Andres + Partner zur Bedeutung von Lichtplanung in Museen
(2.2.2026) Museen haben sich zu Orten entwickelt, die Geschichten erzählen. Architektur, Ausstellungskonzeption und Lichtplanung sprechen dafür eine gemeinsame Gestaltsprache. Anhand des Theaterfigurenmuseums Lübeck und des Staatlichen Museums Schwerin zeigen Andres + Partner den Einfluss der Lichtplanung. Licht fungiert dabei als Vermittlungsmedium: es interpretiert Geschichte, unterstützt die Architektur und macht Kunst erfahrbar.
Theaterfigurenmuseum Lübeck
Hinter der denkmalgeschützten Backsteinfassade wurde ein Neubau aus Sichtbeton eingefügt. Auf jeder Etage eröffnet sich eine eigene Welt des Figurenspiels. Alt und Neu sind durch eine doppelte Treppenhelix verknüpft, die Besucher durch die Ausstellungen führt. Das Licht begleitet diese Wegführung dezent: In das historische Mauerwerk eingelassene Leuchten arbeiten mit präzise ausgerichteten Strahlern – sie modellieren Oberflächen, lenken Blicke und schaffen Übergänge zwischen unterschiedlichen Zeiten und Texturen.
Im neuen Forum bzw. auf der Sonderausstellungsfläche wird Licht zum szenografischen Instrument. Ein variables Lichtsystem erlaubt sowohl atmosphärische Inszenierungen als auch museale Events, die Architektur, Figurenspiel und Publikum in Beziehung setzen. Großzügige Fensteröffnungen wecken von außen die Neugier auf Vorstellungen und auf das Museum selbst.
Im Theatersaal im Obergeschoss sorgt ein zurückhaltendes Lichtkonzept für eine ausgewogene, warme Raumstimmung. Ein speziell entwickelter Kronleuchter aus zarten, gefalteten Streckmetallgittern erinnert an „Tänzer” oder Marionetten: Das Material verleiht den Figuren Leichtigkeit und erzeugt reizvolle Lichtreflexe.
„Licht ist hier kein technisches Werkzeug, sondern Teil der Erzählung”, erläutert Stefanie Anten, Partnerin bei Andres + Partner. „Es verbindet Architektur und Ausstellung zu einem poetischen Raum, in dem die Besucher selbst Teil der Inszenierung werden.”
Staatliches Museum Schwerin
Das Staatliche Museum Schwerin zeigt Kunst vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Lichtplanung musste die historische Raumstruktur respektieren und gleichzeitig die Ansprüche moderner Präsentation sowie konservatorischer Vorgaben erfüllen. In Räumen mit Oberlicht sorgt gesteuertes Tageslicht für Räumlichkeit und Authentizität. In historischen Sälen ohne Oberlichter akzentuiert ein fein abgestimmtes Kunstlichtsystem Proportionen, Materialität und Kunstwerke, ohne die historische Substanz zu überlagern. Ein geschwungenes, eigens für das Museum entworfenes Lichtelement im Foyer vermittelt Dynamik und Offenheit und symbolisiert den Dialog von Tradition und Moderne. Im neu gestalteten Windfang wird Licht zudem zur Orientierung und Einladung.
„Unsere Aufgabe war es, Geschichte sichtbar zu machen, ohne sie zu inszenieren – und zugleich den Raum in die Gegenwart zu holen”, erklärt Prof. Katja Schiebler, Partnerin bei Andres + Partner. „Licht vermittelt zwischen Substanz und Wirkung, zwischen Raum und Kunst.”
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siehe zudem:
- dekorative Leuchten und technische Leuchten im Licht-Magazin auf Baulinks
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