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Trotz vereinzelter Silberstreifen am Horizont kein saisonaler Ruck am Bau

(19.5.2001) Die Unternehmen stufen die Geschäftslage im Juni nicht mehr ganz so unbefriedigend wie in den Vormonaten ein. Insbesondere aus dem Straßen- und Tiefbau werden aus den alten wie auch den neuen Ländern Lagebesserungen gemeldet. Das ergab die monatliche Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) unter seinen Mitgliedsbetrieben für den Monat Juni. Bei der Auftragsnachfrage zeichnen sich jedoch keine wesentlichen Belebungen ab. In den neuen Bundesländern werden sie vereinzelt aus den Bereichen Straßen- und Tiefbau gemeldet. In den alten Bundesländern wird am ehesten im Wohnungsbau gestiegene Ordertätigkeit ausgemacht. Diese stammt vorrangig von Baumaßnahmen im Bestand.

Die Verbesserungstendenzen werden bei den Auftragsreichweiten sichtbar. Für die alten Bundesländer stieg der Wert für den Wohnungsbau erstmalig in diesem Jahr über die 2-Monatsmarke. Die Werte für den Straßen- und Tiefbau blieben konstant bei 1,7 bzw. 1,9 Monaten. Für die ostdeutschen Betriebe des Straßenbaus ist ein Wert von knapp zwei Monaten gegenüber einem Vormonatswert von 1,5 Monaten festzustellen. Der Hochbau bleibt in Ostdeutschland mit 1,4 Monaten auf niedrigem Niveau.

Die Bautätigkeit zeigt im abgelaufenen Monat jedoch insgesamt noch keine Verbesserungen. Die Bauproduktion für den Wohnungsbau wird in Westdeutschland im Vormonatsvergleich sogar schlechter bewertet. Lediglich die Bauproduktion im Straßen- und Tiefbau in Ostdeutschland weist bessere Monatswerte auf.

Meldungen über die Reduzierung der Belegschaft blieben die Ausnahme, weitgehend konnte die vorhandene Belegschaft gehalten werden. Aus Westdeutschland wird zunehmend Facharbeitermangel als Behinderungsgrund für die Bautätigkeit genannt.

Die Baupreise verharren auf niedrigem Niveau. In Westdeutschland ist weiterhin eine Tendenz zum Nachgeben der Preise insbesondere im Straßen- und Tiefbau zu verzeichnen. Der Preisdruck geht mit einer schlechten Zahlungsmoral einher. Durchgängig werden die Zahlungsverzögerungen der Auftraggeber als Haupthinderungsgrund der Bautätigkeit ausgewiesen.

Die Geräteauslastung ist im Tiefbau gestiegen, in Ostdeutschland um 5% auf 55 %, in Westdeutschland um 3% auf 60%. Während der Wert für den Hochbau in Westdeutschland auf fast 59% stieg und damit trotzdem unter dem Tiefbauwert liegt, blieb er für Ostdeutschland unverändert bei 50%.

Das niedrige Niveau der Geräteauslastung insgesamt gibt keinen Anreiz für eine vermehrte Investitionstätigkeit. Die Investitionsneigung bleibt zurückhaltend, es wird fast ausschließlich von Ersatzinvestitionen berichtet.

Die Unternehmen des Bauhauptgewerbes bleiben bei ihren Erwartungen zur Geschäfts-, Auftrags- und Preisentwicklung mehrheitlich eher pessimistisch.

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