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Je billiger das Licht, desto mehr wird beleuchtet ... und 3 Empfehlungen, um das zu vermeiden

(12.11.2014) Die Straßenbeleuchtung wird immer effizienter, aber die Ausgaben dafür sinken deshalb noch lange nicht immer. Denn je kostengünstiger das Licht, desto mehr wird vielerorts beleuchtet, so dass der Gesamtenergieverbrauch und damit die Freisetzung von Treibhausgasen nicht wie erhofft zurückgeht. Diesem Effekt wollen die Wissenschaftler Christopher Kyba und Franz Hölker vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und Andreas Hänel vom Museum am Schölerberg in Osnabrück mit drei Handlungsempfehlungen begegnen. 

19% des weltweiten Stroms dient der Beleuchtung!

Dass 2015 von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr des Lichts“ erklärt wurde, ist ein guter Anlass, sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Da künstliche Beleuchtung immerhin rund 19% des weltweiten Stromverbrauchs ausmacht, könnten nämlich durchdachte Beleuchtungskonzepte den Energieverbrauch und die Kohlenstoffbilanz ganz maßgeblich beeinflussen.

Doppelte Effizienz, vierfacher Verbrauch

Die bisherige Konzentration der Politik auf die Einführung energieeffizienter Leuchtmittel führte nicht zwingend zu einer Reduktion des Energieverbrauchs, sondern vielerorts zu einer überproportionalen Zunahme von nächtlicher Beleuchtung und Lichtverschmutzung - und der Energiebedarf für Stadt- und Straßenbeleuchtung wächst trotz - oder gerade wegen - der Effizienzsteigerung moderner Beleuchtungsmittel. In Großbritannien beispielsweise verdoppelte sich zwar von 1950 bis 2000 die Beleuchtungseffizienz, gleichzeitig vervierfachte sich aber der Stromverbrauch pro Kopf für künstliches Licht.

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Die schönen Seiten der Architekturbeleuchtung (aus dem Beitrag „making of ... Beleuchtung der Tower Bridge“ vom 10.8.2012; Thumbnails für eine schnelle Inhaltsübersicht)

In drei Schritten zu nachhaltiger Beleuchtung

In der Zeitschrift „Energy & Environmental Science“ haben die Wissenschaftler aus Berlin und Osnabrück unter dem Titel „Redefining efficiency for outdoor lighting“ (DOI: 10.1039/C4EE00566J) drei Handlungsempfehlungen für städtische Beleuchtungskonzepte veröffentlicht. Diese sollen dabei helfen, den Energieverbrauch und auch die Lichtverschmutzung mit ihren negativen Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Menschen möglichst gering zu halten


  • Blick aus der Int. Raum­station auf das nächtliche Berlin (Bild: Science & Analysis Laboratory, NASA Johnson Space Center; Bild vergrößern)
    Im ersten Schritt wird empfohlen, Beleuchtung nur dann und dort einzusetzen, wann und wo sie tatsächlich gebraucht wird. So könnten LED-Leuchten in Gegenden, in denen nachts kaum jemand unterwegs ist, auf 10% gedimmt oder per Bewegungsmelder gesteuert werden. Und sorgfältiger gelenktes Licht würde die Ausleuchtung verbessern und Kosten und Energie einsparen.
  • Zum Zweiten sollte die Politik maximal zulässige Beleuchtungswerte festsetzen. Denn in den meisten europäischen Städten würde bisher über das für die Sicherheit notwendige Maß hinaus beleuchtet. "Wenn man für eine Aufgabe doppelt so viel Licht verwendet als eigentlich notwendig, dann wird die Hälfte der Energie verschwen­det“, rechnet Biologe Franz Hölker vor.
  • Drittens brauche es eine neue Definition für Effizienz in der städtischen Straßenbeleuchtung, die sich am Gesamtverbrauch über eine längere Periode orientiere. Ein einheitliches Maß sollte dabei den Vergleich von Straßen mit völlig unterschiedlichen Beleuchtungssystemen ermöglichen, so der Physiker Christopher Kyba. Wenn dann deutlich würde, dass u.U. Straßenlampen, die nach Mitternacht gedimmt werden, weniger Energie verbrauchen, als effizientere Modelle, die die ganze Nacht hindurch brennen, könnte das zu sparsamerem Verhalten führen.

Diese Maßnahmen könnten nach Einschätzung der Forscher dazu beitragen, den Energieverbrauch und langfristig auch die Lichtverschmutzung zu reduzieren.

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