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Ausblick Heimtextil 2006: Neue Materialien bei Heim- und Haustextilien

(3.12.2005) Der niederländische Trendforscher Gunnar Frank hat für die Saison 2006/2007 vier unterschiedliche Charaktere, sogenannte Materialtypen, entwickelt, die auf der Heimtextil - vom 11. bis 14. Januar - in Szene gesetzt werden sollen. Folgt man dem Trendforscher, dann heißt der neue Trend "Materials - Heart and Soul" und führt von den bisherigen Wohnwelten weg, hin zu den Materialien. Was lag da näher, als die Materialien in den Fokus der Heim- und Haustextilien-Betrachtung zu rücken. Zunächst einmal: "Neue Materialien wird es nicht geben", zumindest nicht, wenn man Professor Dr. Eckhard Schollmeyer hierzu befragt. Neue Ausrüstungsverfahren indes seien zu erwarten, ebenso wie neue Veredelungsverfahren; der Trend gehe zur Funktionalisierung von Heim- und Haustextilien sowie Matratzenstoffen, so der geschäftsführende Direktor am Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West in Krefeld.


Bild von der Weberei rohi aus der Meldung "Textile Farb- und Designkonzepte in der Architektur" vom17.10.2005

Neuartige Veredelungstechniken

Eine aktuelle Studie über Trends und Perspektiven der Textil- und Bekleidungsindustrie ergab, dass neuen Ansätzen in der Textilveredelung durch Nanotechnologie "überragende Bedeutung für zukünftige Funktionalität textiler Materialien beigemessen wird". Ziel der von der Bayern Innovativ GmbH - unter Begleitung durch den Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie - erstellten Studie war die Identifizierung neuer Technologien, neuer Märkte und neuer Chancen. Hierzu wurden gezielt wissenschaftliche Institute und führende Firmen eingebunden, die das ganze Spektrum textiler Technologien und wichtiger Anwenderbranchen abdecken, darunter einige Heimtextil-Aussteller.

Eines dieser Unternehmen ist die Hämmerle Textilwerke GmbH. Der 1836 im österreichischen Dornbirn gegründete Vollbetrieb webt und veredelt bis heute selbst am Produktionsstandort. In punkto innovative Materialien setzt Hämmerle auf die zellulosische Chemiefaser "Tencel" der Lenzing AG (ebenfalls Heimtextil-Aussteller). Bei Hämmerle-Bettwäsche aus Tencel-Fasern "wird Feuchtigkeit zehn mal schneller abtransportiert wie bei herkömmlicher Baumwolle", berichtet Karl-Heinz Zöhrer. Wie der Assistent der Geschäftsführung weiter ausführt, werde die Tencel-Baumwolle auch wegen ihrer antibakteriellen Wirkung geschätzt, insbesondere in Krankenhäusern.

Zur kommenden Heimtextil dürfen sich die Besucher auf zwei Innovationen von Hämmerle freuen. Zum einen wird es laut Aussage von Conny Brunner eine Präsentation der neuen Cosinel-Veredelung durch die BASF am Hämmerle-Stand geben. Wie die Verkaufsleiterin für Bettwäsche mitteilt, handelt es sich dabei um einen hochwertigen Veredelungseffekt, der dafür sorgt, dass die Bettwäsche nicht nur bügelfrei, sondern auch formstabil und knitterbeständig ist. Sie bleibe darüber hinaus auch nach vielen Wäschen noch flauschig weich. Nach einem Jahr Entwicklungsarbeit erhält Hämmerle als zweites Unternehmen (nach der Firma Bauer Damaste) das begehrte Cosinel-Label.

