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Trotzen, nutzen, festigen und erste Wahl bleiben: Rotos Devise auch für 2014


  
Dr. Eckhard Keill, Vorstandsvorsitzender der Roto Frank AG
Dr. Eckhard Keill

(28.11.2013) Obwohl 2013 per saldo tatsächlich das von Roto vor einem Jahr prognostizierte schwierige Jahr in relevanten Märkten war, ist auch von 2014 „nicht viel zu erwarten“. Des­halb gibt das Unternehmen hinsichtlich der eigenen Entwick­lung erneut die schon 2013 realisierte Devise aus - nämlich ...

  • den Märkten zu trotzen,
  • Stärken zu nutzen,
  • wirtschaftliche Stabilität zu festigen und
  • damit für die Kunden erste Wahl zu bleiben.

Insgesamt will der Bauzulieferer damit weiter „in der Erfolgs­spur“ fahren. Das erklärte der Vorstand während des 8. In­ternationalen Fachpressetages, zu dem Ende November 2013 rund 60 Journalisten aus 18 Ländern nach Brüssel kamen.

Verbreitete Schwächetendenz

„Wir haben gut daran getan, uns beim Blick auf die allgemeine wirtschaftliche und branchenspezifische Entwicklung weder am amtlichen Zweckoptimismus noch am 'Kaffeesatz-Lesen' von Instituten zu beteiligen“, stellte Dr. Eckhard Keill gleich zu Beginn heraus. Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden der Roto Frank AG erhärteten die Realitäten vielmehr die ei­gene Skepsis. Auch viele internationale Fenster- und Türen­märkte seien 2013 stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Roto-Gruppe könne sich dagegen auf hohem Niveau be­haupten und damit die „ambitionierten Ziele“ erreichen. Ähn­liche Vorzeichen gebe es für 2014.

Nach aktuellen Berechnungen der Vereinten Nationen wächst die gesamte Weltwirt­schaft 2013 nur noch um 2%. Bei seiner Analyse ging Keill auf einzelne Regionen ein. In Lateinamerika schwäche sich die vorher kräftige Wachstumsrate voraussichtlich auf 3% ab, während in Europa die Wirtschaft nach wie vor unter der Schuldenkrise leide. Hinzu komme, dass die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) nach Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) „nicht mehr boomen“.

Positiv sei zu konstatieren, dass die USA ihre Rezession überwinde und Deutschland noch als Konjunkturlokomotive in Europa glänze. Allerdings befürchtet Keill, dass die in den zum Zeitpunkt des Fachpressetages noch nicht abgeschlossenen Koalitions­verhandlungen von CDU/CSU und SPD spürbare „Wohltaten-Mentalität“ die Wettbe­werbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft auf Dauer gefährdet. Insgesamt zeichne sich für die Weltwirtschaft 2014 ein etwas günstigeres Szenario ab. Dennoch blie­ben erhebliche Risiken. So könnten sich, warnte der Roto-Chef, die ungelösten Fi­nanz- und Schuldenkrisen, die internationale Geldschwemme und die extreme Nied­rigzinspolitik durchaus als „Zeitbombe“ erweisen.

„Permanent verschobene Erholung“

Die europäische Bauwirtschaft setze auch 2013 ihre Talfahrt fort. So sinke das ge­samte Bauvolumen in den 19 Euroconstruct-Ländern den Schätzungen zufolge wei­ter auf etwa 1,3 Billionen Euro und damit auf den niedrigsten Stand seit 1993. Ein 20-Jahres-Tief markiere auch der Wohnungsbau mit erwarteten 1,3 Mio. Fertigstel­lungen. Deutschland gehöre hier zu den wenigen Lichtblicken.

Die schon in den letzten Jahren „permanent verschobene Erholung am Bau“ soll laut Euroconstruct nun erst 2015 beginnen. Dabei schneide der Wohnungsbau mit mode­ratem Wachstum noch am besten ab. Traditionell sei die Entwicklung regional sehr unterschiedlich. Glaube man den Forschungsinstituten, zählen Skandinavien, Großbri­tannien und Deutschland zu den Gewinnern. Verlierer werden danach u.a. Spanien, Portugal, Italien, Tschechien und Ungarn sein.

In der im Kern relativ positiv eingestuften deutschen Bauwirtschaft trage ebenfalls der Wohnungsbau den Aufschwung. Dabei rangiere das Segment „Sanierung/Renovie­rung“ klar vor dem Neubau. Faktoren wie eine erhöhte Zuwanderung, die stabile Be­schäftigung, die sichere Kapitalanlage „Immobilie“ sowie das niedrige Zinsniveau be­günstigten die gegenwärtige und künftige Entwicklung.

