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Fenster- und Türenbranche reduziert Prognose für 2014


  

(29.10.2014) Der Fensterabsatz des laufenden Jahres wird wohl mit einem Plus von rund 2,7% abgeschlossen werden können; das bedeutet rund 13,5 Millionen vermarktete Fens­tereinheiten und liegt unter dem noch im März prognostizier­ten Wert von plus 4,7%. Begründet wird die korrigierte Prog­nose mit dem Nachlassen ...

  • der Neubautätigkeit (Prognose März: +8%; Prognose aktuell: +2,9%) und
  • der energetischen Modernisierung (Prognose März +2,7%; Prognose aktuell +2,5%).

Auch 2015 könnte der Markt in Deutschland - gemessen an der Anzahl der tatsächlich eingebauten Fenster - mit plus 3% moderat zulegen; das entspräche in etwa 13,9 Millionen Fens­tereinheiten. Die Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass sich der Bereich der energetischen Modernisierung 2015 nicht weiter rückläufig entwi­ckelt. U.a. zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuellen Studie, die die vier führenden Branchenverbände zusammen mit Heinze erstellt haben.

  • Für 2015 wird in den Bausegmenten Neubau, Renovierung und Wohnbau mit stabilen Zuwächsen gerechnet.
  • Der Bereich Nichtwohnbau wird sich minimal negativ entwickeln, befindet sich aber weiterhin auf stabilem Niveau.
  • 60,3% aller produzierten Fenster werden 2015 voraussichtlich für die Renovie­rung beziehungsweise energetische Sanierung des Gebäudebestandes verwen­et, das Marktvolumen steigert sich in diesem Bereich allerdings nur unterdurch­schnittlich um 2,7%.
  • Die Zahl der im Neubau eingesetzten Fenster steigt mit plus 3,5% deutlicher und erreicht damit einen Marktanteil von 39,7%.

Zwei Drittel Wohnungsbau, ein Drittel Nichtwohnbau

Zusätzlich zur Analyse der Bereiche Renovierung und Neubau bietet die Branchen­studie auch Informationen über die prozentuale Verteilung der Fenster im Wohn- und Nichtwohnbau. Da für 2015 ein Anstieg der Wohnbauaktivitäten um 4,7% sowie eine sich abschwächende Entwicklung des Nichtwohnbaus von -0,3% prognostiziert wer­den, sind in 2015 leichte Anteilsverlagerungen zu erwarten:

  • 66,6% der verkauften Fenster werden 2015 im Wohnbau verbaut (2014: 65,4%), vor allem im Mehrfamilienhausbau sind die höchsten Zuwachsraten zu erwarten.
  • Der Nichtwohnbau kommt auf nur noch 33,4%, nach 34,6% in 2014.

Die Geschäftsführer der Verbände erwarten mit Spannung den für den 3. Dezember 2014 angekündigten Kabinettsbeschluss zum „Aktionsplan für Energie und Klima“: „Die in dem Aktionsplan genannten Maßnahmen für die energetische Gebäudemodernisie­rung werden richtungsweisend für die weitere Entwicklung der Fenster- und Türen­branche sein“, so die Verbandsgeschäftsführer.

Fast 60% Kunststofffenster

Bei den Rahmenmaterialien liegt der Anteil der Holzfenster 2015 voraussichtlich bei 15,2%. „Beim Absatz von Holz-Metall-Konstruktionen erwarten die Verbände ebenfalls einen ordentlichen Marktanteil von rund 8,9% - erstmalig seit einigen Jahren wachsen der Anteil der Holzfenster und der Anteil der Holz-Metallfenster gleichzeitig“, erklärt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF).

Der Marktanteil der Metallfenster liegt hochgerechnet bei rund 17,7%. Aufgrund der in den letzten Jahren eher unterdurchschnittlichen Entwicklung im Nichtwohnbau ist deren Marktvolumen annähernd konstant geblieben.

Kunststofffenster werden ihren hohen Marktanteil auch 2015 behaupten. Mit einem Wachstum in Höhe des Gesamtmarktes wird deren Anteil im nächsten Jahr bei voraus­sichtlich rund 58,1% liegen. „Kunststofffenster sind sowohl bei der Sanierung des Ge­bäudebestandes als auch im Wohnungsneubau gefragt“, so Ralf Olsen, Geschäftsfüh­rer des pro-K Industrieverbandes Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. aus Frankfurt am Main.

1,4 Millionen Außentüren mit Potential nach oben

Der Absatz von Außentüren entwickelt sich ebenfalls recht positiv: „2015 werden in Deutschland rund 1,4 Millionen Außentüren verkauft, was einer deutlichen Steigerung um rund 3,6% im Vergleich zum Vorjahr entspräche und auf den höheren Anteil im Wohnbau zurückzuführen ist“, sagt der Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie (Velbert), Stephan Schmidt. Die größten Steigerungsraten in den Bausegmenten schafft der Neubau mit 5,6%, der Renovierungssektor legt um 2,7% zu, der Wohnbau gewinnt 4,5% und der Nichtwohnbau schafft plus 0,3%. Mit Blick über alle Rahmenmaterialien hinweg wird mit Zuwächsen zwischen 2,9% und 4,1% gerechnet, die Marktanteile bleiben relativ konstant:

  • Kunststofftüren behaupten sich mit 32,8% knapp.
  • Türen aus Aluminium befinden sich aber mit einem Marktanteil von 32,2% auf Augenhöhe.
  • Jede vierte Außentür (25,5%) wird 2015 aus Holz gefertigt.
  • Sonstige Rahmenmaterialien finden bei 9,4% der Verwender ihren Einsatz.

„Erhebliche Eintrübung“

„Die konjunkturellen Aussichten für Deutschland haben sich in den vergangenen Wo­chen erheblich eingetrübt. Wie das kommende Jahr letztendlich wird, hängt nicht zu­letzt von den Aussagen der Bundesregierung zu den zukünftigen Parametern bei der energetischen Modernisierung und der weiteren Entwicklung in der Ukraine und im Na­hen Osten sowie in Nordafrika ab. Wir dürfen gespannt sein, welche Impulse für den Modernisierungsmarkt sich daraus ergeben“, so die Verbandsgeschäftsführer ab­schließend.

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