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VDM: Modellrechnung des Finanzministeriums geht an der Realität vorbei

(19.2.2001) "Beamten des Bundesfinanzministeriums müssen einiges durcheinander gebracht haben, als sie in einer Modellrechnung die Rendite selbst genutzter Immobilien mit der von Aktienfonds verglichen," vermutet der Vizepräsident und Pressesprecher des Verbandes Deutscher Makler (VDM), Erich Hildenbrandt. Insbesondere sei nicht nachzuvollziehen, mit welcher prophetischen Methode sie Fonds groß rechnen und Immobilien klein rechnen. Ob eine heute zum Preis von 300.000 DM gekaufte Eigentumswohnung in 30 Jahren tatsächlich nur 470.000 DM wert ist und ein Aktien- oder Rentenfonds in derselben Zeit auf 840.000 DM steigt, wisse niemand, auch nicht das Finanzministerium. Tatsache sei, dass gute Wohnimmobilien angesichts zunehmender Verknappung in Ballungsgebieten ganz erhebliche Wertsteigerungen erwarten ließen. Und alle Untersuchungen zeigten, dass Wohnungseigentümer im Alter – unabhängig von Einkommen und gesellschaftlicher Stellung – bei Vermögen und Liquidität deutlich besser gestellt sind als Mieterhaushalte.

Alle Erfahrungen der Vergangenheit zeigten, dass Immobilien über den langen Zeitraum von 30 Jahren bedeutend stärker im Wert steigen als vom Ministerium unterstellt. Hinzu komme noch eine Besonderheit, die es nur bei Immobilien gebe: Man kann mit einem Eigenkapital, das nur einen Bruchteil des gegenwärtigen Immobilienwerts ausmache, ein Objekt erwerben und dann von der kompletten Wertsteigerung profitieren. Die Differenz zum Kaufpreis werde finanziert und erst im Nachhinein getilgt. Wer zum selben Wert Fondsanteile erwerbe, müsse das Geld sofort zur Verfügung haben. "Dass man nur mit einem Teil des Kapitals einsteigen kann, ist ein konkurrenzloser Vorteil der Immobilie", unterstreicht Hildenbrandt.

Da die Wertentwicklung von Aktienfonds von der Kursentwicklung der enthaltenen Aktien bestimmt werde, könne sie im Laufe der Zeit ganz erheblichen Ausschlägen unterworfen sein. Ähnliche Wertschwankungen habe es bei Wohnimmobilien bei weitem nicht gegeben. "Die Berechnungen und Schlussfolgerungen des Bundesfinanzministeriums sind nicht stichhaltig und selbst für Profis nicht nachvollziehbar", betont der VDM-Sprecher. "Die Immobilie ist nach wie vor eines der besten Instrumente privater Altersvorsorge. Sie gehört damit in das Förderungspaket." Dabei gehe es dem VDM nicht um die Alternative Fonds oder Immobilie, vielmehr müssten beide in die Rentenreform einbezogen werden.

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