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Bauplätze: Stabile Aufwärtsentwicklung der Baulandpreise

(28.10.2001) Die schon in den beiden Vorjahren vom Ring Deutscher Makler beobachtete Aufwärtsentwicklung der Bauplatzpreise hat sich im Sommer weiter fortgesetzt. So sind die Preise für Einfamilienhausbauplätze in normalen Wohnlagen um 2,2 Prozent angestiegen. Trotz der schlechten Baukonjunktur stößt das nach Beobachtungen des RDM eher knappe Angebot an baureifen Flächen in den Städten auf eine stabile Nachfrage.

Erhebliche regionale Unterschiede beim Preisniveau

Der Wert für Bauland differiert in den einzelnen Regionen des Bundesgebietes ganz erheblich. So kostet der Quadratmeter Bauland für die Errichtung eines Ein- oder Zweifamilienhauses in normaler Wohnlage im Bundesdurchschnitt knapp 350 Mark (plus 2,2 Prozent). Während in Süddeutschland mit knapp 520 Mark (plus 2 Prozent) ein deutlich überdurchschnittliches Preisniveau beobachtet wird, liegen die Preise in Norddeutschland mit 217 Mark (plus 0,9 Prozent) und in Westdeutschland mit 306 Mark (plus 3,4 Prozent) deutlich niedriger. Die höchsten Preise für Bauland werden mit 554 Mark (plus 2,5 Prozent) in den Großstädten der Ballungsgebiete beobachtet.

Erheblich unter der westdeutschen Preisgrößenordnung liegen die Bauplatzpreise mit 120 Mark in den ostdeutschen Städten. Hier wurde im Gegensatz zu Westdeutschland zudem eine leicht rückläufige Preistendenz beobachtet. Damit hat sich der Abstand des Preisniveaus zwischen alten und neuen Bundesländern weiter vergrößert wie der RDM betont. Gegenwärtig liegt das durchschnittliche Preisniveau in Ostdeutschland bei etwas mehr als einem Drittel der westdeutschen Preise. Auch in Bezug auf die Wohnlagen weist das Preisniveau für Bauplätze eine erhebliche Spanne auf, die im Gesamtdurchschnitt von 350 Mark für normale Wohnlagen über 450 Mark für gute Wohnlagen bis zu 600 Mark für sehr gute Wohnlagen reicht. Erheblich breiter fällt die Spanne in den Großstädten der Ballungsgebiete aus. Während hier für normale Wohnlagen im Durchschnitt rund 550 Mark aufgewendet werden müssen, steigen die Preise für gute Wohnlagen auf 740 Mark und für sehr gute Wohnlagen auf 1.050 Mark.

Einzelpreise im Überblick

Vor allem in den Großstädten werden auf Grund des in den Ballungsräumen traditionell geringen Bauplatzangebotes überdurchschnittlich hohe Preise beobachtet. So hat der Preis für einen Quadratmeter Bauland in den Spitzenstandorten München und Stuttgart in normalen Wohnlagen die Grenze von 1.000 Mark erreicht bzw. überschritten. Ein überdurchschnittliches Niveau wird weiterhin mit 800 Mark in Frankfurt beobachtet. Die stärksten Preissteigerungen hat es mit 8,8 Prozent in München und mit 7,5 Prozent in Hamburg gegeben. Dort liegt der Preis für den Quadratmeter Bauland mit 430 Mark jedoch unter dem Durchschnitt der übrigen Großstädte. Zurückzuführen ist dies auf die große Flächenausdehnung der Hansestadt sowie die Ausweichmöglichkeiten in das verkehrsmäßig gut erschlossene Umland.

Spitzenwerte für sehr gute Wohnlagen haben bereits die Grenze von 1.500 Mark deutlich überschritten. So werden in München nach einem Plus von rund 9,4 Prozent 1.625 Mark und im Westteil Berlins sogar 1.700 Mark beobachtet. An dritter Stelle folgt Düsseldorf mit 1.400 Mark (plus 7,7 Prozent). Auch in dieser Kategorie werden in Hamburg mit 880 Mark (plus 10 Prozent) deutlich unterdurchschnittliche Preise registriert. Spitzenwerte für Bauplätze finden sich aber nicht nur in den großstädtischen Ballungsräumen. Vielmehr zählen auch eine Reihe von kleineren Großstädten und sogar von Mittelstädten zu den Spitzenstandorten. Zu nennen sind hier (Preisangaben jeweils für sehr gute Wohnlagen) Heidelberg mit 1.800 Mark (plus 5,9 Prozent), Böblingen 1.300 Mark (plus 4 Prozent), Mannheim 1.300 Mark (plus 8,3 Prozent), Sindelfingen 1.300 Mark sowie Tübingen und Bad Homburg jeweils 1.200 Mark.

Nur noch in wenigen Städten werden im Bereich normaler Wohnlagen Preise unter 100 Mark beobachtet, im Osten sind dies zum Beispiel Plauen (60 Mark), Aue (65 Mark) sowie Apolda, Merseburg und Zerbst (jeweils 70 Mark). In den westdeutschen Regionen dagegen bilden Baulandpreise unter 100 Mark die absolute Ausnahme. Zu erwähnen sind Cuxhaven und Pirmasens mit jeweils 90 Mark, Idar-Oberstein mit 85 Mark und Aurich mit 55 Mark. Im Bereich der Großstädte wird das niedrigste Preisniveau mit 245 Mark in Bremen beobachtet.

Weitere Marktentwicklung

Insgesamt ist nach Einschätzung des RDM am Markt für Einfamilienhäuser mit weiterhin anziehenden Preisen zu rechnen.

Dafür sprechen neben dem abnehmenden Wohnungsbauvolumen die anhaltende Diskussion über die Altersvorsorge, für die sich Immobilieneigentum nachweislich am besten eignet. Auch die günstigen Finanzierungskonditionen lassen eine stabile bis steigende Nachfrage und damit weiterhin leicht anziehende Preise auf dem Baulandmarkt erwarten. Hinzu kommt auf der Angebotsseite das anhaltend knappe Flächenangebot, für das Ausweitungen zudem kaum zu erwarten sind. Schließlich dürfte die nach dem Zusammenbruch der Aktienmärkte zu beobachtende Rückbesinnung zahlreicher Anleger auf den Sachwert Immobilie für eine anhaltend stabile Nachfrage nach Bauland sprechen wie der RDM abschließend betont.

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