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Alters- und behindertengerechte Elektroinstallation in der „Ermündigungswohnung“

(12.8.2015) Für den Berliner Planer Sebastian Busch (45) war es eine ganz spezielle Herausforderung. Es galt, eine Wohnung zu konzipieren, die auf rund 140 m² das gan­ze Spektrum dessen zeigt, was heute im Bereich Ambient Assisted Living (AAL) mög­lich ist - und das in einem Ambiente, das auch auf den zweiten Blick nur ansatzweise ahnen lässt, welche technischen Raffinessen hier integriert wurden, um Menschen mit Behinderung oder Senioren ein komfortables Leben in den eigenen vier Wänden zu er­möglichen.


Auftraggeber der Wohnung war die Berliner OTB GmbH & Co. KG, ein auf orthopädi­sche und technische Hilfsmittel spezialisierter Gesundheitsdienstleister, der das Pro­jekt in Kooperation mit 44 Partnern aus Forschung, Industrie und Dienstleistung reali­sierte. Diese Partner integrierten in die Wohnung an die 90 den Alltag erleichternde Assistenzsysteme; einer davon ist die Busch-Jaeger Elektro GmbH.

„Ermündigung statt Entmündigung“

Das Projekt im Berliner Bezirk Marzahn wurde innerhalb von zwölf Monaten realisiert. OTB-Geschäftsführer Tiago da Silva erklärt: „Wir wollen in dieser Wohnung zeigen, wie Menschen durch innovative Technik zu bezahlbaren Preisen in die Lage versetzt werden, ihr Leben so lange wie möglich in den eige­nen vier Wänden selbst zu organisieren. Damit wenden sie ei­ne Entmündigung ab. Deshalb sprechen wir hier von unserer Ermündigungswohnung.“

Zu dem, was Busch-Jaeger beigesteuert hat, zählt das Tür­kommunikations-System Busch-Welcome, das durch ein Telefon-Gateway mit der Telefonanlage verbunden wird. Der Nutzer kann so von sei­nem Telefon aus mit dem Besucher vor der Tür Kontakt aufnehmen und daraufhin ge­gebenenfalls den Eintritt gewähren.

Des Weiteren wurden Schalter und Steckdosen der Serie fu­ture linear eingesetzt sowie die mehrfach ausgezeichnete Schuko USB-Steckdose. Das Besondere daran: USB- und Schuko-Anschluss können ohne jede Einschränkung gleichzei­tig genutzt werden - siehe rechts aus dem Baulinks-Beitrag „USB-Ladestationen als fester Bestandteil der Elektroinstalla­tion“ vom 28.10.2013.

Die in Bodennähe montierte Objektsteckdose verhindert Stolperfallen durch Stromkabel, weil sich der Stecker sofort aus der Dose löst, wenn jemand daran hängenzubleiben droht. Die Musterwohnung verfügt außerdem über die Schuko-Steckdose mit LED-Orientierungslicht steplight. Mit ihrem senkrecht nach unten gerichteten Lichtkegel beleuchtet sie in der Nacht dezent, aber effektiv den Weg ins Bad. Und für das Lösen des Steckers ohne Kraftanstrengung sorgt die Busch-Servicesteckdose. Hier drückt ein handlicher Hebel den Stecker aus der Steck­dose:

Ferner ersparen Bewegungsmelder die Suche nach dem Lichtschalter in der Dunkel­heit. Des Weiteren markieren farbig gekennzeichnete Steckdosen mit Kontrollleuchte einen Stromkreis, der per Zentralschalter ein- oder ausgeschaltet werden kann.

Zu den weiteren sinnvollen Ausstattungen der „Ermündigungswohnung“ zählt ein elek­trischer Kleiderlift, der Bekleidung platzsparend im oberen Schrankbereich verstaut und auf Knopfdruck in bequemer Griffhöhe bereitstellt. Ähnlich funktioniert ein Gardi­nenlift, der älteren oder gebrechlichen Menschen die riskante Nutzung der Leiter er­spart und die Gardinen für die Reinigung elektrisch absenkt. Praktisch für Menschen aller Altersgruppen sind beleuchtete Sockelleisten, die mit einem Funkschalter oder Bewegungsmelder gekoppelt sind und nachts den Weg ins Bad ausleuchten. Dort sorgt ein unterfahrbares Waschbecken dafür, dass auch Rollstuhlfahrer das Becken bequem benutzen können:


Kunde wählt, was für seine Situation zweckmäßig erscheint

In der Küche gibt es absenkbare Oberschränke und einen Herd mit Abschaltautomatik, der mit einem Bewegungssensor kombiniert ist. Die Heizung verfügt über eine selbst­lernende Einzelregelung, die das Verhalten des Bewohners in den einzelnen Räumen „erlernt“ und dementsprechend die Raumtemperatur anpasst. Im Bad wurden neben der barrierefreien Einrichtung auch multifunktionale Fenstergriffe montiert. Diese verfärben sich bei hoher Luftfeuchtigkeit oder senden ein Signal an den Pflegedienst, falls der Raum über mehrere Tage nicht gelüftet wird. Eine ähnliche Funktion erfüllt ein Wasserfluss-Sensor, der eine Meldung an Angehörige oder an eine Pflegezentrale aus­löst, wenn über einen längeren Zeitraum kein Wasser entnommen wird.

Professor Birgit Wilkes von der Technischen Hochschule Wildau, die die Schirmherr­schaft für das Projekt übernommen hat, erläutert den speziellen Nutzen der Muster­wohnung so: „Sie ist angelegt wie ein Supermarkt - man findet fast alle Lösungen, die heute möglich sind. Der Kunde kann sich die Produkte aussuchen, die für ihn sinnvoll und hilfreich sind.“ Nahezu alle Einbauten seien sowohl in Eigenheimen als auch in Ge­schosswohnungen nachrüstbar, ohne die Wände aufreißen zu müssen. Für Architekt Busch war zudem der ästhetische Anspruch wichtig: „Auch eine barrierefrei und be­hindertengerecht ausgestattete Wohnung muss nicht aussehen wie eine Pflegesta­tion.“

Weitere Informationen zur alters- und behindertengerechten Elektroinstallation können per E-Mail an Busch-Jaeger angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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