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IG Bau: Kappung der Absetzbarkeit von Handwerksleistungen begünstigt Schwarzarbeit

(7.12.2014) Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) lehnt die im Rah­men des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) geplante Beschneidung der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerksleistungen entschieden ab: Das Ziel, die Schwarzarbeit zu bekämpfen, werde verwässert, kritisiert die Baugewerkschaft.

Zur Erinnerung: Konnten bislang auch kleine Beträge steuerlich abgesetzt werden, soll künftig nur noch eine Steuerschuld von 300 bis 1.200 Euro abzugsfähig sein, was ei­ner Rechnungssumme von mindestens 1.500 bis 6.000 Euro entspricht. Damit will man wohl den bürokratischen Aufwand bei der Abwicklung von kleinen Rechnungsbeträgen eindämmen. Zugleich lenkt die Regierung damit das verfügbare Geld in Richtung hoch­wertigerer Maßnahmen (siehe auch Baulinks-Beitrag „Stimmen zum Nationalen Aktions­plan Energieeffizienz nach dem Kabinettbeschluss“ vom 3.12.2014).

„Wer die Neureglung mit der damit verbundenen Bürokratie begründet, muss sich nicht wundern, wenn dies von den Bürgern als Aufforderung zur Schwarzarbeit verstanden wird, nach dem Motto: Wenn Kleinbeträge dem Finanzamt zu viel Arbeit machen, neh­men wir ihnen doch die Last ab und erledigen die Reparatur gleich ohne Rechnung“, erwartet der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feigerm und er fügt hinzu: „Am Ende wird diese Regelung Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wohl mehr kosten als er einspart.“ Das Vorhaben sei außerdem unsozial, denn vor allem Familien mit wenig Ein­kommen seien von der Kappung des Steuerbonus für Kleinreparaturen betroffen: „Für große Renovierungen fehlt diesen Haushalten das Geld. Sie lassen nur das Notwen­digste ausbessern und bleiben meist unter der 300-Euro-Grenze. Reiche können da­gegen leicht die Handwerkerrechnung über diesen Sockel treiben und so unter dem Strich billiger wegkommen“, sagte Feiger.

Völlig unverständlich ist für die IG BAU der konstruierte Zusammenhang der Kürzung mit weiteren Anreizen zur energetischen Gebäudesanierung. „Der Ausbau des Klima­schutzes ist wichtig und zu recht ein erklärtes Ziel der Großen Koalition. Die Energie­effizienz muss energisch vorangetrieben werden, damit wir das Ziel erreichen, die CO₂-Emissionen 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Ausstoß 1990 zu drücken“, so Feiger. „Steuerliche Anreize sind dafür ein Weg. Diese dürfen aber nicht - wie jetzt geplant - durch reine Taschenspielertricks finanziert werden. Davon hat keiner et­was.“

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