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Energieeffizienzlabel für Warmwassergeräte

(22.7.2014; zuletzt am 17.6.2016 überarbeitet.) Das Energie­ef­fizienzlabel regelt europaweit die Effizienzkennzeichnung von energierelevanten Produkten (Ener­gy related products = ErP). Die Kennzeichnung ist bereits von Haushaltsgeräten wie Kühl­schränken oder Fernsehern bekannt. Seit dem 26. September 2015 sind sie auch bei Warmwasser­geräten Pflicht. Alle Her­stel­ler müssen seitdem ihre Produkte mit einem standardisierten Energielabel kennzeichnen. Das Label enthält verschiedene Informationen zum Gerät und soll den Verbraucher bei einer umweltbewussten Kaufent­scheidung unterstützen.

Im Vergleich der verschiedenen Warmwassersysteme werden bedarfsgerechte Durchlauferhitzer aktuell mit der besten Ener­gieeffizienzklasse A eingestuft. Das liegt daran, dass Durch­lauferhitzer im Gegensatz zu Speichersystemen nur dann Ener­gie verbrauchen, wenn warmes Wasser tatsächlich gezapft wird. Es wird keine Energie für das Speichern von warmem Wasser aufgewendet.

Aber nicht nur die Energieeffizienzklasse sollte maßgeblich für eine Kaufentscheidung sein, sondern auch zusätzliche Detail­informationen auf dem Label, denn auch innerhalb einer Effizienzklasse gibt es Unter­schiede im Energieverbrauch. Deshalb ist es wichtig, alle Elemente auf dem Energie­label richtig deuten und bei einer Kaufentscheidung berücksichtigen zu können:

 Zapfprofil

Bei der Entscheidung für ein Gerät ist der Anwendungszweck maßgeblich. Dieser wird mit dem Zapfprofil visualisiert:

  • Zum Beispiel reicht am Handwaschbecken ein Wasserdurchfluss von 2 Litern pro Minute völlig aus. Hier ist ein Klein-Durchlauferhitzer mit dem kleinen Zapf­profil XXS die richtige Wahl.
  • Zur Versorgung einer Küchenspüle benötigt man ein Gerät mit dem nächst­größeren Zapfprofil XS, beispielsweise einen Kompakt-Durchlauferhitzer, der 5 Liter Wasser pro Minute erhitzt.
  • Zur Versorgung von mehreren Zapfstellen im Bad oder in einer Wohnung ist ein großer Durchlauferhitzer mit einem Wasserdurchfluss von 10 bis 15 Litern pro Minute notwendig. Diese Geräte haben das Zapfprofil S.
  • Große Speicher, die mehrere Wohnungen versorgen können, haben entspre­chend größere Zapfprofile von L bis XXL.

Jedoch ist es nicht energieeffizient, ständig viel Wasser zu erhitzen, wenn nur wenig benötigt wird. Darum ist die Wahl des optimalen Warmwassergerätes für den jeweili­gen Bedarf wichtig.

 Energieeffizienzklasse

Das neue Energieeffizienzlabel ist optisch an das bekannte Farbbalken-Etikett von Haushaltsgeräten angepasst. Die Einteilung der sieben Effizienzklassen erfolgt auch hier nach dem Ampel-System, wobei ein grüner Farbbalken für die beste Effizienzklas­se A und ein roter Farbbalken für die schlechteste Effizienzklasse G steht. Die Platzie­rung des schwarzen Pfeils neben einem Farbbalken gibt die entsprechende Effizienz­klasse des jeweiligen Gerätes an.

 Geräuschpegel

Ein weiteres Kriterium beim Gerätekauf ist der Geräuschpegel. In einem sehr ruhigen Zimmer können am Ohr des Menschen etwa 25 Dezibel (dB) Schallpegel gemessen werden, bei einer normalen Unterhaltung in einem Meter Abstand etwa 50 dB. Durch­lauferhitzer erzeugen keine nennenswerten Schallpegel (15 dB), daher kann die Ge­räuschentwicklung vernachlässigt werden. Bei Pumpensystemen (z.B. Wärmepumpen) ist diese Angabe jedoch ein echtes Kaufkriterium.

 Energieverbrauch

Noch wichtiger als die Effizienzklasse ist der jährliche Energieverbrauch. Elektronische und hydraulische Durchlauferhitzer erhalten voraussichtlich beide die sehr gute Effi­zienzklasse A. In der Realität spart ein elektronischer Durchlauferhitzer jedoch bis zu 30% Energie gegenüber einem hydraulischen Modell, da er seine Leis­tungsaufnahme und damit den Energieverbrauch der abgefragten Warmwassermenge und -temperatur automatisch anpasst. Es lohnt sich also, den Energiebedarf der Geräte genau zu prü­fen und zu vergleichen.

 Nachtstromnutzung

Nachts verbrauchen Haushalte und Industrie weniger Strom als am Tage. Um Kraft­werke dennoch gleichmäßiger auszulasten, wurden in den 70er Jahren so genannte Nachtstrom-Tarife eingeführt. In den letzten Jahren mussten Kunden jedoch enorme Preissteigerungen hinnehmen und der Abstand zum „Normaltarif“ ist längst nicht mehr so groß. Das Uhrensymbol auf dem Energielabel zeigt an, ob bei dem jeweiligen Gerät eine Nachtstromnutzung möglich ist.

Fazit

Die neuen Energielabel für Warmwassergeräte belegen, dass der Einsatz von bedarfs­gerechten Durchlauferhitzern die derzeit energieeffizienteste Warmwassertechnik ist. Um sich jedoch für das richtige Gerät zu entscheiden, ist die Energieeffizienzklasse A allein wenig aussagekräftig. Der Kunde muss sich vor allem das Zapfprofil und den jährliche Energieverbrauch anschauen, um die richtige Wahl zu treffen.

Weitere Informationen zu dezentralen Warmwassergeräten können per E-Mail an Clage angefordert werden; und weiterhin aktuell „Clage-Broschüre: Energieeffi­zienz in der modernen Warmwasserversorgung“.

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