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Der Mittel- und Osteuropamarkt für Kühlsysteme

  • Postkommunistischer Einzelhandelsboom heizt den Markt für Kühlsysteme an

(29.9.2003) In krassem Gegensatz zu den Entwicklungen im westeuropäischen Markt, erhält die mittel- und osteuropäische Industrie für Kühlsysteme derzeit verschiedene Möglichkeiten, um ein brachliegendes Marktpotenzial auszuschöpfen. Laut einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan könnte der mittel- und osteuropäische Markt für Kühlsysteme durch neue Investoren angekurbelt werden, die bereit sind, in den derzeit 422 Millionen schweren Markt zu investieren, um damit die Marktexpansion zu beschleunigen. Bis zum Jahr 2009 soll der Mittel- und Osteuropamarkt für Kühlsysteme auf 768 Millionen US-Dollar anwachsen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstumsrate von ca. zehn Prozent. Die federführenden Kräfte hinter dieser Marktpenetration befinden sich fest in westeuropäischen Händen und werden von dem Unternehmen Linde angeführt.

Die Marktbedingungen werden sich drastisch ändern, wenn die wichtigsten nationalen Märkte der Region der EU beigetreten und bislang staatlich betriebene Unternehmen privatisiert worden sind. Man geht davon aus, dass diese Schritte den unterentwickelten Markt beleben und eine fruchtbare Basis für die weitere Entwicklung schaffen werden. Mit dem EU-Beitritt in Sichtweite wird Osteuropa ein größeres ausländisches Investitionsinteresse erfahren, was wiederum zu wachsenden Lebensmittel- und Einzelhandelsumsätzen führen sollte. Dieser Trend verheißt Gutes für die Zukunft des mittel- wie osteuropäischen Marktes für Kühlsysteme, dessen Schicksal direkt mit der Entwicklung in der Lebensmittel-, Getränke- und Einzelhandelsbranche verwoben ist. Der Markteintritt westeuropäischer Einzelhandelsverbände, wie Tesco, Auchan, Ahold, Geant Metro und Carrefour, hat bereits erste Spuren im mittel- und osteuropäischen Einzelhandelssektor hinterlassen und diesen aus seiner Lethargie wachgerüttelt.

Lokale Initiativen werden durch rückständiges Bankwesen gebremst

Das gegenwärtige Fehlen lokaler Investoren und die begrenzte Zahl neuer Kundengruppen beeinträchtigen derzeit die Wachstumsaussichten für den mittel- und osteuropäischen Markt für Kühlsysteme erheblich, so lautet die Einschätzung von Beatrice Nae, Industry Analyst bei Frost & Sullivan. "Jedoch variieren die Privatisierungsprogramme der einzelnen Beitrittsländer und die osteuropäischen Behörden gehen von einem Zufluss ausländischer Investitionen aus, die von privaten Geldgebern und der EU stammen. Initiativen vor Ort werden allerdings durch ein reformbedürftiges Bankwesen gebremst sowie durch die begrenzten finanziellen Möglichkeiten für öffentliche wie private Unternehmungen", fährt Nae fort.

Sinkende Zahlen im Secondhand-Bereich

Ein weiterer entscheidender Faktor für den lahmen Absatz neuer Kühleinrichtungen in Mittel- und Osteuropa ist der stabile Secondhand-Markt. Allerdings ist jedoch beim Verkauf von Secondhand-Waren in Ländern wie Polen ein Rückgang zu verzeichnen, wo die Durchschnittspreise kürzlich gesunken sind.

Die größeren Unternehmen der Lebensmittelproduktion und -lagerung sind allerdings bemüht, sich den EU-Vorgaben anzupassen, und ersetzen deshalb ihre veralteten Anlagen. Zudem haben die Unternehmen festgestellt, dass es wichtig ist, die Ausstattung aufzurüsten, um sich Marktvorteile verschaffen zu können.

Neue Preispolitik in Zeiten wachsender Konkurrenz

Frost & Sullivan geht davon aus, dass sich die Distributionsstrukturen innerhalb des Prognosezeitraums verändern werden, da weiterhin Unsicherheit das Marktgeschehen dominiert und viele Unternehmen nur sehr zögerlich weniger entwickelte Marktregionen betreten. Die Hersteller führen außerdem eine neue Preispolitik ein und überarbeiten ihre Strategien, was zu weiteren Veränderungen ihrer Position im Markt führen dürfte. Vor dem Hintergrund wachsender Konkurrenz werden die Marktführer verbilligte Produkte lancieren und eine aggressive Preispolitik betreiben.

Aufschwung für alle Produktsegmente

Das Wachstum der Super- und Hypermarktketten stimuliert den Absatz jedes einzelnen Produktsegments im Markt für Kühlsysteme. Diese Entwicklung schließt Kompressoren und Kondensatoren ein, die in offenen Kühlauslagen eingesetzt werden. Ein Aufschwung in der Einzelhandelsbranche wird auch den Markt für Kühltransportsysteme günstig beeinflussen, weil Einzelhandelsholdings wie Geronimo and Tesco den Erwerb von mit Kühlsystemen ausgestatteten Anhängern und LKWs begonnen haben. Das Segment der offenen Kühlauslagen wird durch die Marktexpansion der Kühlketten beflügelt und sich von einem quasi nicht existenten Produktsegment zum Produktbereich mit dem schnellsten Marktwachstum entwickeln.

Sinkender Absatz von Kompressoren

Der Marktanteil für Kompressoren wird im Prognosezeitraum aufgrund sinkender Durchschnittspreise wahrscheinlich von 21,2 auf 19,1 Prozent fallen. Das Segment der Kondensatoren und Verdampfer wird dagegen von 2,7 auf drei Prozent anwachsen. Dieser Anstieg ist auf den Marktimpuls durch die Lebensmittel- und Getränkebranche zurückzuführen, die Neuinstallationen von Kondensatoren und Verdampfern benötigen.

Polen ist größer regionaler Ländermarkt

Größter regionaler Ländermarkt für Kühlsysteme in Mittel- und Osteuropa ist Polen. "Tschechien und Ungarn sind sehr ähnliche Märkte mit stabilen Wachstumsprognosen, während die Slowakei und Bulgarien die kleinsten Regionen mit minimalen Marktchancen darstellen", erläutert Nae. "Slowenien wird als gesättigter Markt in der Kühlindustrie eingestuft, da der Lebensstandard in diesem Land fast so hoch ist wie in Westeuropa. Kroatien hingegen benötigt eine substanzielle Geldspritze. Investoren könnten von der boomenden Tourismusbranche dieser Region angelockt werden".

EU-Direktiven fordern zur Sanierung auf

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Nachfrage nach neuen und besseren Qualitätsprodukten, insbesondere für den kommerziellen und industriellen Einsatz, stark angestiegen ist, da die Lebensmittelindustrie gezwungen war, ihre Produktions- und Lagerungseinrichtungen gemäß der EU-Direktiven zu sanieren. Fleischproduzenten, Brauereien und andere Hersteller müssen westeuropäische Anforderungen übernehmen, um sich für den EU-Beitritt vorzubereiten und langfristig ein festes Kundenklientel auf westeuropäischen Märkten gewinnen zu können.

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