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Machbarkeitsstudie „Vertikaler Garten am Palmengarten Frankfurt“ (fast) abgeschlossen

(16.6.2014) Dr. Matthias Jenny, Direktor Palmengarten Frankfurt a.M., und Dr. Gunter Mann, Präsident der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB), haben am 20. Mai auf einer Pressekonferenz die Machbarkeitsstudie „Vertikaler Garten am Palmen­garten Frankfurt“ nach einem Jahr Laufzeit abgeschlossen und den Gewinner verkün­det.


Die Initialzündung zur Machbarkeitsstudie gaben die Initiative „Stadtgrün“ und ein Vortrag des bekannten Fassadenbegrüners Patrick Blanc im September 2009. Damals wurde die Idee geboren, die teilweise schon bestehende und noch geplante, insge­samt etwa 500 Meter lange und fast drei Meter hohe Lärmschutzwand am Palmengar­ten zu begrünen (siehe Google-Maps). Berechtigte Bedenken von Seiten des Palmengartens waren, ob es schon Begrünungssysteme und die dazu passende Pflanzenauswahl gibt, die mit den klimatischen Bedingungen in Deutschland mit den frostig-kalten Wintern zurecht kom­men. So kam es zur Idee einer Machbarkeitsstudie.

Die Projektleitung der Machbarkeitsstudie oblag dem Palmengarten, der die Fachver­einigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB) um Unterstützung bat, um sowohl das Kon­zept zu erarbeiten als auch die Auswahl der teilnehmenden Firmen zu treffen. Vier FBB-Mitglieds-Unternehmen stellten sich dem vergleichenden Wettbewerb an der be­reits bestehenden Lärmschutzwand an der Miquelallee. Dabei waren die Firmen Opti­grün international AG, Vertiko GmbH, Schadenberg combi groen und Humko. Jede Fir­ma begrünte vor einem Jahr 12 m² Lärmschutzwand und übergab diese am 22. Mai 2013 dem Personal des Palmengartens zur weiteren Betreuung- siehe auch Baulinks-Beitrag dazu vom 29.5.2013

Wissenschaftlich begleitet wurde die Studie durch die Hochschu­le Geisenheim Uni­versity unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Stephan Roth-Kleyer, der mit seinem Team die begrünten Wände monatlich genau unter die Lupe nahm. Dabei wurden die Daten zur Vegetationsentwicklung (Bedeckung, Vitalität, Blühaspekt) ermittelt und mit den Daten zu Pflege, Wartung, Wasserverbrauch und Herstellkosten in einem Be­wertungsschlüssel zusammengefasst.


Hauptaugenmerk der Bewertung lag bei der Vegetation, doch auch die Herstell- und Pflegekosten spielten eine nicht unerhebliche Rolle. Da die beteiligten Unternehmen nach der Übergabe vor einem Jahr nicht mehr selbst an ihre Wände durften und auch bei der Bewässerungstechnik nur wenig Spielraum hatten, konnten Fehleinschätzun­gen bei Pflanzenauswahl oder Wasserverbrauch nicht nachgebessert und Pflanzenaus­fälle nicht kompensiert werden:

  • Als Gewinner der Machbarkeitsstudie wurde die Vertiko GmbH aus Kirchzarten verkündet. Die begrünte Wand von Vertiko konnte sowohl bei der Pflanzenaus­wahl und Vegetationsentwicklung als auch bei den Kostenfragen überzeugen.
  • Im Mittelfeld der Wertung lagen die Fimen Schadenberg und Optigrün - etwas weiter abgeschlagen die Firma Humko.

Doch wie FBB-Präsident Dr. Gunter Mann ist sich sicher, dass „es eigentlich nur Ge­winner gibt, weil die vormals unbegrünte Wand nun begrünt ist und die teilnehmenden Unternehmen wie auch der Palmengarten wichtige Erkenntnisse zu den Begrünungs­systemen gewonnen haben.“

Dr. Matthias Jenny bedankte sich bei den Teilnehmern, gratulierte der Firma Vertico und verkündete die Fortsetzung der Studie mit dem Gewinnersystem, um den noch fehlenden Aspekt der Winterhärte zu prüfen. Und das war auch der einzige Wermuts­tropfen der Studie, die aufgrund des zu milden Winters, nicht wirklich ermitteln konn­te, ob die gezeigten Begrünungssysteme auch unbeschadet durch einen härteren Winter kommen. Konrad Ben Köthner, Mitglied der Prüfungskommission, schlug des­halb sogar vor, alle vier Begrünungsflächen zumindest über den kommenden Winter hängen zu lassen und die Untersuchungen fortzuführen.


Zur Frage, wann und in welchem Umfang nun die Lärmschutzwand begrünt werden soll, äußerte sich Jenny dahingehend, dass darüber im nächsten Schritt der Stiftungs­ausschuss des Palmengartens zu beraten hätte und dass zudem erst einmal die not­wendigen Gelder bereit gestellt werden müssten.

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