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Roland Berger-Studie: Es gibt keine Alternative zur Digitalisierung. Auch nicht auf dem Bau!


  

(28.8.2016) Die digitale Transformation hat alle Wirtschafts­bereiche erfasst, wirkt sich auf die Wertschöpfungskette aus und verändert so ganze Geschäftsmodelle - davon gehen 93% der Baufirmen aus. Doch bisher folgte dieser Erkenntnis selten ein entsprechendes Handeln, wie die neue Roland Berger-Stu­die „Digitalisierung der Bauwirtschaft - Der europäische Weg zu Construction 4.0“ zeigt, für die 40 Bauunternehmen und Bauzulieferer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Demnach ...

  • nutzen weniger als 6% der Baufirmen durchgehend digitale Planungsinstrumente und
  • 100% der befragten Baustoffunternehmen vertreten die Meinung, dass sie ihre Digitalisierungspotenziale nicht ausgeschöpft haben.

Nur 4% Produktivitätszuwachs der Bauindustrie in 10 Jahren

„Die zögerliche Umsetzung überrascht vor allem mit Blick auf die Entwicklung der Pro­duktivität in der Bauindustrie“, konstatiert Kai Stefan Schober, Partner von Roland Berger. In den vergangenen zehn Jahren stieg diese in Deutschland nur um beschei­dene 4%. Zum Vergleich: Ihre Produktivität in diesem Zeitraum  verbesserte ...

  • die gesamte deutsche Wirtschaft um 11%,
  • das produzierende Gewerbe um 27% und
  • das verarbeitende Gewerbe um 34%.

Bisher setzt kein Unternehmen Digitalisierung konsequent um

Im Zentrum der Roland Berger-Umfrage standen vier Hebel, die für die digitale Trans­formation von Firmen entscheidend sind:

  • Die Nutzung digitaler Daten,
  • die Gewährleistung des digitalen Kunden- und Lieferantenzugangs,
  • der Ausbau der Automation und
  • der Aufbau von Netzwerken.

Je nachdem, in welchem Bereich der Baubranche ein Unternehmen tätig ist, wird die Bedeutung dieser Hebel unterschiedlich eingeschätzt. „Je offensichtlicher die Vorteile sind, desto besser erkennen die Unternehmen das Potenzial der digitalen Transforma­tion“, stellt Schober fest. So sehen die Studienteilnehmer etwa großes Verbesse­rungspotenzial, wenn sie digitale Daten in der Logistik oder im Marketing und Vertrieb nutzen.

„Unternehmen müssen lernen, alle Digitalisierungshebel auf jeder Stufe der Wert­schöpfungskette einzusetzen, um die Produktivität bestmöglich zu steigern“, fordert Philipp Hoff, Co-Autor der Studie. Bislang sei diesbezüglich nicht wirklich viel passiert: „In keinem der von uns befragten Unternehmen wurde die Digitalisierung bisher kon­sequent über alle Bereiche umgesetzt.“

Vielfältige digitale Anwendungen verfügbar

Für den Aufbau einer „digitalen Bauwirtschaft“ gibt es bereits zahlreiche Anwendungs­möglichkeiten und Softwarelösungen:

  • Beispielsweise sollten Firmen im Bereich der Beschaffung, einem großen Kos­tenfaktor in der Baubranche, über digitale Plattformen bis zu 10% Kosten sparen können.
  • Ähnlich sieht's bei der Baustellenlogistik aus: Supply-Software ermöglicht Lie­ferungen genau dann, wenn das Material auf der Baustelle benötigt wird. Das spart Lagerplatz und -kosten sowie Arbeitszeit der Bauarbeiter, die bisher an die 70% ihrer Zeit mit Auf- und Umräumen oder mit der Suche nach Materialien verbringen.
  • Gleiches gilt für die Vernetzung von Baumaschinen, was eine effizientere Auslastung ermöglicht.
  • Sehr wichtig sei außerdem, dass die Bauwirtschaft die Wünsche und Anforde­rungen ihrer Kunden gut kennt und entsprechend berücksichtigt. Mit Hilfe von mobilen Apps können Baufirmen und -zulieferer Informationen mit ihren Auftrag­gebern schnell austauschen - vor, während und nach dem Bauvorhaben.

„Professionelles Kunden-Management ist besonders für die Baubranche wichtig. Das wurde bislang meist unterschätzt“, betont Hoff: „Ist ein Bauvorhaben einmal fertig, besteht oft über längere Zeit kein Kontakt mehr zum Kunden. Um dennoch beim nächsten Bauvorhaben berücksichtigt zu werden, sollten Baufirmen langfristige Kun­denbeziehungen aufbauen. Digitale After-Sales-Anwendungen können hier helfen.“

Building Information Modeling (BIM) bei öffentlichen Projekten Pflicht

Eine hohe Relevanz für die Bauindustrie hat bereits heute das Building Information Mo­deling (BIM) - auch in Deutschland. Vorteil dieser Methode ist, dass bereits vor dem Bau eine digitale Simulation möglich ist. Fehlplanungen werden somit minimiert und potenzielle Mehrkosten sowie mögliche Alternativlösungen frühzeitig identifiziert. Ab 2020 wird die Nutzung von BIM bei öffentlichen Infrastrukturprojekten in Deutschland verbindlich sein.

„Dadurch wird sich auch die Entscheidungshoheit bei Bauprojekten verändern“, er­wartet Roland Berger-Experte Schober: „Künftig werden Planer oder Architekten über die Qualitäten von Materialien und die Auswahl der Hersteller entscheiden, und nicht mehr die Bauunternehmen.“ Gleichzeitig wird die Menge an Produktdaten durch digitale Dokumentationen stark ansteigen. Baufirmen müssen diese Datenflut einerseits bewäl­tigen können, haben aber andererseits bei intelligenter Nutzung der Daten auch die Chance, neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen zu entwickeln. Für Schober ist daher klar: „Es gibt keine Alternative zur Digitalisierung. Auch nicht auf dem Bau. Die Branche muss schnell aufholen.“

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