Unkalkulierbares und Zweifelhaftes

Wie immer seien die Fenster- und Türenmärkte letztlich ein Spiegelbild der generellen Baukonjunktur. Das schließe die starken regionalen bzw. länderspezifischen Unter­schiede ein. Für 2013 bezifferte Keill den durchschnittlichen Rückgang aller Ro­to-relevanten Märkte bei der Wertbetrachtung auf 8 bis 10%. 2014 sei per saldo nochmals mit einer schwächeren Gesamttendenz zu rechnen. Allerdings dürfte das Mi­nus geringer ausfallen als im laufenden Jahr. Erschwerend komme die zum Teil „völlige Unkalkulierbarkeit“ einzelner Märkte hinzu. Ein prägnantes Beispiel dafür sei Russland.


Bezogen auf Deutschland habe Roto „einige Zweifel“ an der jüngsten Verbändestudie (siehe auch Baulinks-Beitrag „Fens­ter- und Türenbranche rechnet für 2014 mit 5,7% Wachstum“ vom 10.11.2013). Speziell das bei überwiegend konstanten Materialanteilen für 2014 vorhergesagte Stückzahl-Wachstum von fast 6% auf 13,9 Mio. Fenstereinheiten hält das Unterneh­men für „unrealistisch“. Nach den eigenen Erfahrungen sorge der Trend zu teureren (Energiespar-)Fenstern lediglich für eine positive Wertbilanz, von der Beschläge im Übrigen aber prak­tisch nicht profitierten. Gleiches gelte im Prinzip für die zuver­sichtliche Prognose bei Außentüren, die 2014 von einem Plus von knapp 6% auf etwa 1,4 Mio. Türen ausgehe. Keill: „Auch hier können wir den Mengen-Optimismus nicht wirklich nach­vollziehen.“

„Sukzessiver Aufholprozess“

Michael Stangier, Finanzvorstand der Roto Frank AG
Michael Stangier

Status und Perspektiven der Roto-Gruppe erläuterte Michael Stangier. Der Finanzvorstand erinnerte zunächst an die Aus­gangsbasis 2012. Sie war nach seinen Worten u.a. von einem Umsatz von 652 Mio. Euro geprägt, der nur leicht unter dem absoluten Rekordniveau des Vorjahres (657 Mio. Euro) gelegen habe. Vor dem Hintergrund der sich schon damals abzeichnen­den bzw. in Teilsektoren bereits eingetretenen Marktschwäche sei darin in Kombination mit Marktanteilsgewinnen eine positive Firmenkonjunktur zum Ausdruck gekommen. Das formulierte Ziel für 2013 („Besser sein und besser behaupten als Märkte und Wettbewerber“) mündete seinerzeit in die Kernaussage: „Wenn Märkte stark schrumpfen, kann Stagnation schon ein großer Erfolg sein“. Genau so werde es vermutlich (mindestens) auch kommen.

Für die Division Fenster- und Türtechnologie meldete Stangier per Ende Septem­ber insgesamt ein geringes Umsatzminus gegenüber der entsprechenden Vorjahres­periode. Wie es ergänzend hieß, konnte ein „sukzessiver Aufholprozess“ das schwa­che 1. Quartal fast kompensieren. Parallelen gegenüber 2012 seien die teilweise sig­nifikanten regionalen Unterschiede auf der einen und die im Wettbewerbsvergleich „gute Roto-Position“ auf der anderen Seite.

Ein Umsatzwachstum habe man u.a. in den USA, in Lateinamerika, einigen europäi­schen Staaten wie Frankreich sowie in China erzielt. Stagnierende bzw. rückläufige Verkaufszahlen waren dagegen etwa in Deutschland und Russland zu registrieren. Au­ßerdem hob der Finanzvorstand hervor, dass die strategischen Akquisitionen in Kana­da (Übernahme der Firma Fasco im Herbst 2012) und Brasilien (Erwerb des Beschlag­spezialisten Fermax im Frühjahr 2013) „bereits greifen“. Die dadurch erheblich verbes­serten Wachstumsperspektiven und Marktpositionen würden am Beispiel Brasilien be­sonders deutlich. Vor dem Erwerb des neuen Gruppenmitgliedes sei man dort eher schwach vertreten gewesen. Die Investition „brachte uns sofort auf Platz 2“. Markt­anteilsgewinne gebe es auch in den USA und in Europa (Frankreich, Italien, Türkei).

