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Leuchtdioden drosseln Energiebedarf dramatisch - aber machen zu viel blau

(25.6.2008) Es gibt Alternativen zu Glühbirnen - und die haben es in sich: Licht emittierende Dioden, kurz LEDs, haben eine wesentlich längere Haltbarkeit und verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie von klassischen Glühbirnen. Würde man von jetzt auf gleich alle Glühbirnen dieser Welt gegen LEDs austauschen, könnten etwa 200 Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Einziges Manko: Die Dioden strahlen blaues oder bläulich-weißes Licht ab. Um das in möglichst natürliches, weißes Licht umzuwandeln, hat Merck ein Labor an der Fachhochschule Münster gegründet.


Prof. Dr. Thomas Jüstel ist ein international anerkannter Experte für anorganische Leuchtstoffe.

Prof. Dr. Thomas Jüstel vom Fachbereich Chemieingenieurwesen leitet das Merck-Lab auf dem Steinfurter Campus. Zusammen mit fünf Mitarbeiter will er neuartige Leuchtstoffe entwickeln, mit denen die blaue Lichtquelle beschichtet wird. Zum Einsatz kommen dabei anorganische Leuchtstoffe. Sie liegen zunächst in Pulverform vor und werden in einem Trägermaterial, zum Beispiel Silikon, aufgebracht. Die hohe Kunst besteht darin, die richtige Mischung zu finden, damit das blaue Licht ergänzt, verändert oder vollständig umgewandelt wird. Und außerdem müssen die Schichten genau so lange halten, wie die eigentliche LED - nämlich rund 50.000 Stunden. Bei Temperaturen von 100 bis 200 Grad kein leichtes Unterfangen. Jüstel: „Aber es könnte dazu beitragen, den ständig steigenden Energiebedarf weltweit deutlich zu drosseln.“ Zur Erinnerung vergleiche auch mit Beitrag "LEDs - mehr als nur eine neue Lichttechnologie" 11.4.2008.

Merck unterstützt das Labor zunächst für drei Jahre mit jährlich 370.000 Euro. Im Gegenzug profitiert Merck von den Ergebnissen der Arbeit, die dann durch das Unternehmen zur Marktreife gebracht werden sollen.

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