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Preise für Wohnimmobilien in Deutschland auf sehr niedrigem Niveau

(4.7.2002) Studie von PwC: Europäischer Markt für Wohnimmobilien stark von nationalen Trends geprägt / Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent für 2003 erwartet.

Die Preise für Wohnimmobilien variieren derzeit sehr stark in den einzelnen Ländern der Europäischen Union. Während die Preise in Deutschland seit Ende der neunziger Jahre nur langsam ansteigen, sind sie in Großbritannien und insbesondere in den Niederlanden seit Mitte der neunziger Jahre stark gestiegen und auf einem hohen Niveau. In allen westeuropäischen Ländern ist jedoch zu beobachten, dass die Preise für Wohnimmobilien langfristig von der Entwicklung der verfügbaren Haushaltseinkommen abhängen. Mittelfristig werden sich die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland mit zunehmendem Einkommen der Haushalte deutlich erholen.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie European Economic Outlook May 2002 von PwC. Die aktuelle Ausgabe der vierteljährlich erscheinenden Studie untersucht neben der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung die Veränderungen des Marktes für Wohnimmobilien in Europa in den letzten 30 Jahren. Dabei liegt der Fokus auf Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und den Niederlanden.

Entwicklung der Wohnimmobilienpreise in der EU wenig synchron

Die zyklische Entwicklung der Immobilienpreise ist in den Ländern der Europäischen Union in den vergangenen 30 Jahren nur wenig synchron verlaufen. Die Gründe liegen vor allem in den nationalen Unterschieden bei der Quote der Eigennutzung von Wohnimmobilien, der Höhe der Hypothekenkredite im Zusammenhang mit dem Immobilienerwerb, der Sensibilität gegenüber Zinsänderungen sowie Subventionen für die Förderung von Wohneigentum. Einschnitte wie die finanzielle Deregulierung in Großbritannien sowie die deutsche Wiedervereinigung haben die Immobilienmärkte länderspezifisch stark beeinflusst.

Preise für Wohnimmobilien in Deutschland auf sehr niedrigem Niveau

Die aktuelle Studie vergleicht die Entwicklung der Preise für Wohneigenturm mit den verfügbaren Einkommen. Dabei dient ein Gleichgewichtswert, der sich aus der langfristigen statistischen Betrachtung dieses Verhältnisses ermitteln lässt, zur Orientierung. Die Preise für Wohnimmobilien sind in Großbritannien und in den Niederlanden relativ hoch, in Deutschland dagegen haben die Preise ein relativ geringes Niveau erreicht.

Auffällig ist, dass in anderen europäischen Ländern die zyklischen Schwankungen seit 1975 deutlicher sind als in Deutschland. In Deutschland ist seit Anfang der achtziger Jahre eine Abwärtsbewegung der Preise zu beobachten.

Preise in Deutschland steigen mit Konjunkturaufschwung an

"In Deutschland liegen die Preise für Wohnimmobilien derzeit mit rund zehn Prozent deutlich unter dem langfristigen Gleichgewichtswert. Ein Grund hierfür ist das anhaltende Überangebot an Wohnimmobilien aufgrund der Wiedervereinigung und der abnehmenden Konjunktur seit Beginn des Jahres 2001. Auf mittlere Sicht werden die Preise in Deutschland bei einer wirtschaftlichen Erholung wieder deutlich ansteigen. Der bereits seit zwei Jahren auf niedrigem Niveau verharrende Wohnungsbau wird die Preissteigerung verstärken. Wann dies geschieht, hängt im wesentlichen von der wirtschaftlichen Entwicklung und der Entwicklung des verfügbaren Einkommens ab. Betrachtet man die zyklischen Entwicklungen in den letzten 30 Jahren in Europa, so können wir sicher sein, dass die Preise steigen werden“, erläutert Helmut Trappmann, Partner bei der PwC Corporate Finance Beratung und verantwortlich für den Bereich Immobilien Consulting.

Preise in Großbritannien und den Niederlanden auf sehr hohem Niveau

In Frankreich und Italien sind die Immobilienpreise mit den verfügbaren Einkommen derzeit im Gleichgewicht. In Großbritannien und den Niederlanden dagegen liegen die Immobilienpreise zurzeit teilweise erheblich über dem langfristigen Gleichgewichtswert von verfügbarem Einkommen und Immobilienpreisen. Dies könnte bedeuten, dass die Preise für Wohnimmobilien in diesen beiden Ländern in den nächsten Jahren eine mehr oder minder starke Korrektur nach unten erfahren.

"Obwohl langfristig eine Beziehung zu den Haushaltseinkommen besteht, zeigt unsere Studie, dass sich der Wohnimmobilienzyklus eines Landes nicht unbedingt mit dem allgemeinen Konjunkturzyklus decken muss“, kommentiert Rosemary Radcliffe, verantwortlich für die Research-Gruppe New Europe von PwC, die den European Economic Outlook herausgibt. „Insbesondere in Ländern, in denen Zinsen einen signifikant kurzfristigen Einfluss auf die Entwicklung der Preise für Wohnimmobilien haben können, stellt dies eine Herausforderung für die Finanzpolitik dar."

Leichte Aufwärtsbewegung der europäischen Wirtschaft

Insgesamt gab es in Westeuropa während der ersten vier Monate des Jahres 2002 erste Anzeichen einer allmählichen wirtschaftlichen Erholung. In den meisten der großen Wirtschaftszonen wuchs das Vertrauen der Wirtschaft im Rahmen der Belebung in den USA. Erste Schätzungen deuten auf ein erneut positives Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal 2002 hin. Verantwortlich dafür sind der Export, die öffentlichen Ausgaben und der Abschluss früherer Bestandsberichtigungen. Gleichzeitig bleibt das Wachstum der Verbraucherausgaben und der Investitionen relativ schwach.

Während in Westeuropa für 2002 ein durchschnittliches Wachstum des BIP von etwa 1,25 Prozent erwartet wird, soll es im Jahr 2003 bereits auf 2,5 Prozent ansteigen.

Deutsche Wirtschaft wächst im europäischen Vergleich am wenigsten

Wie im Hauptszenario der Studie dargestellt, wird sich die deutsche Wirtschaft unter normalen Bedingungen im europäischen Vergleich 2002 am langsamsten entwickeln. Das prognostizierte Wachstum des BIP wird durchschnittlich bei etwa 0,75 Prozent (2003 bei 2,25 Prozent) liegen. Demgegenüber erwarten Experten für Frankreich, Italien und die Niederlande ein Wachstum von einem bis zu 1,25 Prozent (2003 bis zu 2,5 Prozent). In Großbritannien soll das BIP im Jahr 2002 um 1,5 Prozent (2003 um 2,75 Prozent) zunehmen. Für Spanien wird ein Wachstum von etwa 2,25 Prozent (2003 etwa drei Prozent) prognostiziert.

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