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Richtiges Heizen und Lüften versus Schimmel

(16.10.2001) Mit Beginn der kalten Jahreszeit macht sich Schimmelpilz wieder häufiger in Wohnungen und Häusern bemerkbar. Seine Sporen verteilen sich über die Raumluft und können ihre gesundheitsgefährdende Wirkung entfalten. Einhalt gebieten kann man der Bau- und Wohnseuche u.a. mit richtigem Heizen und Lüften.

ERSTENS: Alle Räume einer Wohnung beheizt werden sollten. Nur so können die Raumwände die Wärme speichern. Wer tagsüber während seiner Abwesenheit die Heizung ausschaltet oder zu stark reduziert (Raumtemperatur unter 15°C), findet am Abend eine ausgekühlte Wohnung vor. Wird dann die Heizung kräftig hochgefahren, erwärmt sich zunächst nur die Raumluft - nicht aber die Konstruktiion. Kalte Wände jedoch bringen die im Raum befindliche Luftfeuchtigkeit zum Kondensieren und schaffen damit ideale Bedingungen für den Schimmel.

ZWEITENS: Häufig wird ein Aufenthaltsraum innerhalb einer Wohnung stark beheizt während andere Räume kaum bis gar nicht erwärmt werden. Zimmertüren sollten dann verschlossen bleiben - bzw.: bei geöffneten Türen sollte der Temperaturunterschied in den einzelnen Räumen nicht mehr als 4°C betragen, denn sonst zieht die warme, mit Feuchtigkeit angereicherte Luft in die kalten Räume, wo die sich die Feuchtigkeit an den kühleren Oberflächen niederschlägt - vergleiche „Der Sommer macht den Keller feucht“.

DRITTENS: Eine Dauerlüftung mit gekipptem Fenster ist während der Heizperiode gar nicht zu empfehlen! Denn es besteht unmittelbar die Gefahr der Tauwasserbildung an den dadurch ständig unterkühlten Bauteilen. Außerdem wird viel Heizenergie verschwendet. Ebenfalls sollte die verbrauchte Luft eines Zimmers nicht in andere, nicht beheizte Innenräume geführt werden: Wieder würde sich die Luftfeuchtigkeit sofort an den kühleren Wandflächen niederschlagen.

Als richtiges Lüften wird vielmehr empfohlen: Mehrmals am Tag alle Fenster weit für ca. fünf bis 10 Minuten öffnen. Durch den entstehenden Durchzug findet ein rascher Austausch der warmen, feuchtigkeitsbeladenen Raumluft mit der Außenluft statt, ohne das sich Möbel und Wände zu stark abkühlen. Thermostatventile beim Lüften immer auf 0 - 1 reduzieren.

Baumängel oder Fehlverhalten?

Bei Schimmelbefall stellt sich die Frage, ob baukonstruktive Mängel oder das Verhalten des Wohnungsnutzers die Ursache darstellen. So oder so: Schimmel benötigt feuchte oder nasse Bauteile, um wachsen zu können. Feuchtigkeit in Häusern entsteht durch Kondenswasser. Dieses bildet sich...

  • entweder bei einem Überangebot von Luftfeuchtigkeit, z.B. vom Wäschetrockner,
  • oder an Bauteilen, die Wärmebrücken aufweisen.

Typische Wärmebrücken sind unzureichend gedämmte Stirnseiten von Geschoßdecken, von Fensterstürzen oder schlecht gedämmte Rolladenkästen. Solche Baufehler können in der Regel schnell erkannt werden.

Volks- bzw. betriebswirtschaftlich Energiesparen versus Bauphysik

Gleichwohl ist die Ursache für viele Schimmelbefälle im Heizungs- und Lüftungsverhalten des Nutzers zu suchen. Ihm wird häufig undifferenziert empfohlen, mit der Heizenergie sparsam umzugehen. Wer diese Ratschläge befolgt und die Raumtemperatur um 1°C absenkt, um 6% der Heizkosten einzusparen, handelt volkswirtschaftlich richtig, aber bauphysikalisch sehr oft falsch.

Moderne Bauweisen sind Schimmel-freundlich

Auch die heutigen Baustandards fördern die Schimmelbildung: dichte Fenster, kunststoffbezogene oder versiegelte Fußböden, waschfest gestrichene Wände, Möbel mit wasserfester Oberfläche - in allen Fällen kann Feuchtigkeit nicht aufgenommen werden. Wird sie nicht durch regelmäßiges Lüften nach außen geführt, schlägt sie sich als Kondensat an den kälteren Wänden nieder. Obwohl die Beheizung der Wohnung immer teurer wird, sollte die Heizung auch bei Abwesenheit nicht unter 15 bis 16°C Raumtemperatur abgesenkt werden, raten z.B. Experten der DEKRA ETS GmbH, dem Baudienstleister der DEKRA Gruppe.

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