Die zweite Innovation aus dem Hause Hämmerle ist ein Naturstretch auf Tencel-Basis. "Durch die Veredelung selber wird der gewebte Stoff dehnbar gemacht", erläutert Conny Brunner stolz. "In die Tencel-Faser kommt dabei eine Flüssigkeit". Somit benötige man keine Lycra-Fäden oder gestrickte Ware mehr (wie bei Jersey-Laken). "Wir werden die ersten Naturstretch-Spannbettlaken anbieten", freut sich Brunner schon jetzt auf den Heimtextil-Messeauftritt. Laufmaschen bei durchgewebter Ware würden mit den neuen Hämmerle-Bettlaken unmöglich gemacht. Dies sei speziell im Objektbereich interessant, da die Laken hier besonders stabil sein müssten. Die Eigenschaft von Tencel, ein sehr glattes Gewebe zu sein, käme beispielsweise Hautkranken in Kliniken sehr entgegen.

Phase Change Materials

Neben den zahlreichen Veredelungstechniken gibt es dann aber doch eine Gruppe komplett neuer Materialien, die so genannten Phase Change Materials (PCM). Der in diesen Textilien integrierte Spezialschaum beruht auf einer für die Raumfahrt entwickelten Technologie, die extreme Temperaturschwankungen ausgleicht und für ein dauerhaft ausgeglichenes Klima sorgt. Auf dem Sektor der Heim- und Haustextilien hat diese Technologie zuerst Eingang in die Bettwaren-Produkte gefunden.

Unter der neuen Marke "Comfort-line by Walburga" stellt zum Beispiel die Waldenburger Bettwaren GmbH ein solches Produkt mit intelligenter Wärmeregulierung vor. Ein mikrofeines Gewebe in einer ausgewogenen Mischung aus Polyestermikrofasern und Baumwolle ist einseitig mit dem dehnbaren, Temperatur regulierenden "Climarelle"-Vlies unterlegt. Dieses Vlies enthält Millionen mikroskopisch kleiner PCM-Kapseln zur Wärmeregulierung. Der Name PCM (Phase Change Materials) rührt daher, dass das Material seinen Aggregatzustand ändern kann. Die PCM-Kapseln werden flüssig, sobald der schwitzende Körper sie erhitzt. Sie speichern diese Wärme zunächst und rufen einen Kühleffekt hervor. Sobald es kälter wird, kristallisieren sich die Kapseln und geben die dadurch entstehende Energie wie eine Heizung - in Form von Wärme - wieder frei. Der ruhende Körper wird dann selbst bei niedrigen Temperaturen warm gehalten. Wie Geschäftsführerin Birgit Mannstadt von Waldenburger Bettwaren mitteilt, ist dieses moderne "Temperaturmanagement" vor der Markteinführung wissenschaftlich belegt und von Konsumenten getestet worden.

Neuheiten bei der Materialausrüstung

  • hautverträglich

Hautverträglichkeit ist bei Interfrotta das wichtigste Stichwort, wenn die Sprache auf eingesetzte Materialien kommt. Nach Ansicht von Pressesprecherin Anna Luiz mache es bei Bettwäsche nicht wirklich Sinn, auf neue innovative Materialien zurückzugreifen. "Unserer Ansicht nach muss nach wie vor die Hautverträglichkeit an erster Stelle stehen", betont Luiz. Interfrotta setzte auf Altbewährtes: Stoffe aus 100 Prozent feinster Baumwolle. Die neue Tisch- und Bettwäsche-Kollektion "Aloha", die Interfrotta erstmalig auf der Heimtextil 2006 in Frankfurt präsentiert, wird zum einen aus einer bedruckten Percallequalität, zum anderen aus einem klassischen Satingewebe bestehen, verrät Luiz.

  • antibakteriell

Andere Anbieter haben mit bestimmten Ausrüstungsvarianten den Bakterien den Kampf angesagt, so etwa Egeria mit einem antibakteriell ausgerüsteten Microfasertuch, das das Sportprogramm ausbaut und erweitert. Oder auch die Schmitz-Werke, die speziell für das Health-Care-Segment einen Separationsstoff aus Trevira CS entwickelt haben, der dauerhaft antibakteriell wirksam ist. Das leichte Gewebe drapilux-216 bioaktiv gibt den in Krankenhäusern am häufigsten auftretenden Krankheitserregern keine Chance zum Überleben. Wieder andere Anbieter haben sich auf die Abwehr von Hausstaub-Milben verlegt. Gebr. Sanders zum Beispiel bietet "VarioProtect-Matratzenbezüge", die Matratzen vor Milben und Allergenen abschirmen. Die Bezüge verfügen über eine innenseitige Allergensperre aus Polyurethan.

