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Berufsgenossenschaft warnt vor leichtfertigem Umgang mit Epoxidharzen

(1.6.2008) In der Bauwirtschaft und anderen Branchen werden zunehmend Epoxidharze eingesetzt, wegen der guten technischen Eigenschaften des Baustoffes. Auch Heimwerker greifen zu dem Stoff, meist in Form von Klebern. Die Schattenseite: Immer mehr Beschäftigte leiden unter allergischen Erkrankungen. Jedes Jahr müssen zahlreiche Arbeitnehmer deswegen Ihren Beruf an den Nagel hängen. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) rät dringend zur Vermeidung von Epoxidharzen oder zum professionellen Schutz bei der Verarbeitung. Zudem können Betriebe im Rahmen einer bundesweiten Aktion der BG BAU zusätzliche Beratung vor Ort anfordern.


Die technischen Eigenschaften von Epoxidharzen sind gefragt, zum Beispiel für Beschichtungen von Industriefußböden oder Parkhäusern, zur Betonsanierung, als Klebstoff für Fliesen oder als Korrosionsschutz. Immer mehr Beschäftigte kommen in Kontakt mit dem Baustoff. Folge: Die Krankheitsrate der Beschäftigten ist ab Mitte der neunziger Jahre steil angestiegen. Allein im Jahr 2006 zahlte die BG BAU an Betroffene 1,5 Millionen Euro für Renten sowie medizinische und berufliche Rehabilitation.

Epoxidharze sind bei Männern in der Bauwirtschaft der zweithäufigste Auslöser allergischer Hauterkrankungen. Auch Heimwerker sind zunehmend betroffen. Die Risiken sind bei vielen Anwendern und Betrieben unbekannt: Bestimmte Stoffe in den Epoxidharzen, vor allem Bisphenol-Harze, Reaktivverdünner und Amine, können bereits nach wenigen Tagen schlimme und dauernde Hautallergien auslösen.

Fakt ist, für viele Arbeiten gibt es keine Alternativen zum Einsatz von Epoxidharzen. Doch muss ein direkter Hautkontakt bei der Arbeit unbedingt vermieden werden, so die BG BAU. Dazu gibt es Verarbeitungsgeräte mit Spritzschutz sowie Schutzanzüge, Nitirilhandschuhe und Schutzbrillen. Im Rahmen einer bundesweiten Aktion besuchen Fachleute der BG BAU ausgewählte Betriebe. Dort informieren sie die Beschäftigten über den Umgang mit Epoxidharzprodukten, den Einsatz der richtigen Werkzeuge und die notwendigen Schutzmaßnahmen. Hierzu können sich Unternehmen der Bauwirtschaft auch per E-Mail an info@bgbau.de informieren.

Wie die BG BAU betont, müssen sich die Beschäftigten schon vor Beginn der Arbeit arbeitsmedizinisch untersuchen lassen: Wer für Haut- oder Atemswegserkrankungen anfällig ist, sollte den Umgang mit dem Baustoff ganz vermeiden. Die Betriebe müssen ihre Arbeitnehmer über Gefahren und Schutzmaßnahmen unterweisen.

Darüber hinaus gibt es für einige Arbeitsbereiche Ersatzstoffe. Dazu gehört ein weniger gefährliches Produkt zum Verfugen von Fliesen. Heimwerker sollten statt Epoxidharzkleber weniger gefährliche Klebstoffe verwenden.

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