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Fallschutzmaterialien für die Sicherheit auf Kinderspielplätzen

(30.6.2016) Es ist unbestritten, dass Spielplätze die Entwicklung von Motorik, Selbst­sicherheit und Selbstvertrauen bei Kindern fördern. Gleichwohl liegt es in der Natur der Sache, dass Stürze von Spielgeräten auf Spielplätzen kaum vermeidbar sind. Die Wahl des richtigen, stoßdämpfenden Bodenmaterials kann aber dazu beitragen, die Folgen solcher Missgeschicke erheblich abzumindern.

Alle sicherheitsrelevanten Vorschriften für Spielplatzgeräte und Spielplatzböden sind in der DIN EN 1176-1:2008 geregelt. Jedes Spielgerät hat demzufolge klar definierte Be­reiche:

Freiraum: Raum in, auf oder um das Gerät herum, der von einem Benutzer des Gerä­tes während einer Bewegung, die durch das Gerät verursacht wird, eingenommen wer­den kann (z.B. Rutschen, Schaukeln, Wippen)

freie Fallhöhe: größter lotrechter Abstand von der eindeutig beabsichtigten Körper­unterstützung zu der Aufprallfläche darunter

Fallraum: Raum in, auf oder um das Gerät herum, der von einem Benutzer eingenom­men werden kann, der von einem erhöhten Teil des Gerätes fällt

Mindestraum: Raum, der für die sichere Benutzung des Gerätes benötigt wird und den Fallraum, den Freiraum und den Geräteraum einschließt.

Bei der Bestimmung der freien Fallhöhe müssen die möglichen Bewegungen des Gerä­tes und des Benutzers berücksichtigt werden:


Der Fallraum rund um ein Spielgerät ergibt sich durch die jeweils äußersten Geräte­teile. Wenn nicht anders festgelegt, muss die Ausdehnung des Fallraumes um erhöhte Teile des Gerätes horizontal gemessen mindestens 1,5 m betragen. Darüber hinaus kann sich der Fallraum ...

  • bei erzwungenen Bewegungen erweitern bzw.
  • bei Geräten, die z.B. an einer Wand stehen, verringern.

Dabei können abhängig von der freien Fallhöhe des Spielgerätes im berechneten Fall­raum unterschiedliche Bodenmaterialien zum Einsatz kommen. Die möglichen stoß­dämpfenden Bodenmaterialien werden in der DIN EN 1176-1 aufgeführt:

Dort nicht im Detail aufgeführt werden alle anderen Bodenmaterialien, wie zum Beispiel synthetische Fallschutzmaterialien in Plattenform oder als Ortseinbau. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien sind vor entsprechendem Einsatz zu eruieren.

Bodenmaterialien im Vergleich

Hartbeläge sind sämtliche Betonbeläge oder bituminös gebundene Oberflächen, die z.B. sinnvoll für Skateranlagen eingesetzt werden können, die aber unter und um Spielgeräte nicht zulässig sind. Vorteilhaft sind die geringen Unterhaltskosten.

Bei Naturbelägen wie Erde, Lehm, Mergel und gewalztem Kies sind die Gelenkbelas­tungen kleiner als bei Hartbelägen. Sie sind aber nicht sehr wetterbeständig (Pfützen­bildung), dafür relativ kostengünstig.

Naturrasen ist aufwendiger im Unterhalt (Mähen, Bewässern, Nachsaat) und wenig schlechtwettertauglich. Bedingt durch eine starke Abnutzung speziell unter Schaukeln oder im Rutschenauslauf ist eine regelmäßige Kontrolle nötig, um die Fallschutzeigenschaften zu gewährleisten.

Positiv beim Einsatz von Rindenmulch und Holzhackschnitzel sind die relativ gerin­gen Anschaffungskosten. Bedingt durch den „Wegspieleffekt“ sind aber keine konstan­ten Schichtdicken gegeben. Die regelmäßige Kontrolle und Wartung verursacht höhere Unterhaltungskosten. Verunreinigungen sind zudem schlecht erkennbar und schwer zu beseitigen. Für den Einsatz im Kleinkinderbereich sind diese Bodenmaterialien eher un­geeignet, da die Gefahr des Verschluckens besteht.

Fallschutzsand und Fallschutzkies sind in der Anschaffung vergleichsweise güns­tig - in Abhängigkeit davon, ob es sich um geprüfte Materialien handelt. Nasser Sand kann sich aber schnell verdichten und bietet dann nicht mehr den erforderlichen Fall­schutz. Außerdem sind Verunreinigungen wie Glassplitter oder tierische Verunreinigun­gen schlecht erkenn- und entfernbar. Bedingt durch den relativ großen „Wegspiel­effekt“ muss Sand jährlich nachgefüllt und sollte alle 2 Jahre erneuert oder gereinigt werden. Die Wartungskosten sind demzufolge relativ hoch. Fallschutzkies birgt die Ge­fahr, dass größere Kiesel als Wurfgeschosse eingesetzt werden können.

Zu den synthetischen Bodenbelägen gehören u.a. fugenlos aufgebrachte mehr­schichtige Kunststoffbeläge. Bedingt durch die farbigen Gestaltungsmöglichkeiten ha­ben diese Flächen auch ohne Spielgeräte schon einen hohen Spielwert. Da der Einbau durch Fachpersonal erfolgen muss, sind die Kosten sowohl für das Material als auch für den Einbau höher als bei den losen Schüttgütern oder Rasen. Gleichwohl sollten sich die Ausgaben aber im Laufe der Zeit amortisieren, da nur geringe Wartungskosten anfallen, um die stoßdämpfenden Eigenschaften auch über Jahre zu gewährleisten. 

Synthetische Fallschutzplatten wie z.B. die Euroflex Produktreihen der Kraiburg Relas­tec GmbH & Co. KG bieten zudem bei kritischen Fallhöhen von 1 bis 3 m  geprüften konstanten Fallschutz, da sie industriell gefertigt werden.

Weitere Informationen zu Fallschutzplatten können per E-Mail an Kraiburg angefordert werden.

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