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Mit klassizistischem Background digital kreierte WDVS-Fassade fürs Landeskirchenamt München

(23.11.2016) Mit erheblichem Fingerspitzengefühl für den Bestand und viel Geschick beim Setzen zeitgemäßer Impulse schufen Wandel Lorch Architekten aus Saarbrücken eine bemerkenswerte Erweiterung des bayerischen Landeskirchenamtes in München. Als Teil eines Ensembles aus historischen Gebäuden übernimmt der neue Verwaltungsbau zwar die typische Fassadeneinteilung des Klassizismus, transponiert dessen Formensprache aber passend zum 21. Jahrhundert.


alle Fotos © Gerhard Hagen, Bamberg / Sto SE & Co. KGaA

Dem wachsenden Platzbedarf am Münchner Hauptsitz der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche trugen die Verantwortlichen 2011 Rechnung, indem sie einen beschränkten Realisierungswettbewerbs auslobten. Auch sollten über die Innenstadt verstreute Einrichtungen an einem Standort zusammengeführt und Platz für öffentliche Veranstaltungen geschaffen werden. Eine weitere Vorgabe war ein bewusstes Öffnen des Gebäudes zum Stadtraum.

Der Bauherr stellte jedoch nicht nur hohe Ansprüche an die Gestaltung – insbesondere im Hinblick auf die unmittelbare Nachbarbebauung -, sondern wünschte sich auch ein hohes Maß an sowohl energetischer als auch architektonischer Nachhaltigkeit. Wandel Lorch Architekten überzeugten die Jury mit einem Entwurf, der ...

  • einerseits traditionelle Elemente wie die Lochfassaden der Umgebung aufnimmt, ohne diese blind zu kopieren, und
  • andererseits modern wirkt, ohne den historischen Kontext zu negieren.

Zusammen mit einer zeitgleich sanierten, denkmalgeschützten Stadtvilla ergänzt der neue Verwaltungsbau die kirchlichen Liegenschaften entlang der Katharina-von-Bora-Straße (siehe Google-Maps).

Inmitten der klassizistischen Maxvorstadt gelegen, nimmt der Entwurf bestehende Proportionen auf. Die Ausbildung einer Sockelzone, die rigide Fensteranordnung und das flache Walmdach schaffen Kohärenz zur umgebenden Bausubstanz. Blickfang und moderne Komponente ist die dreidimensionale geometrische Prägung der Gebäudehülle:


Inspiriert von den bossierten Natursteinsockeln des Klassizismus, strukturiert das Ornament nicht nur den unteren Fassadenbereich, sondern ziert auch die oberen Geschosse und setzt sich in der aufgelösten Dachebene fort. Während die Geometrie des kristallinen Motivs unverändert bleibt, findet sowohl im Maßstab als auch in der Materialität eine Modifikation statt.

Der Wechsel von Sichtbeton im Erdgeschoss zu gefrästen und anschließend rau beschichteten Fassadenplatten aus massivem mineralischen Verolith, in Kombination mit der Vergrößerung des Ornaments, gliedert die Fassade. Um den monolithischen Eindruck zu unterstreichen, wurden im Erdgeschoss auch die bündig eingelassenen Prallscheiben mit der dreidimensionalen Faltung versehen. Das durch die Struktur erzeugte lebendige Spiel aus Licht und Schatten verstärkt den eigenständigen Ausdruck des Baukörpers. (Die Verolith-Fassadenplatten wurden vollflächig verklebt auf dem WDV-System StoTherm Vario.)

Während die Versammlungsräume hauptsächlich ebenerdig und zur Straße hin orientiert sind, befinden sich die Büros in den oberen Etagen sowie im hinteren Gebäudeteil. In der Tradition der kirchlichen Profanbauten ist das Treppenhaus gestalterisch als verbindendes Element inszeniert: Auf die Brüstung des Aufgangs übertragen, taucht das Ornament der Fassade in neuem Kontext wieder auf. Ein mittig angeordnetes Oberlicht verleiht der kristallinen Faltung zusätzliche Tiefe.

Anstatt des klassischen Dachgeschosses konzipierten die Architekten mehrfunktionale Räume, die mit ihrer pavillonartigen Anmutung eine Sonderstellung und Sonderfunktion einnehmen. Die ornamental aufgelöste Hülle des Daches ist erst auf den zweiten Blick erkennbar(siehe Bild rechts oben)  und verleiht dem Dach so die archetypische Silhouette der Maxvorstadt. Hier befinden sich der große Saal, das Casino und eine großflächige begrünte Dachterrasse.

5-Minuten Film incl. Klärung einer spannenden Frage

Der folgende Film stellt das Projekt noch einmal vor und beinhaltet Ausführungen zum Projekt von Prof. Wolfgang Lorch und Projektleiter Dipl.-Ing. Thomas Wach von Wandel Lorch WHL. Dabei wird auch auf die Frage eingegangen, warum an der großen Fassade keine (hässlichen) Bewegungsfugen zu sehen sind - ungefähr ab 4:30.

Thumbnails für eine schnelle Inhaltsübersicht

In Sachen Nachhaltigkeit erreicht das Gebäude nicht nur die Zertifizierung mit Gold nach DGNB, sondern ist auch, was eine zukünftige Umnutzung, Barrierefreiheit sowie Flächeneffizienz und Rückbaubarkeit anbetrifft, vorausschauend konzipiert.

Weitere Informationen zu digital gestalteten WDVS-Fassaden mit Verolith-Fassadenplatten können per E-Mail an Sto angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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