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Kommunen könnten Brachen und Baulücken besser nutzen - wären sie bekannt

(13.4.2014) Würden Kommunen alle Brachflächen und Baulücken in ihrem Einzugsge­biet kennen und nutzen, müssten sie deutlich weniger zusätzliche Fläche auf der „grü­nen Wiese“ verbrauchen. Doch häufig fehlen genaue Informationen zu diesen Innen­entwicklungspotenzialen. Ein bundesweites Flächenmonitoring könnte bei der Schlie­ßung dieser Wissenslücke helfen. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwick­lung (IÖR) hat Grundlagen dafür noch im Auftrag des Bundesbauministeriums (BMUB vormals BMVBS) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) entwickelt.

Wie lassen sich also bundesweit potenzielle Flächen für die so genannte Innenent­wicklung von Städten und Gemeinden, also Brachflächen und Baulücken im Bestand der Kommunen, erheben und nutzen? Dieser Frage sind die Wissenschaftler des IÖR gemeinsam mit der Leipziger Projektgruppe Stadt + Entwicklung nachgegangen. Da­zu haben sie eine bundesweite repräsentative Online-Befragung von Städten und Gemeinden aller Größen durchgeführt.

Auf Basis der repräsentativen Befragung von 451 Städten und Gemeinden (rund vier Prozent aller deutschen Kommunen) wurden erstmals statistisch belastbare Hochrech­nungen zu den vorhandenen Flächenpotenzialen in ganz Deutschland möglich. Das Er­gebnis:

  • Mindestens 120.000 Hektar Brachflächen und Baulücken gibt es in deutschen Städten und Gemeinden. Dies entspricht rund 15 Quadratmetern pro Einwohner.
  • Dem steht ein Flächenverbrauch von jährlich etwa 3,5 Quadratmeter pro Ein­wohner gegenüber. Um diese Fläche erweitern deutsche Kommunen jedes Jahr ihre Siedlungs- und Verkehrsfläche in Richtung „grüne Wiese“ - siehe auch Bei­trag „Siedlungs- und Verkehrsfläche wächst täglich um 74 Hektar“ vom 10.10.2013

 „Würden die Kommunen ihre Innenentwicklungspotenziale kennen und nutzen, müss­ten rein rechnerisch in den nächsten vier Jahren keine neuen Flächen am Stadtrand versiegelt werden“, erläutert Projektleiter Dr. Georg Schiller.

Das Potenzial an Flächen im Bestand ist unter Umständen sogar noch höher. Denn die Untersuchungen haben gezeigt, dass der Umfang vorhandener Flächen von den Kom­munen häufig unterschätzt wird - vor allem dann, wenn sie selbst nur auf Schätzwer­te zu ihren freien Flächen zurückgreifen können. Dies war in 70 Prozent der befragten Städte und Gemeinden der Fall.

Aktuell erhebt nur etwa ein Drittel aller Kommunen in Deutschland seine Innenentwick­lungspotenziale systematisch. Außerdem gibt es hier deutliche Unterschiede zwischen Ost (20%) und West (40%) sowie Landgemeinden (25%) und Großstädten (bis zu 100%):

Gerade in kleinen Kommunen aber schlummert ein großes Potenzial: Mehr als ein Vier­tel der in der Untersuchung erfassten Brachflächen und Baulücken lag demnach in Ge­meinden unter 5.000 Einwohner. „Doch gerade die kleinen Gemeinden tun sich beson­ders schwer mit der systematischen Erfassung ihrer Innenentwicklungspotenziale“, so Schiller. „Sie scheuen den hohen Personal- und Kostenaufwand, den es braucht, um vor allem die Erfassung kleinteiliger Baulücken zu stemmen - und diese Baulücken stel­len mit 56 Prozent den größeren Teil der Flächenpotenziale.“

Die Wissenschaftler des IÖR kommen zu dem Schluss: Sollen Kommunen sich künftig nachhaltig entwickeln, informiert und transparent planen und handeln, dann müssen sie auf genaue Informationen zu ihren Flächenpotenzialen zurückgreifen können. Ent­sprechend müssten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Kommunen erlau­ben, nötige Grundlagen für ihre Planungen zu erstellen und zu nutzen. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist ein bundesweites Flächenmonitoring aktuell nur durch eine Be­fragung der Kommunen, wie sie im Projekt durchgeführt wurde, möglich. „Es hat sich gezeigt, dass sich auf diesem Wege für ganz Deutschland Aussagen zu Innenentwick­lungspotenzialen und auch zu regionalen Unterschieden treffen lassen“, erklärt Georg Schiller. Um Informationen über Veränderungen erfassen zu könne, müssten die Befra­gungen regelmäßig wiederholt werden. Auf dieser Grundlage ließen sich statistisch be­lastbare Aussagen generieren, und politische Diskussionen zur flächensparenden Sied­lungspolitik könnten daran unmittelbar anknüpfen.

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