Hansgrohe Group geht gegen Produktpiraterie vor
(10.2.2026) Auf der Messe Ambiente in Frankfurt am Main wurde eine Kopie der Waschtischarmatur „Axor MyEdition” mit dem 2ten Platz des Negativpreises Plagiarius ausgezeichnet. Das gezeigte Produkt stammte aus einem Fälschernetzwerk, das die Hansgrohe Group 2025 in Zusammenarbeit mit chinesischen Behörden aufgedeckt hatte.
Nach Unternehmensangaben wurden die Fälschungen unter den international geschützten Marken „Hansgrohe” und „Axor” vertrieben und über Onlineplattformen zu Niedrigpreisen verkauft. Die prämierte Armatur gehörte zu den bei der Aktion sichergestellten Produkten.
Produktpiraterie als Branchenrisiko
„Gefälschte Sanitärprodukte sind ein Sicherheitsrisiko. Minderwertige Materialien können Schadstoffe oder Schwermetalle ins Wasser abgeben. Gleichzeitig entsteht unserer Branche ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden”, sagt Carmen Vetter, Leitung Schutzrechte bei Hansgrohe. Der wirtschaftliche Schaden für das Unternehmen wird auf fünf bis zehn Prozent des weltweiten Umsatzes geschätzt.
Bereits Anfang der 2000er Jahre traten bei der Einführung der hansgrohe Raindance Duschlinie Fälschungen in größerem Umfang auf. Damals wurden nach Unternehmensangaben containerweise gefälschte Produkte beschlagnahmt. Auch heute werden im Rahmen von Zollkontrollen auf internationalen Fachmessen regelmäßig Nachahmungen entdeckt.
„Heute arbeiten Fälscher hauptsächlich auftragsbezogen in Kleinstmengen. Die Ware gelangt über Onlineplattformen in den Handel oder wird direkt zum Endkunden geliefert, das erschwert die Nachverfolgung”, erklärt Carmen Vetter.
Razzia nach mehrmonatigen Ermittlungen
In China beauftragte die Hansgrohe Group verdeckte Ermittler, um Lagerstandorte des Netzwerks zu identifizieren. Auf dieser Grundlage führte das Kaiping Public Security Bureau Durchsuchungen in zwei Lagerstätten in Jiangmen City (Provinz Guangdong) durch. Dabei wurden Fälschungen verschiedener internationaler Hersteller sichergestellt, drei Hauptverantwortliche festgenommen und strafrechtliche Schritte eingeleitet.
Der Warenwert vergleichbarer Originalprodukte von hansgrohe und Axor lag laut Unternehmen bei rund 360.000 Euro. Etwa 95 % der gefälschten Produkte stammen nach Angaben von Hansgrohe aus China, das zugleich Produktions- und Absatzmarkt ist.
Als Mitglied im Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) tauscht sich das Unternehmen regelmäßig mit anderen Branchenvertretern aus. Fälscher nutzen nach Unternehmensangaben zunehmend digitale Werkzeuge, um Marketinginhalte und Produktdarstellungen originalnah zu reproduzieren und eigene Schutzrechtsanmeldungen vorzunehmen.
QR-Code zur Produktverifikation in China
Für den chinesischen Markt führt Hansgrohe ein individuelles QR-Code-Label für jedes Produkt ein. Über eine App können Käufer ihre Produkte prüfen und registrieren. Razzien wie in China sind in Deutschland seltener. „Hier sind es aktuell eher Patentverletzungen, wobei man sich häufig mit der Gegenseite außergerichtlich einigen kann”, so Carmen Vetter.
„Extrem günstige Angebote sind immer ein Warnsignal”, rät Carmen Vetter. „Sanitärprodukte sollte man ausschließlich bei autorisierten Händlern kaufen. Wir werden Produktpiraterie zwar nie komplett verhindern können. Aber wir gehen weiter konsequent dagegen vor und setzen hier auf Aufklärung und auf neue digitale Tools zum Auffinden verdächtiger Online-Angebote oder zur Absicherung per QR-Code und App.”
siehe auch für zusätzliche Informationen:
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siehe zudem:
- Armaturen, Schalterprogramme auf Baulinks
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