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DIW-Bauvolumenrechnung erwartet 2026 ein Wachstum der Bauleistung um 1,7 %

(30.01.2025) Trendwende für die deutsche Bauwirtschaft: Nach Jahren rückläufiger Bauleistung dürfte das Bauvolumen 2026 erstmals seit 2020 wieder wachsen. So das Ergebnis der aktuellen Bauvolumenrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Im laufenden Jahr geht das DIW von einem Bauwachstum von 1,7 % und 2027 von 3,4 % aus. Treiber dieser Entwicklung sei der öffentliche Bau. Aber auch der Wohnungsneubau sollte sich wieder beleben.

Grafik: DIW Berlin 2026 

Studienautorin Laura Pagenhardt aus der Abteilung Makroökonomie: „Die Talsohle der Baukonjunktur scheint durchschritten. ... Das umfangreiche Fiskalpaket dürfte besonders die öffentliche Bautätigkeit weiter ankurbeln. Private Haushalte werden zunächst wohl noch vorsichtiger agieren.”

Wohnungsneubau erholt sich nur langsam

Der Wohnungsneubau hat stark gelitten, da Haushalte angesichts höherer Zinsen und steigender Baupreise auf größere Bauprojekte verzichteten. 2025 ging der Wohnungsneubau um 6,4 % zurück. Dennoch wird 2026 ein Plus von 2,4 % erwartet, 2027 sogar 6,1 %. Die Genehmigungszahlen für den Wohnungsbau hatten zuletzt in der zweiten Jahreshälfte 2025 anzogen.

Der Nichtwohnungshochbau dürfte preisbereinigt um 1 % schrumpfen, bevor es 2027 wohl um 2,2 % aufwärts geht.

Kapazitätsengpässe und Preiserhöhungen

Der Rettungsanker für das Baugewerbe war in den vergangenen beiden Jahren der Tiefbau mit einem Plus von jeweils mehr als 2 %. Für 2026 erwarten die DIW-Forscher sogar ein Wachstum von 7,3 %. Auch 2027 könnte der Tiefbau dank des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität nochmals zulegen.

Cover DIW-Wochenbericht 5 2026 

„So erfreulich die Entwicklung der Bauwirtschaft ist, gibt es noch keinen Grund zur Entwarnung. Die Produktivität im Bauwesen ist zuletzt deutlich gesunken. Sollten durch die vielen Investitionen die sehr spezialisierten Baufirmen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, könnte dies den Preisauftrieb erneut befeuern – und die Dynamik bremsen”, warnt Studienautor Martin Gornig, Forschungsdirektor für Industriepolitik. Damit die öffentlichen Investitionen nicht mit steigenden Preisen verpuffen, müsse die Produktivität der Bauwirtschaft dringend verbessert werden, z.B. über entsprechende Initiativen von Politik und Unternehmen. „Helfen würde eine Taskforce zur Koordination der öffentlichen Investitionen, in der die unterschiedlichen staatlichen Ebenen eingebunden sind.” 

Weitere Angaben sind unter dem Titel „Bauwirtschaft kehrt zurück auf Wachstumskurs” im aktuellen DIW-Wochenbericht 5 2026 auf den Seiten 55 - 67 zu finden.

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