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Barcode-Fassade mit transluzenter Wärmedämmung für GaLaBau- und Tiefbauunternehmen

(26.9.2015) Ursprünglich hatte die aus verschiedenen Baufirmen bestehende Unter­nehmensgruppe August Fichter ihren Sitz im hessischen Dreieich. Das bald 100-jährige Familienunternehmen erwarb dann aber von der Stadt Raunheim ein 15.000 m² großes Grundstück am „Eingang“ eines jungen Gewerbegebietes für den neuen Firmensitz (siehe Google-Maps):


Nord-Ost-Fassade mit dem Haupteingang (dieses Foto und weitere - falls nicht anders angegeben: AO / Baulinks)

Fertiggestellt 2015 entstanden auf dem lang gestreckten Grundstück an einer wer­denden Allee ...

  • ein 4-geschossiges Verwaltungsgebäude,
  • ein Magazin,
  • eine Werkstatt sowie
  • der Betriebshof für die Baufahrzeuge.

Das beauftragte Architekturbüro Pauly + Fichter aus Neu-Isenburg ordnete die drei Gebäude in U-Form mit dem Rücken zur Allee an, so dass von dort aus keine Einsicht auf den Betriebshof möglich ist:



 

Die drei Obergeschosse des Verwaltungsgebäudes werden über das Treppenhaus, das sich an der Süd-West-Fassade zum Hof befindet, und über einen Aufzug erschlossen.

Im dritten OG befindet sich der Garten- und Landschaftsbau, im zweiten OG der Tief- und Straßenbau und im ersten OG die Holding der Fichter-Gruppe. In allen Oberge­schossen weitet sich der Erschließungsgang an beiden Enden zu offenen Teeküchen oder Kommunikationszonen. Diese können von der Belegschaft für Bespechungen und als Pausenbereich genutzt werden.


Eingangsbereich - Foto: Thomas Ott (Bild vergrößern)

Im Erdgeschoss erstreckt sich der Eingangsbereich über einen bis ins erste Oberge­schoss reichenden Luftraum (Bild oben). Neben Büros für die Betriebshofverwaltung befinden sich im Erdgeschoss auch die Technikräume sowie eine eigene Welt für die gewerblichen Mitarbeiter wie ein Pausen- und Aufenthaltsraum, Umkleidekabinen und Sanitärbereiche.


Foto: Thomas Ott
(Bild vergrößern)
  

Vor dem Verwaltungsgebäude auf der Nord-Ost-Seite des Grundstücks ist zudem noch ein repräsentativer Schaugarten geplant, der bei der Einfahrt in das Gewerbegebiet zu erleben sein wird. im Nord-Osten befindet sich auch der Haupteingang in das Verwaltungsgebäude (siehe Foto rechts).

Fassaden

Die Schmalseiten des als Stahlbetonkonstruktion errichteten Verwaltungsgebäudes sind nach Süd-Osten und nach Nord-Westen ausgerichtet. Die Fassadenseiten sind mit einem vor­gehängten und hinterlüfteten Blech-Fassadensystem verse­hen, das ein geschlossenes Erscheinungsbild hat.

Die beiden Längsfassaden des 4-geschossigen Gebäudes sind von einem auskragenden Rahmen aus Betonfertigteilen einge­fasst, der auch das sich über zwei Geschosse erstreckende Foyer umfasst. Anthrazitfarbene Riemen umsäumen die einzel­nen Geschosse.

Die Längsfassade im Norden ist die Hauptfassade des Gebäudes und besteht aus ver­glasten Fensterflächen und Lamberts-Profilglas unterschiedlicher Breite. Die Architek­ten stellten dazu dem Glas- und Metallbauunternehmen Metz detaillierte Zeichnungen zur Verfügung. Aus diesen geht hervor, welches Glas wo eingesetzt wird. Auf der In­nenseite der Glasschalen wurde zudem die Sonnenschutzeinlage TIMax LT von Waco­tech eingelegt, um vor sommerlicher Überhitzung zu schützen und die Innenräume mit diffusem Tageslicht zu erhellen. Neben Optik und Tageslichtnutzung stand aufgrund der Nähe zum Frankfurter Flughafen der Schallschutz im Fokus bei Auswahl und Kon­struktion der Fassade.

Das Profilglas wechselt sich mit den Fenstern ab und wirkt auf den Betrachter wie ein Barcode. Die Überlagerung des Gebäuderasters mit dem Profilglasraster sowie die ver­setzte Anordnung der Bürotrennwände in den einzelnen Geschossen ermöglicht das abwechslungsreiche, ungeordnet erscheinende Fensterspiel in der Fassade. Damit die Stützen nicht sichtbar sind, integrierte Pauly + Fichter diese in die Einbauschränke, die in allen Räumen eingebaut wurden:


Foto: Thomas Ott (Bild vergrößern)

Die Architekten haben die Nordfassade des Verwaltungsgebäudes äußerst detailliert geplant. Schneidet im Normalfall das Glasbauunternehmen das Glas auf die passende Breite zu, um zum Beispiel die letzte Lücke zum Rahmen zu verschließen, so war bei dieser Fassade die Vorgabe, kein Glas zu schneiden und überall den gleichen Fugen­abstand von 4 mm einzuhalten.

Gerne hätte man die Südfassade analog zur Nordfassade ausgeführt, was jedoch im frühen Planungsstadium durch den Energieträger Gas ausgeschlossen wurde: Um die ENEV zu erfüllen, planten die Architekten stattdessen auf der Südseite eine traditio­nelle Lochfassade mit einer vorgehängten Glasschale, die sich optisch an die Nord­fassade anlehnte (weiteres Bild):


Während des Bauprozesses wurde der Energieträger von Gas auf Fernwärme geändert. Wäre das zu Planungsbeginn bekannt gewesen, hätten die Planer auch die Südfassade mit einer Profilglasfassade mit der transluzenten Wärmedämmung von Wacotech rea­lisieren und damit die ENEV erfüllen können.

Transluzente Wärmedämmung

Die Fassade besteht aus zweischaligem Profilglas mit einer transluzenten Wärmedäm­mung. Die U-förmigen Glasbahnen des Profilglases sind in ein Rahmenprofilsystem ein­gesetzt und seitlich mit Silikon abgedichtet. Insgesamt sind ca. 516 m² der translu­zenten Wärmedämmung TIMax GL in zwei Lagen in der Nordfassade eingebaut.


Lamberts System Ug 08 Draufsicht (Bild vergrößern)

Der überwiegende Teil des Profilglases - ca. 255 m² Fassadenfläche - ist mit dem schmalsten Profil des Glasherstellers Lamberts, dem LINIT P23/60/7, ausgeführt. Dies hat eine Außenbreite von 23,2 cm. Bei ca. drei Quadratmeter Fassadenfläche kommt das Profil Lamberts LINIT P26/60/7 mit einer Außenbreite von 26,2 cm zum Einsatz.

Weitere Informationen zur transluzenten Wärmedämmung und zum Lamberts System Ug 08 können per E-Mail an Wacotech bzw. per E-Mail an Lamberts angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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