Florierendes Kerngeschäft mit Wohndachfenstern

In der Division Dach- und Solartechnologie stehe per Ende September im Vorjah­resvergleich ein moderater Umsatzanstieg zu Buche. Es sei gelungen, den witterungs­bedingten Einbruch zu Jahresbeginn in den Folgequartalen durch jeweils knapp zwei­stellige Zuwachsraten „auszubügeln“. Das beruhe primär auf der hohen Nachfrage im Kerngeschäft mit Wohndachfenstern. Der in der jüngeren Vergangenheit negative So­larbereich sei inzwischen auf eine „Restgröße“ geschrumpft und stelle damit für die Zukunft keinen Belastungsfaktor mehr dar.

Gute Verkaufszahlen steuerten den Angaben zufolge vor allem der Hauptmarkt Deutschland sowie Italien, Österreich und Ungarn bei. Ins Minus rutschten dagegen Polen und Tschechien. Da die Zwischenbilanz für das 4. Quartal unter dem Strich po­sitiv ausfalle, sei der Wachstumsoptimismus für das ganze Jahr in der Division fundiert.

Mehr Mitarbeiter durch Firmenkäufe

Den Gruppen-Gesamtumsatz per 30. September 2013 bezifferte Stangier auf 506 Mio. Euro. Er liege zwar 0,5% unter Vorjahr, stelle indes mit Blick auf die durchschnittlichen Marktverluste zwischen 8 und 10% ein „sehr achtbares Resultat“ dar. Es gelte, daran im Schlussquartal anzuknüpfen, so dass die Egalisierung des Vorjahresumsatzes von 652 Mio. Euro zu schaffen sei. Bei „optimalem Verlauf“ könne am Ende sogar ein ge­ringes Plus stehen.

Auf Gruppenebene bleibe die Relation zwischen Auslands- und Inlandsgeschäft bei etwa 2/3 zu 1/3. Die Mitarbeiterzahl des Bauzulieferers betrage im Jahresdurchschnitt ca. 4.400 und damit rund 300 mehr als 2012. Der Anstieg beruhe aber ausschließlich auf den Firmenkäufen in Kanada und Brasilien. Die Sachinvestitionen habe Roto redu­ziert, da aufgrund der per saldo negativen Marktentwicklung keine Kapazitätserweite­rungen nötig seien. Für 2014 zeichne sich eine ähnliche Situation ab. Stangier beton­te, dass die Investitionen in Akquisitionen durch die gute wirtschaftliche Verfassung des Unternehmens im Wesentlichen aus eigenen Mitteln erfolgten.


Bei der Bewertung der Ertragslage „sind wir zwar von Eupho­rie weit entfernt“. Mit Blick auf das schlechte Marktumfeld sei sie aber „nicht unbefriedigend“. Dieses Prädikat wurde danach durch striktes Kostenmanagement, effiziente Prozesse sowie die Realisierung moderater und zugleich nötiger Preiserhöhun­gen möglich. Insgesamt habe Roto die „wichtigen Hausaufga­ben gemacht“. Im Übrigen werde die Wirksamkeit der Arbeit durch die auch 2013 erhaltene Auszeichnung „Hoppenstedt Top Rating“ belegt, die die Bestnote in puncto „Kreditwürdig­keit“ sei.

Umsatzplus im Visier

In seiner Vorschau auf 2014 sprach Keill marktbezogen von einem erneut „schwierigen Jahr“. Der Erwartung überwiegender Rückgänge stünden begrenzte regionale „Hoff­nungsträger“ gegenüber. Die Roto-Gruppe strebe unverändert „Kontinuität im Erfolg“ an. Sie wolle sich einerseits so weit wie möglich von negativen Märkten abkoppeln und andererseits überproportionale Wachstumschancen in Nord-, Mittel- und Latein­amerika aktiv nutzen. Als konkretes Umsatzziel wurde ein Plus zwischen 2 und 5% genannt. Außerdem erleichtere die stabile Finanzsituation weitere Firmenakquisitio­nen. Eventuell könne man bereits im 1. Quartal 2014 abermals Vollzug melden.

Als Fazit formulierte Keill fünf Kernaussagen:

  1. Roto könne sich im schwierigen Jahr 2013 auf hohem (Umsatz-)Niveau behaupten.
  2. Das Unternehmen bleibe wirtschaftlich „kerngesund“ und biete seinen Marktpartnern daher die nötige und gewünschte Sicherheit.
  3. Man suche besondere Wachstumschancen auch durch strategische Akquisitionen und deren zügige Integration in die Gruppe.
  4. Roto habe die Kraft, um auch 2014 Marktanteile zu gewinnen.
  5. Außerdem wolle man international, innovativ und stets „Nah am Kunden“ bleiben.

Der Roto-Chef versicherte in Brüssel dem internationalen Journalistenpublikum, in ei­nem Jahr bei dem dann 9. Fachpressetag auf dieser Basis „wieder offen Bericht zu erstatten“.

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