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Wenn eine viergeschossige Tiefgarage neben einem Fluss in den Niederlanden abzudichten ist

(6.7.2016) Nicht nur die Nordsee, auch Flüsse - allen voran der Rhein - schieben per­manent Wasser in große Teile des niederländischen Bodens. Professionelle Gebäudeab­dichtung ist hier nicht nur Standard, sondern ein absolutes Muss - nicht selten ver­bunden mit besonderen Herausforderungen wie beim Bau eines Kulturzentrums in Tiel: Direkt neben dem Fluss Waal hält das Abdichtungsvlies Polyfleece SX 1000 von Ste­koX die viergeschossige Tiefgarage des Neubaus trocken. 


Visualiserung © Architekturbüro De Zwarte Hond, Rotterdam

Kulturviertel „Westluidense Poort“ in Tiel

Auf einem alten Industriegelände am Nordufer der Waal baut die niederländische Stadt Tiel seit 2015 auf 17.000 m² das Kulturviertel „Westluidense Poort“ (siehe Google-Maps). Ein modernes Stadtviertel zum Wohnen und Leben, das Fluss und alte Innen­stadt miteinander verbindet. Zentrum des Quartiers ist ein 5.500 m² großes Gebäude, unter dessen Dach sich Kunst, Kultur, Information und Bildung konzentrieren. West­luidense Poort soll dadurch ein attraktiver Anziehungspunkt für die gesamte Region werden. Das Wort „Poort“ (Pforte) steht für den Zugang zu vielfältigen öffentlichen Kultur- und Bildungsangeboten: Neben Bibliothek, Kino, Veranstaltungssaal und Tou­risteninformation sind unter anderem Musik- und Tanzschule, Ausstellungsräume für bildende Kunst und eine Film- und Theaterschule geplant. Die viergeschossige Tiefga­rage unter dem Neubau ist zudem mit 580 Auto- und 110 Fahrradstellplätzen großzü­gig dimensioniert. Damit werden die bisherigen hochwassergefährdeten Parkplätze des Stadtviertels am Flussufer nicht mehr benötigt. Acht Stadtwohnungen und 16 Apart­ments ergänzen die Anlage.

das Baugelände bei der letzten Vorbeifahrt eines Google-Street-View-Wagens

11 m tiefe Baugrube direkt am Fluss

Die Kubatur des Gebäudes ist dreigeteilt. Zwei in der Fassade kontrastierende Gebäu­deflügel werden durch eine gläserne Halle miteinander verknüpft. Das Erscheinungsbild des zum Fluss liegenden größeren Flügels wird schon von weitem durch eine stufig an­steigende Dachlinie und eine golden glänzende Fassade geprägt (Bild). Sie steht im Gegensatz zu einer rustikalen streng aufgeteilten Natursteinfassade im gegenüberlie­genden Gebäudeteil (in diesem Bild rechts), der hauptsächlich die Bibliothek beinhal­tet. Die Glasfassade der dazwischen liegenden großen Halle gibt den Blick auf eine mächtige Holztreppe im Inneren frei (Bild). Ihre skulpturale Form strukturiert die Archi­tektur und führt zu den einzelnen kulturellen Einrichtungen in den beiden Gebäudetei­len. Mit dem Entwurf will das Architekturbüro De Zwarte Hond einen prominenten Ak­zent im Stadtbild setzen, der als expressives Entrée des gesamten Wohnviertels dient.

In Sichtweite des entstehenden Neubaus fährt ein Schiff nach dem anderen vorbei - die Waal ist ein Hauptarm des Rheindeltas und dient als Zubringerstrecke zum interna­tionalen Großhafen Rotterdam. Weniger als 100 m Abstand liegen zwischen der 11 m tiefen, über 4.000 m² großen Baugrube und dem Fluss. 

Der Grundwasserstand reicht bis zur Gelände-Oberkante. Auf dem Grund der Grube herrscht demzufolge mit 11 m Wassersäule ein Wasserdruck von 1,1 bar.  In Zusam­menarbeit mit der niederländischen Firma Van Hattum en Blankevoort sorgte der nie­derländische StekoX-Partner InnofiX - die Bauleistungs-Abteilung von Hakron - für die Abdichtung des Bauwerks.

