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ETH prüft HD-Spülung bei Abwasserkanalrohren: Nicht jeder Werkstoff besteht

(6.6.2003) Welchen Verschleiß lösen HD-Spülverfahren bei genormten Abwasserkanälen und -leitungen aus? Dieser Frage geht das Institut für Bauplanung und Baubetrieb der ETH Zürich in einem aktuellen Prüfbericht* nach.


Abwasserkanäle und -leitungen unterliegen während ihrer Nutzungsdauer vielfältigen, sehr unterschiedlichen Beanspruchungen. Die zur Beseitigung von zum Beispiel Ablagerungen und Verstopfungen durchgeführten HD-Spülmaßnahmen können bekanntlich Schäden an Rohren und Schächten verursachen.

Insgesamt neun genormte Rohre verschiedener Werkstoffe wurden in der Versuchseinrichtung "Pipe-Tester" auf Hochdruckspülfestigkeit untersucht. Die Prüfarten: "Cleaning" (übliche betriebliche Reinigung) und "Deblocking" (Beseitigung von Verstopfungen).

Abgesehen von kleineren Beschädigungen bestanden nahezu alle Rohrtypen die Prüfart "Cleaning", bei der mit einem Druck von 120 bar geprüft wurde. So wies etwa das GFK-Rohr kleine, muschelförmige Ablösungen innerhalb der Reinharzschicht auf. Gravierende Beschädigungen zeigte lediglich ein duktiles Gussrohr. Hier hatte sich die für den Korrosionsschutz erforderliche Tonerdeschmelzzement-Schicht in Teilen und bis auf das Gusseisen abgelöst. Ein weitere Prüfkörper bestand indes den Test.

Das "Deblocking" stellte wesentlich höhere Anforderungen, da hier mit 340 bar geprüft wurde. Ergebnis: fünf der neun Rohrtypen versagten. Erhebliche Schäden hatten sich bei allen getesteten Kunststoff- und Gussrohren eingestellt. Aus dem Bericht: "Die Werkstoffe PVC-U, PP und PE-HD wurden vom Spülstrahl glatt durchschossen. Der Werkstoff GFK wurde in Sekundenbruchteilen delaminiert. Dann wölbte sich das Material auf und wurde durchschossen."

Und weiter: "An den Prüfstücken aus duktilem Gusseisen entwickelten sich nach wenigen Sekunden im Bereich der Prüfstellen unregelmäßig geformte Auswaschungen und Abplatzungen verschiedener Größe. Zwischen den Prüfpunkten entstanden Risse."

Lediglich Rohre aus Beton, Stahlbeton und Steinzeug können bedenkenlos bei derartigen Spülparametern verwendet werden.

Postskriptum: Um in Zukunft Schäden bei der Hochdruckspülung zu vermeiden, müssen in den Produktnormen der Rohre für Abwasserleitungen und -kanäle die maximalen Spüldrücke für die normale Reinigung und auch für das Beseitigen von Verstopfungen angegeben werden, bei denen die Rohre schadensfrei bleiben.
Da zurzeit eine einheitliche Regelung der Prüfverfahren in der Europäischen Norm "European Standard for Determination of the Jetting Resistance of Drain and Sewer Pipes, Requirements and Test Methods" nicht absehbar ist, gilt in Deutschland bis auf weiteres DIN V 19517 [9].

Die geprüften Rohre:

  • Beton
  • Stahlbeton
  • Steinzeug DIN EN 295-1, glasiert u. unglasiert
  • PVC-U, nach DIN 19534, kerngeschäumt mit glatter Oberfläche
  • PE-HD, mit profilierter Außen- und glatter Innenwand
  • PP, nach DIN 16961, mit gerippter Außenwandung
  • GFK-Rohr, nach DIN 16869 Teil 1 und 2, geschleudert
  • duktiles Gusseisen DIN EN 598, mit Tonerdezementauskleidung

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