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Schwimmbeckensanierung wortwörtlich „unter Hochspannung“

(25.2.2016) Nach knapp zweijähriger (Um)Bauzeit wurden im Spätsommer 2014 die Bauarbeiten im Zuge der Attraktivierung der Soltau-Therme abgeschlossen. Unter an­derem können nunmehr Besucher dank eines verfahrbaren Daches bei schönem Wet­ter Cabrio-Atmosphäre genießen. Zudem führten der Neubau einer Riesenrutsche, die vollständige Umgestaltung der Saunabereiche und des Kinder-Badelandes sowie die anspruchsvolle Gestaltung der modernisierten Bauteile mit keramischen Belägen zu einer bemerkenswerten Steigerung der Attraktivität der Therme im Heidekreis (siehe auch Google-Maps):

Soltau-Therme

Im Zuge der Aufwertung der Soltau-Therme sind auch das Springerbecken sowie die Sport- und Lehrschwimmbecken grundlegend saniert worden: Nach dem Rückbau der ca. 20 Jahre alten keramischen Bekleidungen im Sanierungsbereich wurde ein Sach­verständigenbüro mit der Begutachtung der Bausubstanz beauftragt.

Hinsichtlich der Belegreife der Stahlbetonbeckenkörper wurden keinerlei Einwände vor­getragen. Als tatsächlich kritisch erwiesen sich jedoch die vorgefundenen Betonüber­deckungen der äußeren Bewehrungseinlagen in den Bestandsbecken, die den aktuellen Anforderungen an die Mindestbetonüberdeckung (cmin) nicht gerecht wurden.

Um diesem Tatbestand Rechnung zu tragen, wurde entschieden, die fehlenden 20 mm Betonüberdeckung nach fachgerechter Vorbehandlung der Unterkonstruktion durch ei­ne Verbundausgleichsspachtelung mit einem für den Unterwasserbereich geeigneten Betonersatzmörtel herzustellen. Hierzu wurde der in Schichtdicken von 5 bis 40 mm verarbeitbare Ausgleichsmörtel Asocret-FM40 der Schomburg GmbH in eine frisch vor­gelegte Mörtelhaftbrücke aus Asocret-KS/HB eingearbeitet.

Um der Gefahr von Chloridkorrosion an den Bewehrungseinlagen des Beckenkörpers zu begegnen, wurde ferner entschieden, das Reaktionsharz-Abdichtungssystem Densare-2002 einzubauen. Dieses System ist ausreichend diffusionsdicht, um gemäß DIN EN 1504-2 keine Chloridionen-Diffusion zuzulassen und dient damit dem Schutz des Be­ckenkörpers vor stahlangreifenden Chloridionen aus dem Beckenfüllwasser.

Dieser Sicherheitsaspekt war jedoch nicht der einzige Grund, der das beauftragte Pla­nungsbüro, den Auftraggeber und die Bauleitung für eine Ausführung mit der im Be­reich der Feuchtigkeitsbeanspruchungsklassen A, B und C geeigneten Verbundabdich­tung Densare-2002 einnahm: Im Unterschied zum klassischen AIV-F-Reaktionsharz-Abdichtungssystem Asoflex-AKB ist das System Densare-2002 als Zusatzausstattung mit dem elektrisch leitfähigen, graphithaltigen Leitlack Asodur-V115W und selbstkle­benden Leitbändern ausgerüstet. Dies erlaubt eine zerstörungsfreie und vollflächige Überprüfung der Abdichtungsebene mit Hochspannung nach DIN 55670

Mit diesem Prüfverfahren lassen sich Poren, Lufteinschlüsse oder Minderschichtdicken in der vernetzten Abdichtung vor dem Einbau des Fliesenbelags zuverlässig erkennen: Zur Prü­fung wird der Massepol des Prüfgeräts an die im Leitlack be­findlichen Leitbänder angeklemmt. Das Prüfgerät wird dann nach Vorgabe der DIN 55670 auf eine schichtdickenabhängi­ge Prüfspannung voreingestellt. Anschließend wird die fertig­gestellte Abdichtungsebene mit einer Prüfgeschwindigkeit von ca. 40 cm/sek mit einer Borstenelektrode vollflächig abgefah­ren. Der Zeitaufwand zur Überprüfung eines Quadratmeters der Abdichtung beträgt damit theoretisch nur ca. 2,5 Sekun­den.

Der organische Beschichtungsstoff der Abdichtungsebene dient bei diesem Prüfverfahren als elektrischer Widerstand. Wo dieser - z.B. durch Fehlstellen der Abdichtung - zu gering wird, schließt sich der Stromkreis. Zu erkennen sind diese Stel­len an einem optisch erkennbaren Funkenschlag (Bild rechts) und an einem akustischen Signal des Prüfgeräts. Lokalisierte Fehlstellen werden dann markiert, mit frisch angemischtem Re­aktionsharz nachgebessert, mit Quarzsand abgestreut und am folgenden Tag erneut überprüft.

Aufbau des Systems Densare-2002

Auf dem ausgehärteten Verbundausgleich aus Asocret-FM40 erfolgte zunächst der Auftrag der niedrigviscosen zweikomponentigen Epoxidharz-Grundierung Asodur-GBM. Die frische Grundierung ist mit Quarzsand der Körnung 0,1 - 0,6 mm abzustreuen.

Nach vollständiger Vernetzung der Grundierung werden selbstklebende Leitbänder des Typs ASO-Leitband im Raster von 10 x 10 m aufgeklebt, so dass diese im Bereich der Beckensohle und des Beckenkopfes ca. 5 cm aus der späteren Abdichtungsebene he­rausragen und damit den Anschluss des Funkeninduktor-Prüfgeräts erlauben.

Anschließend erfolgt der Auftrag des graphithaltigen Leitlacks Asodur-V115W. Der schwarze Leitlack ist nach ca. 16 Std. überarbeitbar. Die weitere Schichtenfolge ent­spricht dem bekannten Klasse-C Abdichtungssystem Asoflex-AKB. Dichtungsschicht (blau) und Einstreuschicht (grau) sind im Wechselfarbton pigmentiert, um die nach geltenden Regelwerken geforderte Verarbeitung der Verbundabdichtung in zwei Ar­beitsgängen dokumentieren zu können.

Densare-2002 in Wort und Bewegtbild erklärt (Thumbnails für eine schnelle Inhaltsübersicht)

Nach Fertigstellung der Dichtungs- und der Einstreuschicht aus Asoflex-AKBWand/
Boden wird die Funkeninduktorprüfung auf der klebfrei vernetzten Abdichtungsebene nach den Vorgaben der DIN 55670 vorgenommen.

Stichprobenartige zerstörende Schichtdickenkontrollen sollten bei Anwendung dieses Verfahrens ebenso entfallen können wie die nach ZDB-Merkblatt geforderte 14-tägige Probebefüllung des fertig abgedichteten Beckenkörpers.

Neben der zuvor beschriebenen Anwendung des Systems Densare-2002 als Baupro­dukt zur Herstellung einer Abdichtung im Verbund mit Fliesen- und Plattenbelägen in Schwimm-, Sole- oder Thermalbädern lässt die im Allgemeinen bauaufsichtlichen Prüf­zeugnis dokumentierte Eignung des Systems für Verwendungsbereiche bis hin zur Be­anspruchungsklasse C Anwendungen in gewerblich genutzten Küchen, Abfüllanlagen, Kühlhäusern u.ä. Gewerbebetrieben der chemischen Industrie zu.

Weitere Informationen zur Schwimmbadabdichtung sowie zu Densare-2002 können per E-Mail an Schomburg angefordert werden.

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