ENTRANZE hat nicht nur Lesestoff, sondern auch interaktive Tools für Entscheidungsträger hervorgebracht - mit dem von der End Use Efficiency Research Group vom Politecnico di Milano können Marktteilnehmer, Politikentscheider und Exper­ten beispielsweise den Effekt von verschiedenen Maßnahmen für unterschiedliche Ge­bäudetypen prognostizieren. Durch die Einbeziehung unter anderem der Klimazone, verschiedener Energiepreis-Szenarien und unterschiedlicher Generationen erneuerba­rer Energien ergibt sich eine umfangreiche Datengrundlage für die Auswahl kostenop­timaler Lösungen für Niedrigstenergiehäuser in Europa:


entranze.eu/tools/interactive-data-tool
(Bild vergrößern)

Weiterhin wurde von der Fraunhofer-Gesellschaft ein Podcast über ENTRANZE produ­ziert, in dem unter anderem der Politikberatungsprozess in neun europäischen Ländern beleuchtet wird.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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