Deutscher Nachhaltigkeitspreis Architektur für Atelier Kaiser Shen für die Mehrzweckhalle in Ingerkingen
(29.11.2025) Der 13. Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur geht dieses Jahr an die sanierte und erweiterte Mehrzweckhalle in Ingerkingen. Das von Atelier Kaiser Shen geplante Projekt gilt als herausragendes Beispiel für ein ökologisch wie architektonisch überzeugendes Weiterbauen im Sinne des Gemeinwohls.
Erweiterung und Sanierung Mehrzweckhalle, Ingerkingen
- Bauherr: Gemeinde Schemmerhofen
- Architektur: Atelier Kaiser Shen BDA
- Bauphysik (inkl. Raumakustik): GN Bauphysik Finkenberger + Kollegen Ingenieurgesellschaft mbH
- Betonsanierung: Muhsau & Kindl Ingenieurgesellschaft mbH
- Brandschutz: Wurm Gesamtplanung
- HLSE: Paul Gampe + Partner GmbH
- Küchenplanung: Ingenieurbüro GhL GmbH
- Kunst am Bau: Steffen Dietze
- Landschaftsplanung: Landschaftsarchitekten Jedamzik Partner
- Tragwerk: Str.ucture GmbH
Der Architekturpreis für eine zukunftsorientierte Baukultur wurde erneut von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. zusammen mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. vergeben. Die Preisverleihung fand am 27. November 2025 im Rahmen des neuen DGNB Veranstaltungsformats Forum Nachhaltige Architektur in Bonn statt.
Prof. Amandus Samsøe Sattler, DGNB Präsident und Vorsitzender der Jury: „Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur zeigt seit vielen Jahren, was wirklich zählt: Projekte, die Nachhaltigkeit nicht einfach nur behaupten, sondern konsequent, innovativ und mit Haltung umsetzen. Der diesjährige Gewinner beweist eindrucksvoll, dass Architektur nicht laut sein muss, um wirksam zu sein. Die Architekten verbinden technologische Innovation mit gesellschaftlicher Relevanz und schaffen einen Ort, der Menschen stärkt und Ressourcen schützt.”
Mehrzweckhalle in Ingerkingen - Vorbildlich weitergebaut
Im Wettbewerb ließ die Gemeinde offen, ob die sanierungsbedürftige Mehrzweckhalle erhalten bleibt oder einem Neubau weichen muss. Das Stuttgarter Büro Atelier Kaiser Shen entschied sich für den maximalen Erhalt und erhielt den Zuschlag. Mit einzelnen präzisen Eingriffen und unter aktiver Einbindung der Bürger, gelang es, die bauliche Identität der Halle aus den 1960er Jahren zu bewahren und zugleich eine eigene gestalterische Handschrift einzubringen.
Rund 60 % der vorhandenen Struktur konnten erhalten werden. Die neue Aufstockung in Holzbauweise basiert auf einem speziell entwickelten Tragwerk, das auf das Achsraster der vorhandenen Stahlbetonstützen ausgerichtet ist und die Lasten effizient in neue Fundamente leitet. Lediglich die Südfassade wurde rückgebaut und nach außen versetzt, um eine DIN-gerechte Sporthalle zu ermöglichen.
Das markante Holztragwerk prägt das Innere der Turn- und Festhalle. Als großzügige Dachauskragung bildet es zudem einen wettergeschützten Freibereich zum südlich gelegenen Festplatz. Die verschiedenen Bauphasen sind noch erkennbar und machen die Weiterentwicklung des Gebäudes nachvollziehbar. Als vielseitig nutzbarer Ort für Sport, Kultur und Gemeinschaft ist die Halle für die Gemeinde weiterhin ein wichtiger sozialer Ankerpunkt.
„In der kleinen Gemeinde Ingerkingen zeigen die Architekten von Atelier Kaiser Shen eindrücklich, wie durch Weiterbauen Identität bewahrt und zugleich neue architektonische Qualität geschaffen werden kann. Ökologisch klug, wirtschaftlich sinnvoll und fest im Gemeinwohl verankert wird das Projekt zu einem Vorbild für die Sanierung ähnlicher Hallen in Deutschland”, so Martin Haas, DGNB Vizepräsident und Mitglied der Jury, in seiner Laudatio.
Forum Nachhaltige Architektur
Erstmals wurde der Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Architektur im Rahmen des neuen Veranstaltungsformats „Forum Nachhaltige Architektur” bekanntgegeben. Die Preisverleihung bildete den feierlichen Abschluss des hochkarätig besetzten Kongressprogramms, an dem rund 300 Gäste teilnahmen.
Die Premiere des „Forum Nachhaltige Architektur” wurde von der DGNB und der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen gemeinsam in der Bundeskunsthalle Bonn ausgerichtet. In Zusammenarbeit mit jährlich wechselnden Partnerorganisationen möchte die DGNB künftig noch gezielter Architekturschaffende erreichen, die sich für nachhaltige und klimafreundliche Bauweisen ohne Kompromisse einsetzen. Im Mittelpunkt stehen der ehrliche Austausch und ein realistischer Blick auf vorherrschende Rahmenbedingungen und Planungsprozesse.
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