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Freiform-Pavillon auf der Expo 2015 mit schillernden Feinsteinzeugplatten

(10.12.2015) Das chinesische Immobilienunternehmen Vanke war auf der Expo 2015 in Mailand mit einem eigenen Ausstellungspavillon vertreten (siehe Google-Maps). Ent­standen nach einem Freihand-Entwurf von Daniel Libeskind wusste der Pavillon dank seiner fließenden, organischen Form und der schuppenartigen Hülle schon von außen zu beeindrucken. Als einheitliches Fassadenmaterial für den gesamten Baukörper ka­men zinnoberrote, schillernde Feinsteinzeugplatten von Casalgrande Padana zum Ein­satz. Dank des glasierten Materials mit seiner Metallic-Oberfläche und den dreidimen­sionalen Fraktalmustern auf jeder einzelnen Platte ändert sich die Farbwirkung des Pavillons - je nach Lichteinfall, Tageszeit und Blickwinkel - von tiefem Rot bis hin zu goldschimmernd.


Foto: Hufton+Crow / Studio Libeskind

Die 4.200 speziell entworfenen Feinsteinzeugplatten im Format 60 mal 60 cm wurden mit Hilfe des Hinterschnittsystems von KEIL auf der Unterkonstruktion montiert. Die Montagepunkte sind dabei nicht sichtbar, um die besondere Optik der Platten voll zur Geltung kommen zu lassen.


Foto: Hufton+Crow / Studio Libeskind (vergrößern)
  

Die geschwungene, fließende Form des Baukörpers verlangte einen durchdachten Fassadenaufbau sowie eine ebensolche Montage der einzelnen Elemente. Die tragende Stahlstruktur des Pavillons bestand aus kalandrierten Portalen und Trägern, die der komplexen Geometrie ihre Form geben. Horizontal wur­den Profilbleche mit Betonverguss montiert und mit einer se­kundären Trägerlage versehen. Es folgte eine geschichtete Verschalung aus mineralisierten Holzfaserplatten und Graphit-Polystyrolplatten, die mit einem Putz überzogen wird, der vor Luft und Wasser schützt. Vervollständigt wurde die Fassade schließlich durch die Keramikverkleidung. Hierzu wurde eine Reihe aus Stahlquadraten eingesetzt, die in der Struktur des Pavillons verankert und mit runden kalandrierten Stahlstangen verschweißt wurden.

Anforderungen bei der Montage der Fassadenplatten

Die Feinsteinzeugplatten wurden rückseitig mit Metallplatten und einem System versehen, das ein Anpassen an die asym­metrische Form noch vor Ort ermöglichte. Zudem durften un­vorhergesehene Brüche einzelner Platten oder Belastungen durch Windstöße und andere Witterungseinflüsse die Kon­struktion nicht gefährden. Um den harmonischen Gesamtein­druck des fließenden Baukörpers nicht zu stören, sollte die Befestigung überdies verdeckt erfolgen - und so kam die Hin­terschnitttechnik von KEIL ins Spiel, bei dem die Ankerhülse formschlüssig und spreizdruckfrei im hinterschnittenen Bohr­loch sitzt.

Übrigens: Neben den in Mailand eingesetzten Fassadenplatten lassen sich mit der Hinterschnitttechnik auch andere Werkstof­fe - wie Naturwerksteine, Mineralguss oder Glasfaserbeton - befestigen. Das System verfügt dazu auch auf europäischer

Ebene über umfangreiche bauaufsichtliche Zulassungen. Damit entfällt für Hersteller von Fassadenmaterialien die Notwendigkeit, eine eigene Zulassung zu erwirken. Und für Planer bedeutet dies größtmögliche Gestaltungsvielfalt bei der Auswahl des Fassa­denmaterials, das zugleich unter definierten Anwendungsbedingungen mit klaren Leis­tungsparametern befestigt wird. So ist die Technik auf Erdbebensicherheit bis Stufe 9,4 auf der nach oben offe­nen Richterskala getestet.


Foto: KEIL Befestigungstechnik

Baukörper mit Signalcharakter

Mit einer Höhe von zwölf Metern und einer Bruttogeschossfläche von 740 m² bot der Vanke Pavillon in Mailand eine Nettoausstellungsfläche von über 900 m². Schon aus der Ferne stach der geschwungene Baukörper deutlich hervor und wirkte aufgrund seiner auffälligen Architektur als Publikumsmagnet. Die organische Form sollte übri­gens die chinesische Landschaft mit ihren Bergen, Flüssen und Hügeln aufgreifen und zugleich mit ihrer schuppenartigen Oberfläche an einen Drachen erinnern.

Weitere Informationen zur Hinterschnitttechnik können per E-Mail an KEIL angefordert werden.

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