  • Schadstoffe und Gerüche abbauend

Eine andere Form der Materialausrüstung stellt der Schadstoff- und Geruchsabbau dar. Als Neuentwicklung auf diesem Gebiet präsentiert sich drapilux-786 air, ein moderner Inbetween mit einem matten Perlmuttglanz in fil à fil-Optik. Die zum Teil kräftigen Colorits sind Ton-in-Ton kombiniert, auffallend und gleichzeitig harmonisch. Die Schmitz-Werke hatten mit den Segmenten drapilux air und drapilux bioaktiv bereits frühzeitig auf bestimmte nutzen-orientierte Ausrüstungen im Objektgeschäft gesetzt.

  • flammhemmend

Ebenso wie diese ehemals objekttypischen Ausrüstungen mittlerweile in die Privatwohnungen vorstoßen, ist auch eine flammhemmende Ausrüstung längst nicht mehr nur in der Objektware Thema. Birgit Diop, Designerin bei Delius berichtet davon, dass flammfester Polyester immer mehr Eingang in die Stoffe für die Privatverbraucher Eingang finde. Sie vermutet, dass die Anbieter beide Märkte mit den Produkten abdecken wollen. "Polyester ist nicht so gefällig. Daher machen wir diese Produkte mit Dessin und Farbe schön", stellt Diop ihre Arbeit vor. Ausgeklügelte Farbreihen seien zur Veredelung der schwer entflammbaren Stoffe aus dem Deliflamm-Programm zur Heimtextil 2006 zu erwarten.

  • schmutzabweisend

Schon im vergangenen Jahr hatte Delius auf den Zusatznutzen im Möbelstoff gesetzt. "Wenn Sie mich als Vertriebsmann fragen, wie man heute erfolgreich sein kann, dann sage ich: Man muss Produkte anbieten können, die mehr bieten als nur schön zu sein", so ein Zitat des Delius-Vertriebschefs Gerd Kramer. Der Zusatznutzen im Möbelstoff werde von den Entscheidern erwartet, meint Kramer. Aus diesem Grunde wartete Delius auf der letzten Heimtextil mit einer wahrhaft revolutionären Innovation auf: einer "Crypton" genannten Möbelstoff-Ausrüstung, gegen die nahezu kein Fleck mehr eine Chance hat. Dabei handelte es sich um ein technisches Gewebe. "Wir haben einen Polyesterstoff von vornherein so entwickelt, dass er mit der Crypton-Oberfläche kompatibel ist", berichtet der Delius-Vertriebsleiter. Mit einem Spültuch, lauwarmem Wasser und etwas Pril-Lauge könne man davon jeden Flecken wieder entfernen.

Experimente mit Material-Mix

Laut Bernhard Hansl liegt Leinen sehr im Trend und gleichzeitig sei Polyester seit Jahren aktuell, weiß der Assistent der Geschäftsführung des Textilverlages nya nordiska zu berichten. Ganz ähnlich äußert sich Donata Apelt-Ihling. "Wir verarbeiten Leinen, Baumwolle und Polyestergarne, anteilsmäßig vermischt". Die Pressechefin der Apelt-Stoffe ergänzt: "Unseres Erachtens geht der Trend zu matteren Optiken". Der starke Glanz sei zwar nicht völlig out, aber tendenziell auf dem Rückzug.

