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Medienfassaden, die Architekturbeleuchtung des 21. Jahrhunderts


Kunsthaus Graz (© Landesmuseum Joan­neum) Bild vergrößern

(31.7.2013) Medienfassaden sind aus den Metropolen des 21. Jahrhunderts nicht mehr wegzudenken. Immer öfter tauchen sie graue Großstädte in ein imposantes Spiel aus Licht und Farben. Was einst am New Yorker Times Square mit grellen Neon-Werbetafeln begann, ist über die Funktion als reiner Werbeträger hinausgewachsen und zeigt sich heute als Ver­mittler künstlerischer und sozialer Botschaften, der Häuser in gigantische Leinwände verwandelt. Inzwischen haben sich auf diese „Mediatektur“ eigene Architekturbüros spezialisiert.

Eine Auswahl der beeindruckendsten Medienfassaden der Welt wurde aktuell von Emporis, dem internationalen Anbieter von Gebäudeinformationen, zusammengestellt. Die Bandbreite reicht von großflächigen Installationen über programmierbare Häuserfassaden bis zur leuchtenden Außenhaut riesiger Fuß­ball-Stadien.


Crystal Mesh (© 2008,09 by realities united) (Bild vergrößern)

Einer der führenden Entwickler von Medienfassaden ist das Berliner Architekten- und Künstlerkollektiv realities:united. Für ILUMA, ein Entertainment-Center in Singapur, hat das Büro in Zusammenarbeit mit WOHA Architects die Crystal Mesh Fassade ent­wickelt. Die 5.000 m² große Fassade hüllt den Gebäudekomplex in Singapur tagsüber in ein glitzerndes Gewand aus großen, funkelnden Kristallen und lässt ihn in der Nacht als gewaltige Lichtskulptur erstrahlen, auf der Videoanimationen zu sehen sind.

Tower of Winds von Toyo Ito
Tower of Winds von Toyo Ito (©Wiiii) Bild vergrößern

Der mediale Zauber der Fassaden geht so weit, dass sie auf äußere Einflüsse reagieren. So gibt der von Toyo Ito entwor­fene Tower of Winds im japanischen Yokohama (Bild rechts) gewissermaßen ein Spiegelbild der Atmosphäre ab. Der Turm reagiert auf die Witterungsverhältnisse, indem er bestimmte Klimadaten wie Licht, Wind und Temperatur in ein Farbspiel aus LED-Punkten übersetzt.

Dass bei all den imposanten Lichtinstallationen die Stromkosten nicht in die Höhe schnellen müssen, zeigt das Projekt GreenPix (weltweit das größte farbige LED-Display), das nach Angaben der Architekten vollständig selbstversorgend ist. So werde die tagsüber durch Photovoltaik-Module gewonnene Solarenergie genutzt, um in der Nacht den LED-Screen zu beleuchten:


Xicui Entertainment Complex, GreenPix (Zero Energy Media Wall) im chinesischen Beijing (© Zhou Ruogu Architecture Photography) (Bild vergrößern)

Medienfassaden sind schon heute weit mehr als überdimensionierte Bildschirme an Häuserwänden. Vorreiter wie Jan Edler von realities:united sind davon überzeugt, dass die neuen Mediatekturen in Zukunft eine zunehmend größere Rolle spielen werden: „Das Interesse an so genannten 'Medienfassaden' scheint zuzunehmen. Wir verstehen mediale Gebäudeoberflächen als Vorboten von Gebäuden, die sich aktiv verändern und anpassen können. Das Zukunftspotential solcher Entwicklungen ist somit nicht zu un­terschätzen.“

Port Au­thority Bus Terminal in New York (Bilder aus „Gewebefassaden als positiver Beitrag zur Gebäudebilanz von Parkhäusern“ vom 6.9.2012) GKD / David Joseph, A2a MEDIA, David Joseph

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