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Das erste zum Plus-Energie-Haus sanierte Geschäftshaus Deutschlands steht in Bottrop

(3.6.2015) In der Bottroper Fußgängerzone steht wohl das erste sanierte Geschäfts­haus Deutschlands, das als Plus-Energie-Haus gelten kann (siehe Google-Maps und/oder Bing-Maps). Das vom Büro Helmke geplante Gebäude will nicht nur durch sein Energiekonzept mit jeweils einem „Plan B“ für Strom und Wärme überzeugen, sondern auch durch seine wellenförmigen Stahl-Fassadenelemente, deren Oberfläche an Eis­blumen erinnert. Das architektonische Konzept für den Vorzeige-Altbau im Bottroper Zentrum wurde nun Wettbewerbssieger im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts „InnovationCity Ruhr“.


alle Fotos: ThyssenKrupp Steel Europe AG

Die energetische Sanierung umfasste so ziemlich alle Bereiche: So wurde das gesamte Gebäude mit Polyurethan (PU) gedämmt, das der Projektpartner Bayer MaterialScience im Rahmen seines EcoCommercial Building Programs (ECB) zur Verfügung gestellt hat. 108 Photovoltaik-Module versorgen das Haus mit Strom, überschüssige Energie wird in Akkus gespeichert. „Was die Stromversorgung angeht, ist das Haus damit autark“, sagt Anna Vering, die leitende Architektin des Architekturbüros. Sollte die Solarener­gie dennoch einmal nicht ausreichen, wird Ökostrom bezogen, der zu hundert Prozent aus Wasserkraft gewonnen wird.

Hinsichtlich der Wärme- und Klimatechnik hat man sich für Erdwärmetechnik mit zwei Erdbohrungen - je hundert Meter tief - entschieden. Die Raumtemperierung erfolgt über Heiz- bzw. Kühldecken. Ähnlich wie beim Strom haben die Architek­ten einen „Plan B“ in petto: Für den Fall, dass Wärmepumpe nicht effizient Wärme erzeugen kann, ist das Haus an das Fernwärmesystem angeschlossen. Dreifach verglaste Fenster und eine Lüftungsanlage mit 90-prozentiger Wärmerückgewin­nung tragen ferner zur Energieeffizienz bei. „Das Gebäude ist ein Vorzeigeobjekt“, erläutert Vering. „Wir wollen andere Ar­chitekten und Bauherren dazu anspornen, Altbauten energe­tisch zu sanieren.“

Wellenförmige Fassade mit Eisblumen-Optik

Die Besonderheit des Gebäudes spiegelt sich auch in der wel­lenförmig Fassade wider: „Wir haben ein Material gesucht, mit dem wir diese Wellen realisieren können - und das zudem eine Oberfläche hat, die etwas Besonderes ist“, erklärt Vering. Ein weiterer Anspruch an das Material: Es sollte sich in seiner Struktur und Fertigkeit harmonisch in das Straßenbild einfügen – und zudem ökologisch sein.


Mit Pladur Relief iceCrystal von ThyssenKrupp Steel Europe haben die Architekten nach ihrer Ansicht ein solches Material gefunden: Flachstahl, dessen Oberfläche wie von Eisblumen überzogen scheint - und das daher den Namen iceCrystal trägt. Bislang wurde der Baustoff vor allem im Industriebau als hinterlüftete Fassade eingesetzt, die Verwendung im hochwertigen Geschossbau ist eine Premiere. Die Oberfläche gilt als kratzfest, schmutzabweisend und sollte durch die Verzinkung sowie die organische Be­schichtung wirkungsvoll vor Korrosion geschützt sein. Außerdem ist das Material ohne Qualitätsverlust recycelbar. Und wie das Bottroper Geschäftshaus anschaulich demon­striert, lässt sich das 1,25 mm dicke Stahlblech biegen, ziehen und kannten sowie profilieren, stanzen, fügen und verkleben.

Wettbewerb Innovation City

Das Konzept der Sanierung überzeugte auch die Jury der Initiative InnovationCity Ruhr. „Unser Konzept in der Hansastraße gewann den Wettbewerb im Bereich der Ge­schäftshäuser“, freut sich Vering. „Wir haben auch stark mit Innovation City zusam­mengearbeitet.“ Das Ziel der Initiative: Sie soll einen klimagerechten Stadtumbau vo­rantreiben und den Industriestandort Bottrop gleichzeitig sanieren. Konkret heißt das: Die CO₂-Emissionen sollen um 50% sinken, die Lebensqualität steigen. Dazu werden seit dem Jahr 2010 innovative Ideen und Lösungen entwickelt, um den Herausforde­rungen des Klima- und Strukturwandels im städtischen Raum zu begegnen. Über 200 Einzelprojekte konnten bereits initiiert werden.

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