In Richtung neue Materialien erwartet Bernhard Hansl manches von Effektgarnen und von Mikrofasern. "Da wird einiges weiterentwickelt", teilt Hansl mit. Man müsse sich um diese Entwicklung kümmern, auch wenn davon keine Hauptumsatzträger zu erwarten seien. nya nordisca hat das Experimentieren mit Materialien in jedem Fall einigen Ruhm eingebracht, haben doch Material-Mix-Produkte des Hauses wie Stratos anerkannte Designpreise gewonnen.

Bei Tapeten gewinnt Vlies weiter an Boden

Bei Tapeten geht der grundsätzliche Materialtrend zum Vlies "Es ist eine deutliche Entwicklung hin zum Vlies in allen Variationen erkennbar“, sagt Dieter Langer. Laut dem Art Direktor aus dem Hause Marburg werde die Vliestapete sich gegenüber der Papiertapete immer weiter ausbreiten - und zwar in allen Preisbereichen. Weist der Verband der deutschen Tapetenindustrie bereits eine Drittelteilung am Markt in Papiertapeten, Strukturtapeten auf Papierträger sowie Vliestapeten aus, so bestehen bei Marburger schon 60 Prozent der Gesamtkollektion aus Vlies - mit steigender Tendenz. Effektvliese, Vlies auf Vlies kaschiert, Glasperlen auf Vlies oder Vliese mit eingestreuten Fasern; dem Einfallsreichtum der Hersteller scheinen kaum Grenzen gesetzt.

Rauhvlies, Rauhfaser, Vliesfasertapete, Rauhfasertapete, Vliestapete, Vliesfasertapete, Tapete, Tapeten überstreichen, Rauhfasertapeten, Rauhvliestapeten, Vliesfasertapeten
Bild von Erfurt & Sohn aus dem Beitrag "'Rauhvlies' vereint die Vorteile von Rauhfaser- und Vliesfasertapeten" vom 22.6.2005

Der Anwendungsnutzen - Verarbeitungsfreundlichkeit, leichte Entfernbarkeit und keine Probleme mit Nähten - ist einfach zu groß. Zur anstehenden Heimtextil wird die Marburger Tapetenfabrik übrigens mit einer speziellen Oberflächenveredelung aufwarten: heißgeprägte Tapeten mit Granulaten. Dabei werden in der Produktion Multi-color-Perlen auf das Kleberbett aufgestreut. Man darf gespannt sein auf das Ergebnis.

Das goldene Vlies

Auch aus dem Hause A.S. Création ist eine außerordentliche Materialbehandlung zu erwarten. Es bedurfte der Entwicklung einer neuen Produktionstechnik, den hohen Designanspruch des französischen Designers Nadir Belli auf Tapeten umzusetzen: Während bei einer herkömmlichen Vlies-Tapete zunächst die Farbe gedruckt und dann die Prägung hinzugefügt wird, wurde der Vorgang für die neue Kollektion "Golden Fleece" umgedreht. Dieses Prinzip - erst Prägung, dann Farbe - erweckt nun mit seinem individuellen Farbauftrag den Eindruck eines "handgefertigten" Produktes. Belli ließ sich von historischen Textilwänden inspirieren lassen, die er in einem Museum entdeckt hatte. Dabei war es ihm wichtig, den ursprünglichen, handwerklichen Charakter der Damast-Textilstoffe in die Tapetenwelt zu übertragen. Herausgekommen ist eine Kollektion mit dem damast-typischen Matt-/Glanz-Effekt, bei deren Tapeten die Dekore besonders großzügig mit einem 1,6 Meter breiten Rapport gedruckt sind.

