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Zulassung erlaubt Variotec Lizenzvergabe für (Passivhaus-)Türen in Flucht- und Rettungswegen

(9.7.2014) Städte und Gemeinden beauftragen Architekten immer häufiger damit, Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Verwaltungsbauten im Passivhausstandard zu errich­ten. Dabei geraten Planer jedoch schnell in die Zwickmühle, alle gestellten Anforderungen an öffentliche Gebäude - wie z.B. Wärmeschutz, Brandschutz oder Schallschutz - mit ei­ner zeitgemäßen Architektur unter einen Hut zu bekommen.

Typische Schwachpunkte in diesem Zusammenhang sind Au­ßentüren in Flucht- und Rettungswegen. Da für Passivhaus­türen ein Mindestdämmwert (UD) von 0,8 W/m²K gefordert ist, erreichen herkömmliche metallverstärkte und stark ge­dämmte Türflügel mit den für Fluchtwegen notwendigen Öff­nungsbreiten oft Gewichte von bis zu 170 kg. Der Einsatz sol­cher Konstruktionen wäre z.B. für einen Kindergarten undenk­bar, denn welcher Knirps könnte einen solchen Koloss im Brandfall schon „jederzeit leicht“ öffnen? Genau diesen Punkt muss eine Fluchttür jedoch erfüllen. Diese Tür­eigenschaft, auch als „Fähigkeit zur Freigabe“ bezeichnet, müssen Hersteller nach der europäischen Produktnorm EN 14351-1:2006 + A1:2010 zusammen mit den ein­gesetzten Beschlägen nachweisen:

  • Handelt es sich dabei um eine „Notausgangstür“, die dann zum Einsatz kommt, wenn sich der Flüchtende in den Räumlichkeiten auskennt, reicht der Einsatz eines Drückers nach DIN EN 179. Hier darf die maximale Öffnungskraft 7 kg betragen.
  • Im Gegensatz dazu werden „Paniktürverschlüsse“ mit Beschlägen nach DIN EN 1125 in allen öffentlichen Bereichen mit Publikumsverkehr eingesetzt. Hier darf die Öffnungskraft maximal 8 kg betragen. Die mit horizontalen Griff- und Druck­stangen ausgestatteten Türen können ein- und zweiflügelig ausgeführt werden.

Neue Zulassung als Komplettsystem

Auf der fensterbau-frontale hat Variotec mehrere energie­sparende Lösungen für Flucht- und Rettungswege vorge­stellt, die im schwierigsten Konformitätsverfahren 1 nach EN 14351-1:2006 + A1:2010 geprüft, zertifiziert und zuge­lassen sind. Laut Matthias Bellan, Vertriebsleiter bei Vario­tec, kommen diese damit als Komplettelemente auch den Anforderungen nach DIN EN 179 und DIN EN 1125 nach. Drei der Türtypen erfüllen zudem die Vorgaben des Passiv­hausstandards mit einem U-Wert < 0,8 W/m²K. Möglich machte dies u.a. die Kombination aus einem Faser-Kunst-stoff-Verbund (FKV) zur Aussteifung der Türblätter und der Variotec-Vakuumdämmung. Dadurch konnte das Gewicht gegenüber einem stahlver­stärktem Türblatt um bis zu 15 % reduziert werden - siehe u.a. dazu auch Baulinks-Beitrag „FKV-armierte Rahmenkantel bändigt Türblattverzug“ vom 22.2.2011.

Die Prüfung übernahm die PfB GmbH & Co. Prüfzentrum für Bau-elemente KG in Ste­phanskirchen. Die neue Zulassung deckt Türdicken von 52 mm - 100 mm ab. Kon­struktionen in Holz oder Holz/Alu sind in den verschiedensten Varianten möglich. So sind der Gestaltungsfreiheit kaum Grenzen gesetzt:

  • Neben allen gängigen Holzarten wie Fichte, Kiefer, Meranti, Lärche oder Eiche können auch Designelemente wie Nutfräsungen, Lichtausschnittformen jegli­cher Art oder Edelstahlapplikationen in den Türblättern gewählt werden.
  • Einzelne Türflügel lassen sich bis zu 2,80 m hoch und 1,24 m breit fertigen.
  • Die Maximalgrößen für ein komplettes Türelement, z.B. für eine mehrflügelige Variante inkl. Rahmen, liegen bei 4 m Breite und 3,50 m Höhe.
  • Als Beschlagshersteller kommen Systeme von GU/BKS (Gretsch-Unitas), Assa Abloy oder KFV (Karl Fliether) zum Einsatz.

Lizenzen helfen, Fehler zu vermeiden

Variotec-Kunden mit eigener Türproduktion bietet das Unternehmen eine Lizenz-Part­nerschaft an. Im Rahmen dieses Abkommens dürfen Schreiner, Tischler und Türenbau­er geprüfte Systeme für zugelassene Türen in Flucht- und Rettungswegen selbst be­raten, anbieten, herstellen und vertreiben. Dabei kann der Verarbeiter zwischen zwei Lizenzwegen wählen:

  • Es besteht die Möglichkeit, lediglich die Rohlinge zu beziehen und selbst weiter zu verarbeiten.
  • Oder der Partner nutzt das etablierte „all-inclusive“-Konzept. Damit vermeidet er das Risiko, fehlerhafte Türen herzustellen.

Variotec-Kunden erhalten in beiden Fällen geprüfte und CE-konforme Türsysteme, mit denen sich nicht nur hohe Energiestandards, sondern auch alle Vorgaben an Flucht- und Rettungswege in öffentlichen Bauten in einer zeitgemäßen Optik umsetzen lassen.

Weitere Informationen zu (Passivhaus-)Türen in Flucht- und Rettungswegen können per E-Mail an Variotec angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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