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Französisches Umweltministerium veröffentlicht Nationale Strategie für Dekarbonisierung

Frankreich
  

(24.11.2015) Das französische Umweltministerium hat die „Stratégie nationale bas-carbone“ (SNBC, Nationale Strate­gie für Dekarbonisierung) veröffentlicht. Diese konkretisiert die Maßnahmen, mit denen der französische CO₂-Verbrauch bis 2030 um 40% gesenkt werden soll.

Die SNBC ist Teil des 2015 verabschiedeten Gesetzes zur Energiewende für grünes Wachstum (Loi relative à la transi­tion énergétique pour la croissance verte). Darin wurde u.a. beschlossen, die CO₂-Emissionen im Vergleich zu 1990 ...

  • bis 2030 um 40% und
  • bis 2050 um 75% zu senken.

Frankreich zeichnet sich laut eigenem Umweltministerium bereits heute durch eine der niedrigsten Pro-Kopf-CO₂-Emissionen der Industrienationen aus. Um den Ausstoß wei­ter zu senken, wurden nun die SNBC sowie die „Kohlenstoffbudgets“ („budgets car­bone“) beschlossen, die in Fünf-Jahres-Schritten Ziele bis 2028 vorgeben. Die „Koh­lenstoffbudgets“ definieren CO₂-Zielvorgaben, so sollen zum Beispiel bis 2018 442 MtCO₂eq (Megatonnen CO₂ Äquivalent) erreicht werden. Die SNBC definiert strategi­sche Orientierungen, um in allen Branchen einen Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen und nachhaltigen Wirtschaft zu erreichen.

So beinhaltet die SNBC folgende übergreifende wie branchenspezifische Empfehlungen:

  • Der Kohlenstoff-Fußabdruck soll reduziert werden - und zwar nicht, indem die Emissionen in andere Länder delokalisiert werden.
  • Für die Energiewende werden finanzielle Mittel bereitgestellt - finanziert u.a. durch einen erhöhten Preis für Kohlenstoff: Bis 2020 soll der Preis pro Tonne auf 56 Euro und bis 2030 auf 100 Euro ansteigen.
  • Mit Hilfe des Labels „Energiewende für das Klima“ („Transition énergétique pour le climat“) sollen Investitionsfonds ausgezeichnet werden, die grünes Wachstum fördern sowie die Schaffung neuer Fonds angeregt und die umweltfreundlichen Aktivitäten von Unternehmen sichtbarer werden. Das Gesetz zur Energiewende für grünes Wachstum sieht bereits vor, dass Unternehmen und Investoren of­fenlegen müssen, welche Klimarisiken ihre Aktivitäten beinhalten und wie sie um­weltfreundlicher wirtschaften wollen.
  • Bauwesen: Reduktion der Emissionen bis 2028 um 54% - vor allem durch ...
    • Niedrig-Energie- und Plusenergie-Häuser,
    • die Beschleunigung der energieeffizienten Gebäudesanierung,
    • umweltverträgliche Gestaltung und bessere Steuerung des Energieverbrauchs durch smarte Verbrauchsmessgeräte.
  • Transportwesen: Reduktion der Emissionen bis 2028 um 29% - und zwar durch effizientere bzw. saubere Fahrzeuge - also Zwei-Liter-Autos bzw. Elektroautos.
  • Landwirtschaft: Reduktion der Emissionen bis 2028 um 12% - und zwar durch verstärktes agrarökologisches Wirtschaften, zum Beispiel durch Biogasanlagen, Bodendecker, Erhaltung von Dauergrünland, Entwicklung der Agrarforstwirt­schaft und die Optimierung der Produktionsmittel.
  • Industrie: Reduktion der Emissionen bis 2028 um 24% - und zwar durch energie­effizienteres Wirtschaften, Nutzung der Kreislaufwirtschaft (Wiederverwertung, Recycling, Energierückgewinnung) und Ersatz von fossilen durch erneuerbare Energien.
  • Abfallwirtschaft: Reduktion der Emissionen um 33% - und zwar insbesondere durch weniger Verschwendung von Lebensmitteln, höhere Umweltverträglichkeit, die Förderung der Wieder- und Weiterverwendung von Abfällen, Kampf gegen die geplante Obsoleszenz (siehe auch „Faktencheck Obsoleszenz“ im Bauletter vom 2.3.2015)

Das Engagement der Regionen und Kommunen ist aus Sicht des Ministeriums für die Umsetzung der Ziele sehr wichtig. Zudem sollten auch Kinder und Jugendliche für kohlenstoffarmes Wirtschaften sensibilisiert werden. Die Forschung ist aufgefordert, Lösungsansätze für die Zukunft zu erarbeiten.

Durch die SNBC soll Frankreich weniger abhängig von importierten fossilen Energieträ­gern werden, das Bruttoinlandsprodukt zwischen 2015 und 2035 um bis zu 1,5% stei­gen und 350.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Alle fünf Jahre soll die Stra­tegie neu bewertet werden, um zum Beispiel neue Technologien zu integrieren oder ehrgeizigere Ziele zu beschließen. Eine solche regelmäßige Revision sollte nach fran­zösischem Wunsch auch von allen Beteiligten beim Weltklimakonferenz in Paris be­schlossen werden.

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