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Entscheidungshilfe: Was die neuen Bildschirmtechnologien für TV-Geräte auszeichnet

(20.4.2004) Wer heute ein Fernsehgerät kaufen will, hat die Qual der Wahl. Neben traditionellen Entscheidungskriterien wie Bedienungskomfort, Design und Preis steht jetzt auch eine Technologiefrage im Raum: Soll es die bewährte Röhrentechnik sein oder lieber ein Gerät im flachen Design mit Plasma-Display, Rückprojektion oder LCD-TV? Was zeichnet die neuen Technologien aus und woran sollte sich ein Laie bei seiner Kaufentscheidung orientieren?

Es bedarf schon eines guten Beraters, um dem "normalen" Konsumenten einen klaren Blick auf die faszinierende neue Technik-Welt zu eröffnen. Eine der wenigen Ausnahmen war früher die Fernsehabteilung. Hier fühlte sich selbst der Laie Zuhause. Denn die Entscheidungskriterien, um ein TV-Gerät zu kaufen, waren über Jahrzehnte die selben. Im Wesentlichen ging es um Bedienungskomfort, Design und Preis.

Mit dieser Art Leichtigkeit bei der Auswahl ist inzwischen Schluss. Denn die schwergewichtigen Röhrengeräte, die seit Einführung des Fernsehens in den fünfziger Jahren den TV-Geräte-Markt prägen, haben zunehmende Konkurrenz durch größere und vor allem durch flache Bildschirme bekommen. Gleich drei Basis-Technologien stehen bereit, den klassischen Bildschirm aus dem Wohnzimmer zu verdrängen: Plasma-Display, LCD-TV und das Rückprojektionsfernsehen. Auf welche Technologie soll man setzen? Wo liegen die Unterschiede? Und welche Rolle wird zukünftig die altbewährte Röhrentechnik spielen?

Der Konsument hat die Qual der Wahl. Sie lässt sich allerdings begrenzen. Voraussetzung ist, dass die eigenen Fernsehgewohnheiten und Programmpräferenzen sowie das Budget richtig eingeschätzt werden. Weitere ausschlaggebende Faktoren sind Raumgröße und Standort des Fernsehgeräts. Wer auf Basis dieser "Selbstauskunft" die wesentlichen Vorzüge der neuen Technologien betrachtet, kommt schnell zur Erkenntnis, welcher TV-Typ der Richtige für ihn ist.

Beispiel: Das Rückprojektionsfernsehen ist unschlagbar, wenn man möglichst viel Bildfläche für möglichst wenig Geld bekommen möchte. Die Technik ermöglicht riesige Bildflächen von bis zu 150 Zentimetern in der Diagonalen. Das ist echtes Heimkino. Das Bild wird nicht direkt zum Auge des Betrachters, sondern über einen Spiegel erzeugt und dann auf die Mattscheibe geworfen. Gehäusetiefe und Gewicht sind zwar deutlich geringer als bei Röhrengeräten. Die Geräte benötigen aber ein zusätzliches Gehäuse unter dem Bildschirm, um den Spiegeleffekt erzeugen zu können. Das lässt sie voluminöser erscheinen als ein LCD- oder Plasma-Display. Philips hat beispielsweise mit dem knapp 140 Zentimeter Bildschirmdiagonale großen "Cineos" das erste Rückpro-TV-Gerät vorgestellt, das mit der neuen Bildschirmtechnologie LCOS ausgestattet ist (siehe Bild). Die Abkürzung steht für Liquid Chrystal on Silicon, Flüssigkristall auf Silizium. Im Gegensatz zu LCD-Bildschirmen, die ebenfalls mit Flüssigkristall arbeiten, werden die LCOS-Bausteine nicht vom Licht durchstrahlt, sondern werfen es zurück. Das hat den Vorteil, dass die Pixelgitterstrukturen, die bei herkömmlichen Bildröhren-Fernsehern und auch bei Plasma- und LCD-Bildschirmen zu sehen sind, praktisch unsichtbar bleiben. Die neuen Displays versprechen eine effiziente Lichtausbeute und hohen Kontrast aus. Sie liefern eine wirklichkeitstreue und farbenreiche Darstellung – gestochen scharf und absolut flimmerfrei. Bilder und Schriften sind aus seitlichem Blickwinkel ebenso gut zu erkennen wie von vorn. Das Gerät ist für etwa 5.000 Euro im Handel erhältlich.

Die beste Lösung, wenn "möglichst flach und groß" die Vorgabe ist, bieten Plasma-Displays mit Bilddiagonalen von 94 bis 127 Zentimetern. Für Konsumenten, die auch bei heller Tageslichteinwirkung ein perfektes Fernsehbild auf einem großen und flachen Display haben wollen, ist der Plasma-Bildschirm ohne Alternative. Die Bezeichnung lässt erahnen, wie viel High-Tech hier im Spiel ist. Mittels Hochspannung wird ein Edelgasgemisch in einigen hunderttausend winzigen Glaszellen ionisiert. Dabei werden Elektronen abgespalten. Das ruft UV-Strahlung hervor, die eine Phosphorschicht zum Leuchten bringt, so dass die Bildpunkte sichtbares Licht abgeben. Plasma-Displays sind nicht nur technologisch Spitzenklasse. Mit ihrem filigranen Design sind sie außerdem ein echter Hingucker. Kostenpunkt: rund 7.000 Euro für ein High-End-Modell mit 106 Zentimetern Diagonale.

Extrem große Bildschirmdiagonalen setzen allerdings große Räume voraus. Die hat nicht jeder. In kleineren Räumen bieten sich deshalb eher TV-Geräte mit LCD-Bildschirm an, deren Bild über Flüssigkristalle erzeugt wird, die zwischen zwei Glasscheiben liegen. Die nur rund acht Zentimeter tiefen Geräte wirken außerordentlich dezent. Das Bild ist ruhig, absolut flimmerfrei und auch noch aus einem 60 Grad-Winkel sichtbar. Von Billigangeboten sollten Käufer Abstand nehmen. Die für die Bilderzeugung entscheidenden Pixel haben häufig eine zu langsame Reaktionszeit, so dass – etwa bei Filmen - der Eindruck von "Nachwischern" entsteht. Der Bildschirmgröße sind im Vergleich zum Rückprojektionsfernsehen noch fertigungstechnische Grenzen gesetzt. Das Limit liegt aktuell bei etwa 42 Zoll. Das entspricht einer Bildschirmdiagonale von 106 Zentimetern. Das zum europäischen LCD-TV des Jahres gewählte Philips Modell 30PF9975 mit einer Bildschirmdiagonalen von 30 Zoll (76 Zentimeter) kostet rund 4.000 Euro:


Keine Frage, bei Geräte-Preisen in der Dimension von zwei bis drei Monatsgehältern hat das Heimkino mit großen Flachbildschirmen immer noch Luxus-Charakter. Ein Pluspunkt für die Röhrentechnik, die außerdem im Hinblick auf Bildqualität und Ausstattung völlig konkurrenzfähig bleibt. Kontrast und die Brillanz der Farben brauchen keinen Vergleich zu scheuen. Der entscheidende Nachteil ist die physikalisch bedingte Bautiefe. Wer sich daran nicht stört, ist mit den "Klassikern" auch heute noch gut bedient.

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