Gemeinsam mit dem Rat für Formgebung, Deutschlands Kompetenzzentrum für Design, hat der Gummersbacher Tapetenhersteller dieses Beratungsinstrument entwickelt. Mit dem "Style-guide Tapete" kann der Verbraucher einfach und schnell seine Wunschtapete aus dem riesigen Angebot an A.S.-Tapeten heraussuchen. Alle Kollektionen sind den vier Wohnwelten zugeordnet. Sobald der Verkäufer im Einzelhandel gemeinsam mit dem Kunden herausgefunden hat, welcher Einrichtungstyp er ist, kann er im zweiten Schritt auch andere Produkte neben Tapete und Bordüren kompetent verkaufen. Um die Suche zusätzlich zu vereinfachen, gibt es von A.S. zusätzlich vier spezielle Mischkollektionen, die die Bestseller in den vier Wohntrend-Segmenten umfassen.

Pflegeleichtigkeit an erster Stelle

Die großen Textilverlage beobachten die Entwicklungen zur Textilveredelung, die Ausrüstungsinnovationen und speziell die Beschichtungsversuche mit den nanokleinen Strukturen interessiert, aber zurückhaltend. "Abzuwarten ist, was sich noch alles in der Nanotechnologie tut und welche Zusatznutzen dann für die Heimtextilie sinnvoll und erschwinglich erscheint", sagt beispielsweise Lutz Neubert. Für den Produktmanager bei Saum & Viebahn steht hinsichtlich der Materialerwartungen Pflegeleichtigkeit auf Platz 1.

Der Endverbraucher suche immer dann nach Sicherheit in Bekanntem und Bewährtem, wenn er durch Politik oder die wirtschaftliche Situation verunsichert sei. Aus diesem Grund würden sich die klassischen Möbelstoff-Kollektionen bei Saum & Viebahn derzeit sehr positiv entwickeln, so Neubert. Vor diesem Hintergrund werde der Textilverlag eine neue Gobelinkollektion in frischen, modernen und kräftigen Farben in der vollsynthetischen Qualität Q2*) zeigen, ausgestattet mit Teflon-Fleckschutz. Ein umfangreiches Thema werde im Januar auch Charmelle*) sein, so Neubert weiter. Charmelle ist ein vollsynthetisches, dreidimensionales Veloursgewebe mit langer Lebensdauer und Pflegeleichtigkeit - komplett ohne chemische Ausrüstungen. Daher seien die Möbelstoffe auch für Allergiker geeignet.

Im Deko- und Gardinenbereich kommen bei Saum & Viebahn in erster Linie vollsynthetische Gewebe zum Einsatz. Vielfach wird mit Effektgarnen und unterschiedlichen Transparenzen gespielt.

Polyesterqualitäten von Organza bis Semi-Organza, teilweise mit Fasergarnen kündigt die Garotex-Gruppe zur anstehenden Heimtextil an. "Wir werden uns bei den Neuheiten hauptsächlich im Bereich buntgewebter Jacquardgewebe bewegen", sagt Sieglinde Brucker "um dort mit transparenten und halbtransparenten Geweben spannungsreiche Kombinationen zwischen den einzelnen Passagen innerhalb eines Artikels zu erzielen". Die oberste Produktentwicklerin des Hauses setzt dazu auf den Einsatz verschiedener Garnqualitäten. Damit der Polyester textiler wirke, werde es zum Beispiel Artikel mit transparenten Querstreifen geben, die dann über halbtransparente bis hin zu dichten Garnen übergehen. Um eine hochwertige Optik zu erzielen, werde man die Gardinen und Dekorationsstoffe teilweise mit aufwändiger Scherli-Musterung anbieten.

Erster Teppich, der Gerüche neutralisiert

Die "Triple Fresh"-Ausrüstung zur Geruchsneutralisierung und zum Schadstoffabbau hat nach dem Sonnenschutz (BakaSave), den Stoffen (drapilux air, s.o.) und den Teppichböden (Dura air, siehe Meldung vom 11.4.2005) nun auch die abgepassten Teppiche erreicht.

