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Neues BDEW-Positionspapier: „10 Thesen zur Sektorkopplung“

(7.5.2017) Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat ein neues Positionspapier mit dem Titel „Zehn Thesen zur Sektorkopplung“ veröffentlicht. Darin fordert der Verband einen fairen Wettbewerb zwischen den verschiedenen Energieträgern und Technologien, um effiziente Lösungen zur CO₂-Reduktion zu erreichen.

Sektorkopplung nicht allein als eine Elektrifizierung der Bereiche Wärme und Verkehr zu betrachten!

Auch Akteure aus dem Wärme-, Verkehrs- und Industriebereich werden künftig regenerativen Strom nachfragen. Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, betonte deshalb am 5. Mai in Berlin: „Es wäre verfehlt, Sektorkopplung allein als eine Elektrifizierung der Bereiche Wärme und Verkehr zu betrachten. Strom aus erneuerbaren Quellen zu nutzen, ist wichtig, aber nicht die einzige Option, um auch in diesen Sektoren den CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Insgesamt geht es darum, das gesamte Energiesystem bei Chancengleichheit der Energieträger zu optimieren."

Aus BDEW-Sicht spielen bei der Sektorkopplung die Gas- und die Wärmenetzinfrastruktur ebenfalls eine besondere Rolle: „Die Gasinfrastruktur ist der notwendige Langzeitspeicher der Energiewende. Der Einsatz von Erdgas in hochflexiblen Anlagen macht aus dem Energieträger den natürlichen Komplementär zu den Erneuerbaren Energien. Durch eine intelligente Sektorkopplung kann Erdgas langfristig durch biologisches und synthetisches Gas substituiert werden“, so Kapferer.

Mit Blick auf die unterschiedliche Kostenbelastung der verschiedenen Energieträger fordert der BDEW, die Stromsteuer auf das in der EU-Energiesteuerrichtlinie vorgesehene Minimum abzusenken. Darüber hinaus sollte die „Besondere Ausgleichsregelung“ im EEG steuerfinanziert werden, da es sich dabei vornehmlich um eine industriepolitische Maßnahme handelt.

Richtig umgesetzt verspricht die Sektorkopplung Möglichkeiten, um die stark schwankende Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen mit der Stromnachfrage in Einklang zu bringen. Um diese zusätzlichen Flexibilitätsoptionen nutzen zu können, müssten jedoch regulatorische Hemmnisse, beispielsweise im Bereich Energiespeicher, die der Verzahnung von Strom, Wärme, Mobilität und industriellen Prozessen im Wege stehen, abgebaut werden.

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