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Plagiatschutz durch unsichtbare Kennzeichnung in veredelten Oberflächen

(15.11.2010) Unternehmen entstehen jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe durch Produktpiraterie. Betroffen sind neben Gebrauchsgütern zunehmend auch Industriegüter. Dabei erreichen Plagiate heute ein täuschend ähnliches Aussehen.


Beispiel von der Plagiarius-Verleihung 2009: Original (links) und Plagiat (rechts): Elektronischer Händetrockner HTE von Stiebel Eltron (Bild vergrößern)

Doch durch die mangelnde Qualität der imitierten Artikel entstehen Markenanbietern neben Umsatzverlusten auch Imageschäden und Reputationsverluste. Eine Lösung zum Schutz der Originalprodukte bieten Verfahren, die eine spezielle Kennzeichnung ermöglichen. Für die Markierung hat sich in den letzten Jahren die Ausnutzung von Lumineszenz- Eigenschaften etabliert.

Innovent e.V. hat nun ein Verfahren zum Plagiatschutz entwickelt und patentrechtlich geschützt, das aus einer transparenten Beschichtung mit typischen strukturellen Eigenschaften in Kombination mit Fluoreszenzeigenschaften besteht. Die spezielle Markierung kann durch flächige oder lokale Beschichtungen mittels Atmosphärendruckplasma erfolgen. Die weit weniger als 1 µm dicken Beschichtungen sollen sich für nahezu alle Materialien eignen (u.a. Glas, Kunststoff, Metalle, Holz, Stein, Pappe/Papier) und können transparent hergestellt werden. In die Beschichtungen lassen sich Fluoreszenzfarbstoff-Nanopartikel integrieren. Die Echtheit der Produkte lässt sich anhand der Markierungen durch Bestrahlung mit UV-Licht sichtbar machen.


Beispiel von der Plagiarius-Verleihung 2008: Waschtisch-Einhand-Armatur "Hansamurano" Original (links): Hansa Armaturen GmbH

Als Alleinstellungsmerkmal dieser neuen Methode kann die fluoreszierende Schicht mit einem Laser so strukturiert werden, dass die Fluoreszenz lokal aufgehoben wird. So lassen sich beispielsweise Barcodes oder Firmenlogos in die Schicht einarbeiten.

Diese Kombination einer innovativen Beschichtungsmethode mit synthetisierten Fluoreszenzfarbstoff-Nanopartikeln und der anschließenden Laserstrukturierung bietet die Möglichkeit der weiteren Optimierung bestehender Schutztechnologien. Dabei soll sich das Verfahren leicht in bestehende Produktionsstrecken integrieren lassen. Zudem sei es für die Bearbeitung von Massenware mit kurzen Taktzeiten geeignet.

Neben dem Plagiatschutz sind zahlreiche weitere Anwendungen der neuen Technologie möglich, wie z.B. die Markierung und Unterscheidung von Zwischenprodukten im Produktionsprozess oder der Nachweis von transparenten Beschichtungen auf transparenten Werkstoffen an für Messgeräte schwer zugänglichen Stellen.

Plagiat, Produktpiraterie, Europäische Kommission, Plagiate, Produktnachahmung, Plagiatoren, Fälscher, Plagiariuszur Erinnerung: Symbolfigur des 1977 von Designer Rido Busse initiierten und von Plagiatoren sowie Fälschern gefürchteten Negativpreises "Plagiarius" ist der schwarze Zwerg mit der goldenen Nase. Der Plagiarius zeigt öffentlich die Unverfrorenheit und Skrupellosigkeit von Nachahmern. Mangels eigener Kreativität und vor allem aus Profitgier werden innovative Ideen Anderer 1:1 übernommen und als eigene Leistung ausgegeben. Mit der Preisverleihung klärt die Aktion Plagiarius sowohl Designer und Firmen, aber auch Politiker, den Gesetzgeber und nicht zuletzt die Konsumenten über das enorme Ausmaß und die negativen Auswirkungen von Plagiaten und Fälschungen auf. Sie sollen für einen bewussteren und kritischeren Umgang mit dem Thema "Original und Plagiat" sensibilisiert werden.

Weitere Informationen zum Plagiatschutz durch unsichtbare Kennzeichnung in veredelten Oberflächen können per E-Mail an Dr. Kerstin Horn, Innovent angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

  • INNOVENT e.V.
    ... ist eine wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung aus Jena, die Forschungsleistungen in den Bereichen Oberflächen, Werkstoffe und Systeme erbringt. Funktionalisierungen von Oberflächen durch Aktivierung oder Beschichtung mit Hilfe von Plasmen und Flammen bilden eine der Kernkompetenzen in der industrienahen Forschungsarbeit. Seit 10 Jahren arbeitet Innovent laut Selbstauskunft an der Entwicklung von Plasma-Oberflächenfunktionalisierungen unter Normaldruck.
  • Aktion Plagiarius e.V.

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