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Energieeffiziente Architekturbeleuchtung dank neuer Projektionstechnik

(9.7.2009) Die Lichtplaner Kardorff Ingenieure haben beim Alten Stadthaus in Berlin (siehe Google-Maps und/oder Bing-Maps und/oder ) erstmals eine außergewöhnliche Beleuch­tungs­technik eingesetzt. Mit ihr sollen sich nächtliche Fassaden nicht nur besonders energieeffizient beleuchten lassen, sie will auch der vorhandenen Architektur zu ihrer maximalen Ausdruckskraft verhelfen. Durch eine präzise Lichtführung, die unerwünschtes Streulicht auf angrenzende Flächen ausschließt, benötigt die Installation nur ein Viertel der Energie herkömmlicher Beleuchtungsanlangen. Das Lichtkonzept für das Alte Stadthaus erfüllt außerdem die Belange des Denkmalschutzes: Weil Projektionsscheinwerfer im gebührenden Abstand auf Multifunktionsmasten angebracht sind, konnte man auf zusätzliche Leuchten an der Fassade komplett verzichten.

Das Alte Stadthaus von 1911 ist eines der signifikantesten historischen Gebäude Berlins in direkter Nachbarschaft zum Roten Rathaus. Sieben Jahre nach der aufwändigen Restaurierung sollte der denkmalgeschützte Bau von Ludwig Hoffmann auch bei Nacht ein angemessenes Erscheinungsbild erhalten.

Die von Kardorff Ingenieure eingesetzte neue Projektionstechnik ermöglicht es, Fassadenbereiche gezielt vollflächig und unterschiedlich stark zu beleuchten. Damit lassen sich auch unerwünschte Schattenwürfe von vor- oder rückspringenden Gebäudeelementen vermeiden. Um die Mittelachse und damit die Symmetrie hervorzuheben, wird das Gebäudezentrum - der Mittelrisalit - doppelt so hell angestrahlt wie die Eckrisalite und zurückspringenden Fassadenbereiche.

Das Lichtkonzept wurde aber nicht nur auf die Gebäudeform abgestimmt, sondern auch auf das Fassadenmaterial des Alten Stadthauses: Bewusst wählten Kardorff Ingenieure als Lichtfarbe Neutralweiß, das zum grauen Muschelkalk der Fassade passt. Die Farbe harmoniert ebenfalls mit dem Licht der Nachbarbebauung und der Straßenbeleuchtung. Die vorhandene Beleuchtung des Turmes mit konventionellen Uplights wurde beibehalten, da sie sich nahtlos in das neue Konzept einfügt.

Hocheffizienter Umgang mit Licht

Die effiziente Beleuchtungstechnik basiert auf hochkomplexen Glasfiltern, die das Licht modellierbar machen. In der Praxis bedeutet das: Unterschiedliche Abstände von Lichtquelle werden ausgeglichen und Flächen homogen angestrahlt - und das nur im gewünschten Bereich. Weder das Dach, noch die Fußgängerebene oder die Nachbargebäude erhalten Streulicht aus der Anlage, so dass unerwünschte "Lichtverschmutzung" und Energieverschwendung vermieden wird. Speziell im Fensterbereich wurde die Lichtmenge so gewählt, dass die Einteilung bei Nacht noch wahrnehmbar ist, jedoch die Menschen im Gebäude nicht geblendet werden.

Weil nur ausgewählte Fassadenbereiche angestrahlt werden, ist die eingesetzte Beleuchtungstechnik so effektiv: Für die nächtliche Inszenierung der 2.100 m² großen Fassade des Alten Stadthauses reichen acht 250 W Halogenmetalldampflampen aus, um die gewünschte Ausleuchtung zu erreichen - das sind weniger als 1 Watt pro m² Fassadenfläche.

ICI-Lichtmasten als Beleuchtungsanlage

Zwei sieben Meter hohe Multifunktions-Lichtmasten, ausgerüstet mit jeweils vier schwenkbaren Projektorköpfen, bilden den Kern der Beleuchtungsanlage. Sie wurden - ganz im Sinne des Denkmalschutzes - in 45 Metern Abstand zur Fassade aufgestellt und sind durch ihr reduziertes Design unauffällig ins Straßenbild integriert.


Die Lichtmasten entstammen dem multifunktionalen und patentierten ICI-System (Intelligent City Instruments), sie sind aus rostfreiem Aluminium und zu 100% recyclebar. Auch die Wartung der Beleuchtungsanlage gilt als einfach und daher kostengünstig: Die Projektoren sind via Hubsteiger gut zu erreichen und ein Lampenwechsel sowie die Pflege der Vorschaltgeräte kann ohne Neufokussierung des Projektors durchgeführt werden. Hinzu kommt, dass ein einheitlicher Lampentyp in allen Projektoren verwendet wird und sich die vertikale Glasabdeckung der Lichtaustrittsöffnung mit einem einfachen Teleskopwischer von unten und ohne Hubsteiger reinigen lässt. Für die Betreiber ist dieses System auch deshalb kostengünstig, weil keinerlei Leitungen am Gebäude verlegt oder gewartet werden müssen.

Kardorff Ingenieure ist es offensichtlich gelungen, mit der neuen Beleuchtungstechnik ein dezentes Lichtkonzept, eine hochmoderne Leuchtentechnologie sowie ein multifunktionales Mastsystem zu einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Gesamtlösung zusammen zu fügen. Gemeinsam mit dem Bauherren, die Berliner BIM GmbH, und dem Betreiber, der Vattenfall Europe Netzservice GmbH, wurde eine umweltgerechte Beleuchtungslösung für das Alte Stadthaus realisiert.

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