Teppichboden, Teppichböden, raumluftreinigender textiler Bodenbelag, textile Bodenbeläge, Formaldehyd, Nikotin, Essigsäure, Acetaldehyd
Bild aus dem Beitrag "Teppichboden mit raumluftreinigendem Katalysator" vom 11.4.2005

Zur Heimtextil im kommenden Januar will die Paulig Teppichweberei als erster Anbieter mit Vento einen ersten abgepassten Teppich präsentieren, der mit diesem nach dem Katalysatorprinzip funktionierenden Wirkstoff verschiedene Schadstoffe katalytisch abbauen und in unschädliche Bestandteile "zerlegen" kann. Dabei verbraucht sich der Wirkstoff nicht, sondern bleibt permanent wirksam. Durch Luftzirkluation kommen Geruchs- und Gasmoleküle mit dem mit Triple Fresh ausgerüsteten Teppich in Berührung. Dann erfolgt durch oxidative Reaktion mittels Metall-Salzen ein katalytischer Abbau von Raumgasen und Geruchsstoffen. Sowohl der TÜV als auch das Fresenius-Institut bescheinigten Triple Fresh die Fähigkeit, in der Luft vorhandene Schadstoffe wie Formaldehyd und Nikotin zu vermindern.

Bei den handgewebten Strukturteppichen bestimmen Struktur- und Material-Mix einen großen Teil des Trends. Die Paulig Teppichweberei setzt ihre Schwerpunkte zur Heimtextil 2006 auf Kombinationen aus Flachgewebe und Hochflor sowie auf innovative Garnkombinationen. Hinzu kommt Doubleware - mit völlig neuartigen Webstühlen, die bislang nicht erreichbare gemusterte Dessinierungen ermöglichen sollen. Muster in Jacquardtechnik bieten der Gestaltung und dem Design viel Spielraum.

Fasern mit Zusatzfunktion

Was bei den fertigen Produkten im Trend liegt, findet sich auch bei den Heimtextil-Trends der Faserlieferanten. So legt Trevira den Fokus bei Neuentwicklungen auf Fasern für schwer entflammbare Textilien (Trevira CS). Daneben werde es einen besonderen Schwerpunkt bei Fasern und Garnen mit antimikrobieller Zusatzfunktion (Trevira CS Bioactive) geben, erklärt Ulrich Girrbach. Der Marketingleiter für Heimtextil bei Trevira kündigt auch eine immer stärkere Internationalisierung seines Hauses in Europa und Asien an. Dass im Zuge der EU-Harmonisierung und gar im weltweiten Umfang zugesagte Materialeigenschaften zunehmend nach vergleichbaren Verfahren geprüft werden, kommt Trevira entgegen. So sei in Indien ein wichtiger Schritt bei der Brandschutzgesetzgebung vollzogen worden. Hier wären sowohl für Polsterstoffe als auch für Gardinen die europäischen Prüfnormen vom Bureau of Indian Standards übernommen worden. Durch diese Maßnahme werde die Basis für den Einsatz von Trevira CS-Stoffen maßgeblich verbreitert, so Girrbach. Und der Markt werde auch für die europäischen Hersteller von designstarken Trevira CS-Textilien zunehmend interessanter. Auf der Heimtextil 2006 werden wieder rund 170 Hersteller von Trevira CS Textilien vertreten sein.

Da die Ansprüche an die Eigenschaften von Textilien immer weiter steigen, erhalten innovative Textilausrüstungsverfahren, neue Ansätze in der Textilveredelung, Weiterentwicklungen in der Polymerchemie für Fasermaterialien und auch neue Materialien wie Phase-Change-Materials für adaptive Textilien eine immer größere Bedeutung. Hightech-Textilien werden zum Trendsetter für zukünftiges Design. Die Heimtextil präsentiert vom 11. bis 14. Januar 2006 in Frankfurt am Main einen umfassenden Überblick über das gesamte Spektrum der Wohn- und Objekttextilien.

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* Q2 und Charmelle sind Stoffmarken aus dem Hause Rohleder, exklusiv vertrieben durch Saum & Viebahn.

siehe auch:

  • Heimtextil
    vom 11. bis 14. Januar 2006 in Frankfurt am Main

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