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Bei Birkhäuser erschienen: „Farbe räumlich denken“

Farbe räumlich denken - Positionen Projekte Potenziale
  

(6.1.2019) „In der Architekturdarstellung ist Farbe nicht einmal ein Strich auf der Wand. Sie zeigt sich als Haut, Beschichtung oder Lasur, als Folie oder eingefärbtes Material, mit oder ohne sichtbare Spuren des Anwenders oder Verarbeiters. Farbwahrnehmung ist eine Momentaufnahme in einem sich durch Licht und Umweltverhältnisse permanent wandelnden Kontext.“

Die bei Birkhäuser erschienene Publikation „Farbe räumlich denken“ nimmt sowohl die Erfass- und Planbarkeit von Farbe als auch ihre Unbestimmbarkeit und ihren Erlebniswert in den Blick. Anhand von diversen Beispielen aus Kunst und Architektur werden dabei die räumlichen Wirkungszusammenhänge von Farbe dargestellt sowie ihr Zusammenspiel mit Struktur, Licht und Geometrie anschaulich erläutert.

Das Buch stellt nicht nur systematisch die unterschiedlichsten Farbsysteme von Aristoteles über Grosseteste, Goethe und Ostwald bis hin zu Itten und dem RAL-System vor, sondern erläutert individuelle künstlerische und baukünstlerische Strategien zur räumlichen Gestaltung mit Farbe.

Sukzessive wird der Leser zunächst in grundlegende künstlerische Arbeitsweisen mit Farbe eingeführt - Farbe als Flächen-, Struktur- und Raumelement -, bevor sich das Thema „Farbe im architektonischen Kontext“ auf knapp 200 Seiten entfaltet ...

  • von Farbinseln als herausgehobenen „Bühnen“ - z.B. in der Nordstjerneskolen in Frederikstadt von Arkitema Architects -,
  • über Farbnischen, die kleinräumliche Rückzugsräume markieren - wie im Altenpflegeheim Pont-sur-Yonne von Dominique Coulon & associés  -,
  • bis hin zu großen Farbvolumen wie Anish Kapoors purpurner Kuppeldecke „At the Edge oft he World“
  • und weiter zu monochromen Ganzfarbräumen wie dem Agora-Theater in Lelystadt von UNStudio.

Kompositorischen Phänomenen wie Diffusität, Farbreflexion und Farblicht - beispielsweise in den Installationen von Olafur Eliasson oder Carlos Cruz-Diez - ist ebenfalls ein Kapitel gewidmet.

Dabei wird deutlich, wie die Wechselbeziehungen von Farbe und Architektur die Wahrnehmung des Raumes bestimmen. Das faszinierende räumliche Potenzial von Farbe und die vielschichtigen Interpretationsspielräume im Umgang mit Farbe lassen sich als Gestaltungs- und Kommunikationsmittel einsetzen, die bisher jedoch oft noch nicht ausgeschöpft werden: Farbe changiert zwischen Autonomie und Zweckgebundenheit. Sie als eigenes „Material" zu begreifen, mit dem sich entwerfen und planen lässt, ist Anliegen dieses Buchs.

Die bibliographischen Angaben zum Buch:

  • Farbe räumlich denken
    Positionen Projekte Potenziale
  • von Kerstin Schultz, Hedwig Wiedemann-Tokarz, Eva Maria Herrmann
  • 2019, 368 Seiten
  • durchgängig farbig illustriert, zahlreiche Grafiken und -Pläne
  • ISBN 978-3-0356-1595-1
  • erhältlich u.a. bei Weltbild und Amazon

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