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"Baukosten-Sparer" immer aktiver: Eigenleistungen bringen im Schnitt 75.000 DM

(3.11.2001) Strategien zur Senkung der Wohnungsbau-Kosten setzen sich jetzt auch auf dem deutschen Markt durch. 65 Prozent aller Erwerber neuer Eigenheime haben in den Jahren 1998 bis 2000 gezielt den Kaufpreis gedrückt, deutlich mehr als noch Mitte der 90er Jahre (50 Prozent). Das hat eine aktuelle Befragung von Infratest ergeben, die von mehreren Instituten, unter anderem den Landesbausparkassen (LBS), in Auftrag gegeben wurde. Die Ostdeutschen sind beim kostengünstigen Bauen sogar besonders progressiv: Mehr als drei Viertel aller Erwerber (77 Prozent) nutzen hier entsprechende Ansätze, verglichen mit 61 Prozent in den alten Bundesländern.

Eindeutig an der Spitze stehen dabei die Eigenleistungen. 82 Prozent aller kostenbewussten Bauherren bzw. Käufer packen selbst mit an - und das mit spürbarer Entlastungswirkung: Die Eigenleistungen werden nämlich im Schnitt mit 75.000 DM bewertet, das sind annähernd 20 Prozent der Gesamtkosten. Den noch weitergehenden Schritt - zum Selbstbauhaus - gingen aber nur 8 Prozent der Bauherren.

Gegenüber früheren Jahren haben insbesondere günstigere Baumaterialien (35 Prozent nach 27 Prozent) sowie der Einsatz von Fertigteilen (22 Prozent nach 16 Prozent) an Bedeutung gewonnen. Außerdem liegt die Kunst der Baukosten-Sparer in der Beschränkung: Sie verlegen sich

  • auf preisgünstigere Lagen (in 32 Prozent der Fälle) und
  • kleinere Grundstücke (26 Prozent),
  • auf einfachere Grundrisse (28 Prozent),
  • auf ein Reihenhaus statt eines freistehenden Einfamilienhaus (17 Prozent) sowie
  • auf ein Carport anstelle einer Garage (17 Prozent).
  • Nach wie vor hat auch der Verzicht auf den Keller (25 Prozent) Kostenspar-Effekte.
  • Und erstmals hat jetzt auch die Nutzung von Erbbaurechten als Alternative zum klassischen Grundstückserwerb Gewicht bekommen: 9 Prozent der Käufer haben in den letzten drei Jahren auf diese Weise den Gesamtpreis gedrückt, während zuvor nur 2 Prozent darauf gesetzt hatten.

Auffallend ist nach Einschätzung von LBS Research die Vielfalt und die Nachhaltigkeit, mit der jetzt das Thema "Kostengünstiges Bauen" von Bauherren angegangen wird. Im Schnitt wurden nämlich fast vier verschiedene der oben genannten Ansatzpunkte gleichzeitig genutzt.

Und der Erfolg dieser Bemühungen schlägt sich in Mark und Pfennig nieder: So sank der Quadratmeterpreis für neue Eigenheime und Eigentumswohnungen von Selbstnutzern seit Mitte der 90er Jahre bis zum Zeitraum 1998 bis 2000 um annähernd 300 DM auf knapp 3.100 DM in den alten und rund 2.950 DM in den neuen Bundesländern. Erstmals - so die Immobilienexperten - ist damit der Kostendruck im Wohnungsbau so groß, dass steigende Baulandpreise nicht automatisch alle Rationalisierungsvorteile "auffressen", sondern die Einspareffekte am Ende auch die potenziellen Häuslebauer erreichen.

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