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Ausgezeichnet: Wie ein Unternehmen durch Heizungssanierung rund 65% Energiekosten spart

(25.11.2014) Reiners + Fürst ist eines der international führen­den Unternehmen im Textilmaschinenbau. Durch die aktuelle Heizungssanierung am Stammsitz in Mönchengladbach erziel­te das Unternehmen eine Energie- und Kosteneinsparung von 65% - und wurde dafür mit dem Energy Masters Award ausge­zeichnet. Das Erfolgsgeheimnis: Die Verbindung aller vorhande­nen Wärmeströme aus Hallenheizung, Härteöfen und Druckluft in einem integrierten H.Y.B.R.I.D. System.

Am Anfang standen überhöhte Heizkosten

Das Firmengelände von Reiners + Fürst in Mönchengladbach umfasst fünf Hallen mit 6.300 m² Gesamtfläche und ein Ver­waltungsgebäude. Alle Gebäude wurden seit den 80er Jahren über zwei Ölfeuerungsanlagen beheizt. In den Wintermonaten wurden täglich bis zu 1.000 Liter Heizöl verfeuert. Zudem wur­de die Anlage zunehmend unzuverlässig. Eine Neuinvestition war schließlich unaus­weichlich.

„Wir haben die Frage ‚Was ist die perfekte Hallenheizung für uns?’ in grundsätzliche Überlegungen rund um das Energiesparen eingebunden“, erklärt Benjamin Reiners, der in vierter Generation die Geschäfte bei Reiners + Fürst leitet.

Eine Energieberatung bilanzierte im Rahmen der Initiative „Energieeffizienz im Mittel­stand“ den gesamten Wärmefluss im Unternehmen. Der erarbeitete Anforderungska­talog sah schließlich vor ...

  • die Reduktion von Energieverbrauch und -kosten,
  • die Zusammenführung der Energieströme,
  • die maximale Nutzung der Abwärme und
  • eine Amortisationszeit von 5 bis 6 Jahren.

Das Ziel war, die Wärme dort aufzunehmen, wo sie im Prozess entsteht, eventuell zwischenzuspeichern und dorthin zu transportieren, wo sie gebraucht wird. Heraus­forderungen, denen Kübler mit dem System H.Y.B.R.I.D. begegnete. Das mehrfach ausgezeichnete Hallenheizungssystem mit integrierter Restwärmenutzung (siehe z.B. Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2012) ersetzt bei Reiners + Fürst jetzt die alte Warm­luftheizung.

Das Wärmeprinzip der Sonne ist hoch effizient

Installiert wurden Heizungen aus der Serie OPTIMA plus 25, ergänzt um einige Stan­dardgeräte Typ AR 40. Ähnlich wie das Wärmeprinzip der Sonne ermöglichen die In­frarotheizungen von Kübler in Produktion und Lager angenehme Arbeitsbedingungen und gleichmäßige Temperaturen ohne Zugerscheinungen - je nach Wunsch der Mitar­beiter zwischen 18 und 22°C. Die hoch wirtschaftlichen Heizungen berücksichtigen die Wärmeströme, die durch den Produktionsprozess entstehen. Sie produzieren so nur die Wärme, die im Gebäude tatsächlich benötigt wird.

Die neue Heizungsanlage integriert auch Prozesswärme

Die Infrarot-Hallenheizungen sind mit einer wärmeisolierten Sammelabgasanlage versehen, die die Anzahl der notwendi­gen Dachdurchbrüche minimiert und die Abwärme der Hallen­heizungen der Restwärmenutzung zuführt. Zwei Wärmetau­scher des Typs O.P.U.S.X 400 kommen hier zum Einsatz. Um auch die Prozesswärme aus der Produktion nutzen zu können, wurden die Druckluft-Kompressoren und die Härteöfen (Bild rechts) ebenfalls mit Wärmetauschern versehen. Die aus der Abwärme gewonnene Energie wird in zwei Pufferspeichern zu­sammengefasst. Sie deckt den Wärmebedarf der 1.200 m² umfassenden Bürofläche vollständig ab. Lediglich um die pro­duktionsfreien Tage, z.B. an Weihnachten, abzusichern, ist vorsorglich eine Gastherme im Keller installiert.

Smarte Steuerung optimiert den Energieeinsatz

Gesteuert wird die gesamte Anlage durch das Ressourcen optimierende Steuerungs­system R.O.S.S.Y. Es erlaubt, die definierten Heizzonen via PC jeweils einzeln schnell und einfach zu regeln. Dabei bestimmt R.O.S.S.Y selbstständig die optimalen Ein- und Ausschaltzeitpunkte und fährt die Heizungen je nach Schichtbetrieb, Wochenend- und Ferienzeiten auf maximal effizientem Leistungsniveau. Ergänzt wird R.O.S.S.Y bei Reiners + Fürst durch Zusatzmodule wie ParkOff, das die Heizungen automatisch ab­schaltet, sobald sie von Kränen verschattet werden. Die optimierte Steuerung des Gesamtsystems leistet einen weiteren Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauchs bei Reiners + Fürst.

Punktlandung trotz schwieriger Bedingungen

Eine besondere Herausforderung bei der Planung war es, die verschiedenen Wärme­ströme über lange Strecken und unterschiedliche Fertigungsbereiche wie Stahlläufer­fertigung, Schlosserei, Versand, Ringfertigung schließlich an einem Ort zusammenzu­fassen. Zudem mussten die Umbaumaßnahmen bei laufendem Betrieb durchgeführt werden, um Unterbrechungen der Produktion zu vermeiden. Durch gutes Projektma­nagement und enge Zusammenarbeit zwischen Reiners + Fürst und Kübler wurden diese Herausforderungen gemeinsam gemeistert.

Nachhaltige Ergebnisse

„Da kann man nur zufrieden sein“, lautet das Fazit von Benjamin Reiners. Seit Inbe­triebnahme 2011 wurden die Heizkosten von zuvor 71.500 Euro nachhaltig auf rund 25.000 Euro p.a. gesenkt. Aber auch in anderen Punkten haben sich die Erwartungen erfüllt. „Das Arbeitsklima ist sehr angenehm“, sagt Benjamin Reiners. Auch die Mitar­beiter, anfangs skeptisch, seien begeistert. Die klimatischen Bedingungen in der Halle wurden verbessert. Das Raumklima ist nicht mehr überhitzt und es gibt keinen stören­den Luftzug.

Reiners + Fürst gewinnt einen Energy Masters Award

Vor hochrangigem Publikum aus namhaften Großunternehmen wurde am 1. Juli 2014 im Rahmen des Energy Masters Dialogs auf dem Petersberg bei Bonn der Energy Masters Award ver­liehen. Gewinner in der Kategorie Gebäude ist das Mönchen­gladbacher Unternehmen Reiners + Fürst.

Für's Hintergrundwissen: Der Energy Masters Award wurde im Rahmen des Energy Masters Dialogs 2014 zum fünften Mal in den vier Kategorien Gebäude, Energiemanagement, Energie­versorgung und Gesamtkonzept verliehen. Unabhängig von Projektgrößen bewertet die Jury Konzept, Innovationsgrad, Umsetzung, Nachhaltigkeit und erzielte Ergebnisse. Der Ener­gy Masters Dialog ist eine Wissens- und Networkingplattform für Manager energieintensiver Branchen, Lösungsanbieter im Bereich industrieller Ener­gieeffizienz sowie unabhängige Experten und Wissenschaftler.

Weitere Informationen zu Hallenheizungen können per E-Mail an Kübler angefordert werden.

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