Absolut dicht bei 1,1 bar Wasserdruck

Um die Grube für die viergeschossige Tiefgarage in dem san­digen nassen Boden herstellen zu können, wurden zunächst trapezförmige Spundwände aus Stahl in die Erde gerammt. Anschließend konnte das Erdreich ausgebaggert werden. Der beachtliche Wasserdruck von 1,1 bar am Boden des Erdlochs machte ein einfaches Abpumpen unmöglich. Daher mussten Taucher zuerst innerhalb der Spundwände eine Sohlplatte mit Unterwasserbeton betonieren. Mit Hilfe dieser ersten Abdich­tungslage konnte anschließend abgepumpt werden. Zwischen betonierter Sohle und Spundwänden beseitigten Pumpen wäh­rend des gesamten Abdichtungsbaus das nachdrückende Was­ser.

Quellfähiges Abdichtungsvlies hält selbst bei Hochwasser stand

Im nächsten Schritt wurde auf der Sohle eine Ausgleichsschicht betoniert. Auf dieser Ausgleichsschicht verlegten in der Regel jeweils zwei Spezialisten von StekoX gemein­sam mit zwei ihrer niederländischen Kollegen von InnofiX im Winter 2016 in drei Wo­chen mehr als 4.400 m² Polyfleece SX 1000:


An den Rändern der endgültigen, 0,6 m dicken Bodenplatte wird das Abdichtungsvlies nach oben gezogen. (Bild vergrößern)

Das quellfähige Abdichtungsvlies verfügt auf einer Seite über eine aus modifizierten Polymeren bestehenden Beschichtung, die durch ihre hohe Quellrate von 150% eine wirkungsvolle Abdichtung ermöglicht. Zusätzlich liegt auf der Beschichtung eine LDPE-Folie auf. Die Kunststoffschicht erhöht die Sicherheit weiter, denn sie ist wasserdicht und zugleich beständig gegen Chemikalien.

Durch die Reaktivität der Frischbetonverbundmembran baut sich zudem in Verbindung mit Feuchtigkeit ein Quelldruck auf, der eventuell auftretende Risse in der Beschichtung des Quell­vlieses abdichtet. Die hohe mechanische Verbundwirkung des Vlieses mit dem ausgehärteten Beton verhindert zudem eine Hinterwanderung von Feuchtigkeit zwischen der Abdichtungs­membran und dem Beton.

Um aufgrund des hohen Wasserdrucks ein Aufschwimmen der gesamten Bodenplatte zu verhindern, durchdringen über 600 Gewi-Anker das Abdichtungsvlies. Sie halten den Aufbau am Boden. An jeder dieser Befestigungen wurde das Abdichtungs­vlies eingeschnitten und anschließend ein kleineres Abdich­tungsvlies-Pflaster anfertigtet, das um den Anker gelegt und mit der Polymer-Quellpaste SX 100 vollständig abgedichtet wurde: 

Nach der Abdichtung konnte die Bewehrung aufgebracht und endgültig die 0,6 m dicke Bodenplatte mit wasserundurchlässigem Beton betoniert werden.

Die Wände der Grube wurden mit Doppelwand-Elementen erstellt. Mobilkräne hoben die Fertigteile an ihren Platz. Jede Elementwand besitzt eine innere und äußere Schale aus wasserundurchlässigem Beton. Der Hohlraum dazwischen ist mit einer Bewehrung ausgestattet und wird nach dem Aufstellen mit Ortbeton ausgefüllt. Die Anschlussfu­gen zwischen den einzelnen Elementen und zur Bodenplatte wurde mit FlexproofX 1 von StekoX abgedichtet. Aufgrund seiner Rezeptur sollte das Abdichtungsmaterial praktisch keine Wasseraufnahme zulassen und daher dauerhaft auch drückendem Wasser standhalten. Bis 2017 soll das Kulturzentrum fertiggestellt sein.

Weitere Informationen zum Abdichtungsvlies Polyfleece SX 1000 können per E-Mail an StekoX angefordert werden.

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