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VDM erwartet u.a. Mieterhöhungen um bis zu drei Euro pro Quadratmeter

(14.11.2002) Die Koalitionsbeschlüsse zur Steuerpolitik werden zu einem drastischen Einbruch im Mietwohnungsbau führen, warnt der Verband Deutscher Makler (VDM) in einer umfassenden Analyse. "Im Mietwohnungsbau rechnen wir mit einer Halbierung der Investitionen mit drastischen Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland", betonte VDM-Bundespressesprecher Jürgen Michael Schick in Berlin.

Bei Mehrfamilienhäusern geht der VDM von einem 50-prozentigen Rückgang der Bauanträge aus, wenn die vorliegenden Koalitionsbeschlüsse umgesetzt werden. Während für das Jahr 2002 bei Mehrfamilienhäusern noch mit Genehmigungen für 60.000 Wohnungen kalkuliert wird, gehen die VDM-Prognosen von nur noch 30.000 Wohnungen im nächsten Jahr aus. "Damit fällt ein Bauvolumen allein bei Mehrfamilienhäusern von ca. 25 Mrd. Euro den Koalitionsbeschlüssen zum Opfer", so VDM-Sprecher Schick.

Auch bei Eigenheimwohnungen erwartet der VDM einen deutlichen Einbruch. Hier wird es nach Berechnungen des Maklerverbandes zu einer Verringerung der Zahl der genehmigten Wohnungen um ca. 25.000 auf nur noch 110.000 Einheiten kommen. Insgesamt verlöre die Bauwirtschaft allein in diesen Sektoren Investitionen von über 50 Mrd. EURO.

Bisher sei davon ausgegangen worden, dass hohe Modernisierungs- oder Instandsetzungsaktivitäten den Rückgang des Wohnungsbauvolumens aufwiegen könnten. Allerdings werde auch in diesem Bereich die Investitionsbereitschaft erheblich zurückgehen. Wertverbesserungen könnten durch die geplante Wertzuwachssteuer im Falle eines Verkaufes nicht mehr realisiert werden.

Durch den Rückgang der Immobilieninvestitionen setzt sich nach Meinung des VDM die Marktverknappung weiter fort. Schon heute fehlten in allen größeren Städten bezahlbare, größere Wohnungen. "Sogar in Ostdeutschland mit seiner spezifischen Leerstandsproblematik wird es für Familien zusehends schwieriger, attraktive und große Wohnungen zu einem vernünftigen Preis zu mieten", so Schick.

Wenn das Angebot knapper werde, stiegen aber auch die Preise, warnt der VDM. Leidtragende seien mittelfristig die Mieter, die für ihre Wohnungen schon bald deutlich mehr Miete entrichten müssten. "Wir gehen von einer Erhöhung von zwei bis drei EURO pro Quadratmeter im süddeutschen Raum aus. In Berlin oder Hamburg werden die Mieten mittelfristig um ein bis zwei Euro pro Quadratmeter steigen", erklärte Schick. Somit müssten auch die Mieter und nicht nur die Hausbesitzer die Zeche einer völlig verfehlten Wohnungspolitik zahlen. "Wer heute ein Haus hat und es nicht verkaufen muss, kann sich die Hände reiben. Mehrfamilienhausbesitzer können mit einem mittelfristigen Anstieg der Mietrendite um weitere drei bis vier Prozent rechnen", so Schick.

Selbst wenn sich in der Koalition doch noch die Einsicht durchsetzen sollte, dass die geplante Wertzuwachssteuer auf Veräußerungsgewinne nebst Versteuerung der AfA glatter fiskalischer Selbstmord sei, wäre das nur ein erster Schritt zur Erkenntnis. "Die Spekulationssteuer gehört auf das alte Maß von zwei Jahren zurückgestutzt". Der Mietwohnungsbau werde zum ganz überwiegenden Teil von privaten Investoren getragen. Und der Motor einer jeden Investition sei nun einmal der erwartete, steuerfreie Wertzuwachs. "Die Renditekalkulation hat zwei Säulen: Neben dem Mietertrag ist das der Wertzuwachs", so VDM-Sprecher Schick. Wer das weiter ignoriere, müsse schon in Kürze eklatante Steuerausfälle aus fehlender Wohnungsproduktion rechtfertigen.

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