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Die Küche im richtigen Licht - Standardlösungen gibt es nicht!

(26.1.2004) Die Küche ist heute weitaus mehr als nur ein Arbeitsplatz, vielmehr ist sie ein Ort der Geselligkeit. Wo gemeinsam gekocht und gefeiert wird, da wird Atmosphäre im Sinne der Wohnlichkeit immer wichtiger. Bei der Vorbereitung der Speisen, beim Arbeiten am Herd, auf der Arbeitsplatte oder an der Spüle hat gutes Licht eine hohe Priorität. Selbst Schubladen und Auszüge werden heute mit Hilfe entsprechender Beleuchtungsmittel besser einsehbar. Nicht zu vergessen die hintersten, dunklen Ecken von Karussellschränken. Auch sie lassen sich jetzt zu jeder Tages- und Nachtzeit komplett ausleuchten.

Standardlösungen für die Beleuchtung der Wohnung und somit auch der Küche gibt es allerdings nicht. Stattdessen gilt es, eine sinnvolle Kombination unterschiedlicher Lampen einzusetzen. Ausschlag gebend bei der Auswahl der Beleuchtungsmittel sind Kriterien wie Behaglichkeit, Blendung, Lichtfarbe, Streuung und Farbwiedergabe. So sollten Glühlampen nur in selten genutzten Bereichen mit kurzer Leuchtdauer wie zum Beispiel auf Dachböden oder in Abstellkammern eingesetzt werden. Niedervolt-Halogenglühlampen eignen sich aufgrund der Lichtkonzentration besonders gut für repräsentative Bereiche. Kompakt-Leuchtstofflampen und stabförmige Leuchtstofflampen hingegen kommen vor allem in Bereichen zum Einsatz, in denen eine gleichmäßige und lang andauernde Beleuchtung erforderlich ist. Um eine effiziente, den Komfortansprüchen entsprechende Beleuchtungslösung zu finden, sollte eine Kombination verschiedener Leuchtmittel angestrebt werden. Das gilt auch für die Küche.

Die Küche ist zunächst Arbeitsplatz. Sie braucht daher eine gute Allgemeinbeleuchtung zur Orientierung im gesamten Raum. Die Grundbeleuchtung sollte ausreichend Licht auch für den Blick in Regale, Schränke und Schubladen zur Verfügung stellen. Allerdings sollte die Beleuchtungsstärke 300 Lux nicht überschreiten, um mögliche, störende Schattenbildung in den verschiedenen Arbeitsbereichen zu verhindern. Für eine optimale Grundbeleuchtung empfohlen werden mindestens zwei Leuchten, zum Beispiel für Dreibanden-Leuchtstofflampen, oder über die gesamte Deckenfläche verteilte Downlights. Bei den Downlights handelt es sich um meist runde, mit Reflektoren und anderen optischen Elementen ausgestattete Deckenleuchten, die auch bei der Innenbeleuchtung von Schränken zum Einsatz kommen. Am gängigsten sind sie für Niedervolt-Halogen-Glühlampen, Halogen-Glühlampen, Kompaktleuchtstofflampen und Halogen-Metalldampflampen.

Eine gute Alternative für die Grundbeleuchtung der Küche stellen Seil-, Stangen- oder Stromschienensysteme mit mehreren, in ihrer Ausrichtung verstellbaren Strahlern und Leuchten dar. Strahler sind Leuchten für vorwiegend stark gerichtetes Licht. Es gibt sie für Reflektorlampen oder mit in der Leuchte eingebautem Reflektor zur Montage auf Decken, an Wänden oder zum Einsatz in Stromschienen, an Seilen oder Stangen. In Niedervolt-Technik ausgeführte Seil- und Stangensysteme machen die Beleuchtung flexibel, ähnlich wie die klassische Stromschiene. Niedervolt-Strahler und -Leuchten lassen sich an beliebiger Stelle befestigen und jederzeit umhängen. Sie werden angeschraubt, angeklemmt oder mit Steckadaptern fixiert. Die Seile und Stangen führen zugleich den Strom zu den einzelnen Verbrauchern. Sie werden an Wänden sowie direkt an der Decke befestigt, Verbindungselemente ermöglichen geometrische Strukturen. Der Transformator muss dabei immer mit Nennlast betrieben werden. Seil- und Stangensysteme sind inzwischen auch für die Netzspannung von 230 Volt erhältlich.

Zusätzliche Platzbeleuchtung erleichtert die Sehaufgabe an Arbeitsplatten, Herd und Spüle. Die Sehaufgabe wird bestimmt von den Hell/Dunkel- und Farbkontrasten, von der Größe der Details sowie von der Geschwindigkeit und Zeitdauer, mit der die Kontraste wahrgenommen werden. Je schwieriger die Sehaufgabe ist, desto höher muss das Beleuchtungsniveau sein. Geeignet für die Platzbeleuchtung sind unter den Hängeschränken angebrachte Leuchten oder Wandleuchten. Insbesondere in Wohnküchen werden auch Esstisch oder Esstheke zusätzlich beleuchtet. Sinnvoll ist die getrennte Schaltung von Allgemein- und Platzbeleuchtung. Im Gegensatz zu der Grundbeleuchtung des Raumes sollte der Arbeitsplatz deutlich heller ausgeleuchtet sein, da hier ein schattenfreies Arbeiten gegenüber allen anderen Beleuchtungen möglich sein muss. Hier sollte die Beleuchtungsstärke bei 500 Lux liegen.

Zum Funktionsbereich gehört neben der Ausleuchtung der verschiedenen Arbeitszentren auch die Innenbeleuchtung des Mobiliars, zum Beispiel beleuchtete Vitrinen, Schubkästen sowie Eckschränke und nicht zu vergessen die derzeit im Trend liegenden Leuchtböden, die auch als Abstellfläche genutzt werden.

Licht dient heute bei weitem nicht nur der Ausleuchtung von Innenräumen. Die entsprechende Beleuchtung sorgt für Atmosphäre und setzt optische Akzente. Licht wirkt durchaus dekorativ: Im Trend liegen Überbauleuchten an Oberschränken und Einbauleuchten hinter mattierten Glastüren, die auch farbige Akzente setzen können. LED-Farbleuchten dienen der Betonung von Fugen oder werden als Sockelbeleuchtung eingesetzt.

Um das Wohlbefinden und das gesellige Miteinander geht es auch bei der Beleuchtung des Esstisches. Absolut im Trend liegen in diesem Bereich die so genannten Pendelleuchten, die blendfrei zu installieren sind. Das heisst, die Schirme der Leuchten müssen so tief angebracht werden, dass der gesamte Esstisch mit deutlich mehr als 500 Lux ausgeleuchtet wird, die Personen am Tisch jedoch nicht geblendet werden. Ferner sollte darauf geachtet werden, den Schirm der Leuchte so anzubringen, dass man sein Gegenüber am Tisch ungehindert sehen kann.

Grundsätzlich empfehlen Lichtspezialisten eine Beleuchtungsinstallation, bei der alle Bereiche separat gesteuert und möglicherweise auch gedimmt werden können.

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