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DIW-Studie: Wohnungen in Deutschland werden kleiner

(12.1.2026) Nach Jahrzehnten kontinuierlich wachsender Wohnflächen deutet sich eine historische Trendwende an: Erstmals seit Beginn der Erhebungen stagniert die durchschnittliche Wohnungsgröße in Deutschland und dürfte in den kommenden Jahren schrumpfen.

Seit dem Jahr 1965 wuchs die Wohnungsgröße von 69 m² auf 94 m². Parallel dazu hat sich die Wohnfläche pro Person von knapp 20 m² auf gut 49 m² mehr als verdoppelt. Allerdings wurden die Neubauwohnungen seit dem Jahr 2005 wieder kleiner. Dies macht sich nun im Bestand bemerkbar und bis 2050 dürfte die durchschnittliche Wohnung etwa 6 m² kleiner sein als heute. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) nach Auswertung amtlicher statistischer Daten.

DIW-Immobilienexperte Konstantin A. Kholodilin: „Über Jahrzehnte haben steigende Einkommen und der Wunsch nach mehr Komfort dazu geführt, dass unsere Wohnungen immer größer wurden. Doch die Wachstumsphase scheint vorbei. Der Rückgang der Neubaugrößen signalisiert einen strukturellen Wandel auf dem gesamten Wohnungsmarkt.”

Kleinere Haushalte und gestiegene Immobilienpreise

Die Entwicklung in Deutschland ähnelt der in vielen anderen Industrieländern. Verantwortlich für diesen Rückgang seien zwei zentrale Faktoren: kleinere Haushalte und steigende Immobilienpreise. Die demografische Entwicklung gilt als Haupttreiber. Der Anteil der Einpersonenhaushalte in Deutschland hat sich seit den 1960er Jahren auf 41% verdoppelt – in Großstädten wie Berlin oder München liegt er sogar bei rund 50%. Auch der starke Anstieg der Immobilienpreise seit 2010 verschärft die Entwicklung.

Perspektive bis 2050: Weniger Fläche, mehr Effizienz

Obwohl die durchschnittliche Haushaltsgröße in den vergangenen Jahrzehnten deutlich geschrumpft ist, dominieren im Bestand weiterhin große Wohnungen. Diese Diskrepanz macht deutlich: Der Wohnungsmarkt steht vor einer Anpassung. „Wenn neue Wohnungen kleiner werden, ist dies kein Rückschritt, sondern eine notwendige Anpassung an gesellschaftliche Realitäten”, betont Studienautor Sebastian Kohl. „Kleinere, gut geschnittene und energieeffiziente Wohnungen werden die zentrale Wohnform der Zukunft sein – und sie sind ein Schlüssel, um den großen Energiebedarf des Gebäudesektors zu senken.”

Der Ergebnisbericht „Zeitalter der immer größer werdenden Wohnungen endet” steht kostenfrei unter diw.de oder hier zum PDF-Direktdownload zur Verfügung..

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