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Bericht vom 5. OWL Abwassertag: Regenwassermanagement in Zeiten des Klimawandels

(2.12.2012) Am 8. November 2012 stand bei Jung Pumpen in Steinhagen im Rahmen des 5. OWL Abwassertages das Thema Regenentwässerung im Mittelpunkt der Diskus­sionen und Vorträge. Mit Blick auf den Klimawandel und weitere Einflussfaktoren wur­den Fragestellungen und Lösungsszenarien auf den Prüfstand gestellt.


Sechs Fachreferenten folgten der Einladung von Jung Pumpen nach Steinhagen und präsentierten dem interessierten Fachpublikum Neues aus Forschung, Entwicklung und Praxis rund um das Thema Regenwasser. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kommunen, Planungsbüros, dem Tief- und Anlagenbau sowie von der Hochschule Lippe folgten ihren Vorträgen. Das Unternehmen Jung Pumpen präsentierte zudem Systeme und Produkte für die Druckentwässerung, die Rückstausicherung, die Drai­nageentwässerung und den Katastrophenschutz, mit denen den Folgen des Klimawan­dels zu begegnen ist.

Ganzheitliche Lösungsansätze

Aus den unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten die Referenten in ihren Vorträgen ein ganzheitliches Regenwassermanagement unter Berücksichtigung des Klimawandels. Die Referenten und Teilnehmer des 5. OWL Abwassertages beschäftigten Fragen wie diese:

  • Wie gehen Planer und Kommunen mit extremen Wetterereignissen um?
  • Finden diese wirklich statt oder verändert sich nur die Wahrnehmung durch die mediale Präsenz dieses Themas?
  • Welche Einflüsse bringen Faktoren wie der demografische Wandel und Spätfol­gen des Bergbaus mit sich?
  • Wie kann Problemen schon auf dem privaten Grund mittels intelligenter Planung begegnet werden und wie analysiert die Versicherungswirtschaft das Thema Regenwasser und Klimawandel?

Prof. Dr.-Ing. Theo Schmitt von der Technischen Universität Kaiserslautern erläuterte in seinem Vortrag, wie in den Kommunen eine Überflutungsvorsorge vor dem Hinter­grund des Klimawandels getroffen werden kann. „Die Diskussion um mögliche Zunah­men von Starkregen und Überflutungen durch den Klimawandel hat den Fachleuten der Siedlungsentwässerung wertvolle Denkanstöße zur methodischen Neuausrichtung der kommunalen Überflutungsvorsorge geliefert," so der Experte.

Bernd Ishorst vom IZEG (Informationszentrum Entwässerungstechnik Guss e.V.) infor­mierte die Teilnehmer anschließend darüber, welche Auswirkungen die Regenrückhal­tung auf privatem Grund für die öffentlichen Kanalnetzbetreiber hat. Über den Einfluss des demografischen Wandels auf die Stadthydrologie referierte Prof. Dipl.-Ing. Dieter Sitzmann von der Hochschule Coburg. Der Vortrag von Dr.-Ing. Jürgen Becker von der Emschergenossenschaft / Lippeverband Essen behandelte das Grundwassermanage­ment und die damit verbundenen Auswirkungen durch den Klimawandel und die Kanal­sanierung.

Dirk Hillebrecht von der VGH Versicherung beleuchtete das Risiko des Klimawandels unter versicherungswirtschaftlichen Aspekten. „Der Klimawandel bringt bereits heute eine zunehmende Zahl von Extremereignissen mit sich, die auch in Deutschland zu steigenden Schadenaufwänden z. B. bei Starkregenereignissen führen. In den kom­menden Jahrzehnten ist mit einer weiteren dramatischen Zunahme von Sturm- und Hochwasserereignissen und deren Intensität zu rechnen", so der Experte. Abschlie­ßend brachte Rechtsanwalt Dr. Jörg Niggemeyer den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die rechtlichen Anforderungen an eine Befreiung von der Niederschlagswasserüberlas­sungspflicht unter Berücksichtigung aktueller Rechtssprechung näher.

Eine rundum gelungene Veranstaltung

Nicht zuletzt der Fachkräftemangel in Deutschland mag ein Grund dafür gewesen sein, dass die Veranstaltung in den Pausen zu einer regelrechten Jobbörse wurde. Viele Gäste aus Planungsbüros und Kommunen nutzten den Kontakt zu den Besuchern der Hochschule Lippe, um über Praktikums- und Festanstellungen zu sprechen.


Einen gelungenen Ausklang fand die Veranstaltung am Abend mit einem Besuch im „Lenkwerk“ in Bielefeld. Hier wurden nicht nur kulinarische Eindrücke gesammelt. Auch die beeindruckende Automobilausstellung im aufwändig sanierten, ehemaligen Beklei­dungsamt der Luftwaffe sorgte für jede Menge Gesprächsstoff. Sogar ein wenig Auf­klärungsarbeit wurde geleistet: „OWL“ steht für Ostwestfalen-Lippe – den Nordosten Nordrhein-Westfalens und Heimat von Jung Pumpen. Manchem weit gereisten Teilneh­mer erschloss sich erst nach dieser Erklärung die Logik der Namensgebung für die all­jährlichen Abwassertage in Steinhagen.

Informationen zum nächsten OWL Abwassertag können per E-Mail an Jung Pumpen angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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